Montag, 9. September 2013

Mondspitze und Schillerkopf

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 3
Dauer: 6 Stunde, 30 Minuten
Höhenunterschied: 1300 m aufwärts, 1560 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Bürserberg, Tschengla, Nenzing
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus nach Büserberg; Bahn und Bus von Nenzing



Die Route
Die heutige Wanderung führt uns auf zwei herausragende Aussichtberge auf der Südseite des Walgaus bzw. des Rätikons (beide Gipfel gehören bereits zu dieser Gebirgsgruppe). Der Schillerkopf, dessen Name in jüngerer Vergangenheit erst geändert wurde (früher hieß er "Kessikopf", wobei der markante Krater die "Schöpfkelle" bildete) ähneltbei genauerem Hinsehen dem liegenden Kopf des großen Dramatikers und Dichters Friedrich Schiller. Der Schillerkopf ist etwas schwieriger zu besteigen, da dazu Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich sind, doch der Ausblick rechtfertigt den Anstieg in jedem Fall. Allerdings ist die Sicht von der leichter zu besteigenden Mondspitze aus als noch besser zu bezeichnen, insbesondere da sie auch Ausblicke auf den Walgau mit dem gegenüber liegenden Walserkamm und dem Eingang ins Große Walsertal erlaubt. Wer also die Besteigung des Schillerkopfes scheut, kommt trotzdem voll auf seine Kosten.

(Mondspitze von Dunza aus)
 

Wir starten in der weitläufigen Höhengemeinde Bürserberg im Ortsteil Matin bei der Bushaltestelle "Museum" (wo der Bus umkehrt und in Richtung Brand bzw. Bürs zurückfährt). Oberhalb der Bushaltestelle führt eine Straße vorbei an einem Wirtshaus in Richtung Süden. Bald führen uns Wegweiser in Richtung "Tschengla", einer schönen Aussichtsterrasse mit weitläufigem Verbau an Ferienhäusern und Bewirtungsstätten mit schöner Aussichts auf Bludenz, das Klostertal und den oberen Walgau. Die Tschengla wird anfangs über schön ausgebaute Straßen oder Wege (es gibt mehrere Varianten) in einer guten Stunde erreicht. Beim Ortsteil "Dunza" am westlichen Ende der Tschengla befindet sich unterhalb des breiten Weges der Wanderparkplatz bis zu dem man mit dem privaten PKW fahren kann, sofern man seine Wanderung nicht in Bürserberg beginnt. Nun gelangen wir uns westlich haltend zu einer Kreuzung mit guter Beschilderung. Vor uns sehen wir bereits die markant aufragende, bis weit nach oben bewachsene, Mondspitze. Wir halten uns nun gerade aus auf dem "Schillerweg" und gewinnen so gemächlich in lockerem Bergwald (anfang noch auf Weiden) stetig an Höhe. Wir folgen bei den kommenden Wegkreuzungen immer den Hinweistafeln in Richtung "Schillersattel" und "Schillerkopf".

Nach etwa eineinhalb Stunden von Dunza aus erreichen wir nach einem letzten, etwas steileren Anstieg über weitgehend offenes Gelände den Schillersattel auf 1847 Metern Seehöhe. Nun weist uns ein weiß-blau-weiß (alpiner Steig) Wegweiser nach links auf den Schillerkopf (35 Min.) hin. Von der weiß-blau-weißen Markierung braucht man sich nicht  abschrecken zu lassen. Sofern man über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügt ist der etwa 160 Meter hohe halbstündige Anstieg kein Problem. Erst geht es durch Legföhren eben und sogar ein wenig abwärts bis zum Beginn es markanten Kraters, dann über felsiges Gelände und Schotter mit Felsen zum auf 2006 Metern Seehöhe gelegenen Gipfel mit Gipfelkreuz. Es besteht auch die Möglichkeit den Schillerkopf über den "Tälisteig" von Osten her zu besteigen. Auch dieser Steig ist nicht besonders gefährlich, beinhaltet keine Kletterpartien und ist für Berggeübte nicht als schwierig zu bezeichnen.
 
