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Dienstag, 31. Januar 2012

Am Ausgang des Montafons – Von St. Anton nach Bludenz

Übersicht
Schwierigkeit (1-5
): 1
Dauer: 2 Stunden
Höhenunterschied: 80 Meter (größtenteils abwärts)
Einkehrmöglichkeiten: St. Anton, Bludenz
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Montafonerbahn: Haltestelle St. Anton; Bludenz Bahnhof; Bludenz-Brunnenfeld;

























Die Route
Unsere Wanderung beginnt beim Bahnhof St. Anton. Von hier aus wandern wir talauswärts in Richtung Lorüns entlang der Bundesstraße B188. Von hier biegen wir in die zweite Straße, die rechts abzweigt ein. Wir kommen zu einem Wegweiser der in Richtung Lorüns über Prazalanz weist und folgen diesem bis wir oberhalb der Häuser von St. Anton auf einen Waldweg kommen. Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf die andere Talseite zu den Häusern von Vens und der Anhöhe der Fahren-Alpe, die sich darüber erhebt. Nach einiger Zeit des ruhigen Spazierganges entlang des Waldrandes und vorbei an saftigen Wiesen mit vielen Wildblumen, kommen wir zum St. Antönier Gipsbach, der im Volksmund auch als „Tränenbächle“ bekannt ist. St. Anton war lange Zeit das Zentrum der Gipsproduktion in Vorarlberg, wovon noch ein altes Bergwerk Zeugnis ablegt. Der Bach, der sich vom Fuße der Davenna der Ill zu bewegt, weißt ein durch den Gips getrübtes Wasser auf, was zu seiner Namensgebung führte. Entlang der hohen aber im Wald gut verwachsenen Bachverbauung (Schutz vor Muren und Überschwemmungen) gehend, zweigen wir bald auf einen Fußweg ab, der uns aus dem Wald hinausführt, auf die schönen zur Ill abfallenden Wiesen von Prazalanz, die sich unterhalb der Davenna ausbreiten. Dieses Gebiet ist auch als „Sankt-Antönier Alma“ bekannt, mit der sich eine alte Sage verbindet (siehe unten). Von hier aus genießt man einen herrlichen Blick hinaus nach Bürs und den Walgau, mit den ihn umgebenden Bergen.

Der Weg führt nun auf einem schönen Feldweg über Wiesen, vorbei an einzelnen Baumgruppen und Heustadeln dem Ufer der Ill zu. Bald kommen wir zur Trasse der Montafonerbahn. Anstatt die Unterführung unter der Bahnlinie zu nehmen, gehen wir geradeaus weiter über einen Wiesenweg dem Waldrand unterhalb des Bergabhanges zu. Auf einem idyllischen Waldweglein kommen wandern wir nun entlang der Ill weiter, bis wir zu einem Abstellgleis der „Lorünserwerke“ kommen, welches hier endet. Wir folgen dem Illdammweg weiter, bis wir zur Mündung der aus dem Klostertal kommenden Alfenz in die Ill kommen. Nun haben wird die Wahl, ob wir der Ill entlang weiter bis nach Bludenz wandern (ca. 3 km) wollen oder zur nahe gelegenen Haltestelle „Brunnenfeld“ gehen, um mit der Montafonerbahn zurück nach Bludenz zu fahren.

Viel Vergnügen bei dieser Wanderung.


Die Sage der Stadt Prazalanz
Dort wo sich heute die Wiesen von Prazalanz bei St. Anton im Montafon, am Fuße der Davenna ausbreiten befand sich in uralten Zeiten eine Stadt. Die Stadt wurde Prazalanz genannt. Die Einwohner erfreuten sich großen Wohlstandes. Doch nicht nur das Gold war reichlich zu finden, sondern auch das lasterhafte Leben und Treiben der Bewohner war weitum bekannt. Unsittliches Tanzen, Gelage und Lästerungen aller Art wurden immer schlimmer und erinnerten bald an das biblische Sodom und Gomorra. Der Herrgott im Himmel hatte dieser Brut lange zugesehen und war stets nachsichtig gewesen, doch einmal war wurde das Fass doch zum Überlaufen gebracht und der himmlische Vater sprach sein gerechtes und strenges Urteil. Der Pfarrer der Stadt hatte einen Hund und als dieser ob des bevorstehenden Unheils laut zu winseln anfing, machte sich der Gottesmann auf, um seine Mitmenschen zu warnen. Doch wie es meist in solchen Fälle ist, so wurde der Priester verlacht und verhöhnt. Gerade zu Fleiß trieb man es jetzt noch schlimmer. Da half nichts mehr und der fromme Mann verließ die Stadt. Gerade habe er die Stadt verlassen gehabt, da seien mit furchtbarem Krachen vom Berg oberhalb der Stadt riesige Gesteinsbrocken ins Tal gestürzt und habe die sündhafte Stadt samt unter sich begraben. Kein einziger Bewohner habe überlebt, alle seien sie verloren gegangen.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Dürnstein Vogelberg

