Freitag, 11. April 2014

Hoher Lindkogel

Baden bei Wien ist eine gar liebreizende schöne Stadt. Etwa 40 Kilometer südlich der österreichischen Hauptstadt gelegen ist sie  ein Juwel am Rande des südlichen Wienerwaldes, durchzogen von der anmutigen Schwechat, eine alte Kurstadt, in der sich royale Größen trafen und Politker und Staatsmänner (wie etwas Fürst Metternich) ihre Sommer verbrachten und großartige Herrschaftsvillen bewohnten. In diese schöne Stadt wollen wir und heute begeben, um unsere Wanderung auf den "Hohen  Lindkogel" zu unternehmen, den zweithöchsten Berg des Wienerwaldes. Generell gilt, und das muss vor allem den Westösterreichern  gesagt werden, wie ich einer bin, dass im "Osten" die Berge weniger hoch sind, dafür aber die Strecken weitaus ausgedehnter und damit  ein größerer Zeithorizont eingeplant werden muss. So umfasst die heutige Wanderung ca. 20 Kilometer Strecke, wobei das zu bewältigende Höhenniveau nicht mehr als 630 Meter ausmacht. Also: Ausdauer, weniger Kraft sind heute gefragt!


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(Königshöhle, oberhalb der Ruine Rauheneck)


Ausgangspunkt bildet das Denkmal am Wanderweg beim Eingang zum Helenental, unterhalb der Burg Rauheneck, im Westen Badens, das man nach wenigen Minuten nach Unterquerung des "Aquädukts" am Waldrand erreicht.  Dem Wegweiser folgend geht es nun binnen weniger  Minuten zu der etwa 100 höher liegenden Burg Rauheneck, die sich durch eine Besonderheit auszeichnet: Ihr "Bergfried" hat einen dreieckigen Grundriss und bietet einen großartigen Blick nach Osten auf das sich eben ausbreitende Land bis über die Donau hinaus gen Osten. Von hier aus folgen wir dem Weg in Richtung "Königshöhle", die in nur wenigen Minuten, oberhalb der Ruine, zu erreichen  ist und ein vorgeschichtlicher Siedlungsplatz unserer Urahnen darstellt. Von hier aus folgen wir dem Wegweiser in Richtung Jägerhaus, das sich am Fuße eines größeren Anstieges am Waldrand befindet.
Es gibt nun mehrere Möglichkeiten den Hohen Lindkogel zu erreichen, die allesamt ohne große Schwierigkeiten zu bewerkstelligen sind, allerdings ist zu berücksichtigen, dass das niederösterreichische Wanderkonzept nicht ganz den hohen Standards der westlichen  Bundesländer entspricht und es deshalb nicht unwahrscheinlich ist, dass man an diversen Abzweigungen keine entsprechenden  Wegweiser findet, wo im Grunde solche zu erwarten wären. Das Mitführen einer guten Wanderkarte ist deshalb dringend zu empfehlen.

Durch einen schönen Mischwald erreichen wir nun den "Soßer Landkogel" (713m) auf dem sich eine gute Gelegenheit zum Rasten findet. Weiter geht es entlang des Höhenrückens in Richtung Westen, wobei man sich teilweise wie im Mittelmeerraum fühlt (Pinienwälder, entsprechende natürliche Düfte etc.). Wichtig ist es von nun an vor allem nicht mehr groß an Höhe zu verlieren, sondern sich immer "oben" zu halten, so erreicht man nach etwas mehr als einer Stunde vom "Soßer Lindkogel" aus das "Eiserne Tor" und den Aussichtspunkt auf dem Hohen Lindkogel, dem heutigen Tagesziel. Sollte man einen Sendemast vor sich haben, dann ist man zu weit nach Westen gekommen und muss einige hundert Meter zurück nach Osten sich begeben.


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("Sina-Warte" am Hohen Lindkogel)

Vom "Hohen Lindkogel" selbst mit dessen Wetterwarte ("Sina-Warte" 834m) hat man bei schönem Wetter einen herrlichen Blick auf den Wienerwald, bis hin zum südwestlich davon gelegenen, über 2000 Meter hohen, Schneeberg. Nun gehen wir zurück in die Richtung aus der wir gekommen sind wo wir bald eine Abzweigung erreichen. Geradeaus geht es weiter zum Brennersteig, den wir bereits kennen (leicher Klettersteig von Osten auf den Hohen Lindkogel). Doch wir nehmen nun den Weg nach links und gelangen so, immer den Wegweisern Richtung "Bahnhof Baden" folgend allmählich ins Helenental hinunter und folgen der Schwechat gen Ostens, bis wir den Fluss selbst erreichen. Hier gibt es schöne Badegelegenheiten, gerade auch für Kinde, zum Baden oder auch nur die Füße im frischen Wasser zu kühlenr. Das liebliche Helenental führt uns immer weiter, vorbei an Stegen und Brücken und durch eine idyllische "Biedermeieerlandschaft" unterhalt der Burg "Rauenstein" auf der gegenüberliegenden Talseite, hinaus zum Beginn den Besiedelungen der Stadt Baden. Hier kommen wir wieder zurück zu unserem Ausgangpunkt.
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(Im Helenental)


Die benötigte Zeit auf dieser Wanderung ist nicht so leicht zu bestimmen, wie auf vielen anderen Wanderungen: Meist beträgt sie zwichen 6 und 8 Stunden. In jeden Fall sollte man einen ganzen Tag einplanen, wenn man sie ganz genießen möchte.  Der Hohe Lindkogel ist eine Wanderung, die zu jeder Jahreszeit unternommen werden kann. Lediglich im Winter ist im Bereich des  Brennersteiges Acht auf Vereisungen zu geben, da das Gelände hier doch relativ steil ist und Unachtsamkeit schlimme Folgen haben kann.




Eine schöne Wanderung, gerade jetzt im Frühling, wünscht Euch allen der Bergfuchs.





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