(Schillerkopf)

 

Nun gehen wir den Anstiegsweg zum Schillerkopf  zurück und erreichen so in etwas mehr als 20 Minuten erneut den Schillersattel, steigen jedoch nicht wieder nach rechts ab, sondern gehen geradeaus weiter nach Norden in Richtung Mondspitze. Der Weg auf dem Grat ist übersäht mit unzähligen Wurzelt von Legföhren und Steinen, so dass ein Vorwärtskommen  nicht ganz so schnell erfolgt, wie der geübte Bergwanderer es sich erwünschen würde. Trotzdem erreicht man so in etwa einer halben Stunde den Gipfel der Mondspitze mit ihrem ungewöhnlichen, schönen Gipfelkreuz auf 1967 Metern Seehöhe. Der Ausblick ist traumhaft und macht dem Berg als Aussichtsplattform alle Ehre. Der Blick reicht im Süden bis zum Talschluss des Brandnertales beim Lündersee und der Schesaplana über der Totalphütte. Im Osten sieht man über das gesamte Klostertal hinweg, im Norden den Walserkamm, und den Eingang des Großwalsertals. Gen Süden erstreckt sich der Nenzingerhimmel, gegen Westen der Walgau mit Gurtisspitze, Gamp und Älpele, bis sich die zum  Bodensee hin verflachenden Appenzellerberge einem als Grenze des Horizonts präsentieren.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast geht es weiter gen Norden über den steilen Mondspitzsteig hinunter zum Klampersätteli., das nach etwa einer halben Stunde erreicht wird. Dann auf dem breiten Alpweg weiter nach links hiunter über viele Kehren durch offenes Geländer, unterhalb des Klamperschrofens, und später durch Wald mit etlichen Wegabkürzungen durch Wald und Weide hinunter zur Nenzigeralpe. Unterhalb der Alpe geht man über Weiden und vorbei an einem idyllischen Plätzchen mit Bergahornen, bemoosten Steinen und dergleichen zum "Nenziger Bergkirchlein", einem schönen Rast- und Aussichtspunkt (besonders schöne Sicht auf die Bergsiedlung Gurtis gegenüber unterhalb der Gurtisspitze).

(Blick von der Mondspitze auf den oberen Walgau)
 

Weiter folgen wir der Beschilderung in Richtung Nenzing, das bald über verschiedene Wege erreicht werden kann. Allgemein folgt man zuerst der Wegangabe "Stellfeder" am Eingang des Gamperdonatals (Wanderparkplatz), zweigt dann aber doch besser im unteren Bereich (z.B. beim "alten Bergle") auf einen Nebenweg (auch mit "Nenzing" beschildert) ab und gelangt so von Südosten her über Weiden, vorbei an Heubarken, zu den ersten Häusern von Nenzing. Entlang der Meng und über ein Brücklein über den Bach Meng gelangen wir so zur schon von weitem sichtbaren Kirche von Nenzing, wo unsere Wanderung ihr Ende findet.
 



Details
1.) Bürserberg - Schillerkopf: 7 km; Höhenbewältigung: 1140 m aufwärts; Dauer: 3 Stunden
2.) Schillerkopf - Mondspitze: 2 km; Höhenbewältigung: 120 m aufwärts, 160 m abwärts; Dauer: 45 Minuten
3.)              Mondspitze - Nenzing: 10 km; Höhenbewältigung: 1440 m abwärts; 2 Stunden, 45 Minuten

Gesamt
 Strecke: 19 km; Höhenbewältigung: 1300 m aufwärts, 1560 m abwärts; Dauer: 6 Stunde, 30 Minuten.

Ein schönes Bergerlebnis auf zwei großartigen Aussichtsbergen wünscht der Bergfuchs.

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