Übersicht
Schwierigkeit
(1-5): 2
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten
Höhenunterschied: 360 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Dürnstein, Fessl-Hütte,
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Postbus von Krems (Dürnstein-Ost);


















Die Route

Unsere Wanderung beginnt im Zentrum des malerischen Städtchens Dürnstein. Wir wandern vom Rathaus aus, am Schlosshotel vorbei bergab, halten uns dann bei der ersten Abzweigung halb rechts und biegen anschließend nach rechts in den Talgraben ein. Wir überqueren die Eisenbahn, die hier zwischen zwei Tunnels kurz ans Licht des Tages tritt. Nach dem letzten Haus beginnt der Fußweg, der uns durch einen naturbelassenen Wald (alte quer liegende Baumstämme und Äste sind zu übersteigen) immer aufwärts, vorbei an imposanten Felsen, bis ans Talende führt. Die Abzweigung, die links den Vogelberg hinauf führt (Vogelbergsteig) lassen wir liegen. Am Ende des Tales steigen wir den Bergrücken in Serpentinen hinauf, bis wir zu einer Kreuzung mit Wegtafel kommen. An dieser biegen wir nach links ab und kommen nach zehn Minuten zur wunderbaren Aussichtskanzel (521m), von der aus man einen herrlichen Blick über die obere Wachau mit der Donau und den umliegenden Hügeln hat. Auch auf die Altstadt von Dürnstein sieht man wunderbar hinunter.
Wer nun möchte kann direkt auf den Vogelberg wandern, indem er vom vorher genannten Wegweiser ab der grünen Markierung folgt. Dabei handelt es sich jedoch um einen etwas steilen, mit Geröll gesäumten Weg, der an einer Felswand zu einer Engstelle gelangt. Zeitweise ist dieser Weg wegen Steinschlags gesperrt. Griffige Schuhe und Schwindelfreiheit sollten vorhanden sein!


Zurück beim Wegweiser geht es nun geradeaus weiter zur Fessel-Hütte, die in wenigen Minuten erreicht wird. Wir gehen den Anstieg hinauf weiter, der auf die Starhembergwarte führt (es sind nur fünf Minuten). Nun haben wir die Wahl, ob wir zurück zur Fesselhütte gehen und von dort dem Wegweiser zur Ruine Dürnstein folgen, oder ob wir bei der Aussichtswarte geradeaus weiter gehen – beide Wege dauern etwa 45 Minuten. Wenn wir die zweite Variante wählen, müssen wir jedoch Acht geben! bald die Abzweigung nach rechts nicht zu verpassen, die uns auf den von der Fessl-Hütte

zur Ruine führenden Weg bringt. Nun kommen wir über einen etwas steinigen und abenteuerlichen aber guten Weg vorbei an großen Steinriesen (teilweise zwischen ihnen hindurch) zur Ruine Dürnstein. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Umgebung. Dass Richard Löwenherz hier von Herzog Leopold gefangen gehalten wurde, weiß in Österreich jedes Kind. Auch, dass mit dem Lösegeld die Errichtung Wiener Neustadts finanziert wurde, ist allgemein bekannt. Die Burg ist strategisch so gut auf einem engen Berggrat angelegt, dass sie als uneinnehmbar gelten musste. Von der Ruine kommen wir über einen guten Weg, der teilweise aus Treppen besteht, direkt hinunter zur Altstadt von Dürnstein (in die Nähe des „Steiner Tors“). Dürnstein selbst lädt zum Einkehren in eines der gemütlichen Gasthöfe ein (Marillenschnaps nicht vergessen!).

Viel Freude bei dieser Wanderung.

Freitag, 30. September 2011

Walgauwanderung über Jordan und Jagdberg























Übersicht
Schwierigkeit
(1-5): 1
Dauer: 2 Stunden 15 Minunten
Höhenunterschied: 120 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Schlins
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Gais-Lungenheilanstalt

Die Route


Unsere Wanderung beginnt bei der Bushaltestelle unterhalb der ehemaligen Lungenheilanstalt Gaisbühel. Wir folgen dem Weg zu dieser, zweigen jedoch sobald uns ein schmaler Fußweg auf der rechten Seite begegnet auf diesen ab. Am Waldrand biegen wir nach rechts ab und folgen den schönen breiten Weg an dem dort stehenden Haus vorbei. Wir folgen diesem Weg nun aufwärts, bis er in einen querenden Weg mündet. Diesem Weg folgen wir nun weiter in der bereits eingeschlagenen Richtung. Nun geht es am Waldrand entlang, bis zur zu dessen Ende kommen, wo ein Weg von links in unseren einmündet und die sogenannte „Runkeline“ beginnt. Nun geht es über eine alte schöne Kulturlandschaft, deren geologische Voraussetzungen vom eiszeitlichen Illgletscher gebildet wurden. Wir kommen nun zu einer Straße, in die unser Weg mündet. Wir überqueren die Straße und folgen gleich wieder dem Waldrand etwas nach oben versetzt. Diesem Weg folgen wir nun in leichtem auf und ab, bis wir zu den Überresten von Schloss Jordan kommen.

Die Ruine selbst darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Gleich anschließend befindet sich ein ehemaliger Gutshof an dem eine Tafel angebracht ist, die über die Geschichte von Jordan berichtet. Nun biegen wir nach links den Hang aufwärts ab, bis wir zu einer Abzweigung kommen, bei der wir uns links halten. In einem großen Bogen kommen wir durch den Wald wieder hinunter zum wunderschönen Walgauweg, auf dem wir hergekommen sind. Faszinierte uns der Rätikon schon beim Weg nach Jordan und der majestätische Hohe Frasen über dem Ludescherberg bei der Hinwanderung, so sehen wir nun den Rätikon mit Mondspitze, Gampberg und Gurtisspitze auf dem Rückweg von der anderen Seite. Wenn wir zur Abzweigung kommen, auf der wir von Gaisbühel heraufkommen, gehen wir nun gerade weiter oberhalb des ehemaligen LKH durch den Wald, über gute Wege zum zu Schlins gehörenden Schloss Jagdberg. Von diesem im 15 Jahrhundert mehrfach abgebrannten und zerstörten, später aber wieder aufgebauten Schloss, stehen heute nur noch Ruinen. Trotzdem ist es ein schöner Abstecher, der sich lohnt.

Von Jagdberg gehen wir den Hügel hinunter, bis wir wieder zur Hauptstraße kommen, die nach Satteins führt. Dort befindet sich auch gleich eine Bushaltestelle.
Diese Wanderung kann zu jeder Jahreszeit unternommen werden. Ganz besonders schön ist sie im Frühling, wenn die Natur erwacht, aber ebenso im Wintern, wenn die hohen Berge der anderen Talseite in Weiß des Schnees glitzern.

Viel Spaß bei dieser Wanderung!

Mittwoch, 28. September 2011

Burgenwanderung – Ruine Schellenberg – Tostnerburg – St. Corneli


























Übersicht
Schwierigkeit (1-5):
2
Dauer: 3 Stunden
Höhenunterschied: 230 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Nofels, Tosters, Schellenberg
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Nofels-Kirche

Die Route
Ausgangspunkt der Wanderung ist die Kirche von Nofels, am Fuße des Schellenberges. Wir gelangen von hier zum Kreisverkehr, der nur wenig oberhalb der Kirche in Richtung Gisingen liegt. Von dort überqueren wir die nach Nofels-Fresch führende Straße und folgen dem Wegweiser „Auf die Egg“. Der nun folgende schöne Waldweg ist im Winter eine Rodelstrecke. Wir kommen zur Parzelle Schüttenacker, ab der sich auf unserem Weg hauptsächlich über unbewaldete Hanglagen hinzieht. Wir kommen „auf die Egg“, von wo aus man einen herrlichen Blick über das Rheintal und zu den Schweizerbergen (Hohen Kasten, Churfirsten und Alviergruppe) hat. Wir biegen bei einem Wegweiser leicht nach rechts ab und folgen einem Weg über Wiesenhänge in Richtung Staatsgrenze, die wir nach wenigen Minuten überqueren, nach Schellenberg. Wir kommen zur Straße, die von Fresch nach Schellenberg führt und folgen dieser etwa 500 Meter weit, bis wir zu einer Abzweigung kommen. Wir überqueren die Straße und folgen dem Weg, der leicht links hinauf führt zur Ruine Hinterschloss (Ruine Schellenberg). Nach Besichtigung der Ruine gehen wir den Weg zurück, den wir gekommen sind, folgen der Straße weiter aufwärts und biegen bei der gleich kommenden Kreuzung nach links ab. Auf der linken Seite passieren wir (oder kehren in sie ein) eine Weinschenke. Der Weg führt und zuerst über eine Wiese, bis er bei einem Wegkreuz in den Wald einmündet. Nun spazieren wir an der Geländekante mit schönen Aussichtspunkten und historisch informativen Tafeln über die Schlacht bei Feldkirch 1799 weiter wieder in Richtung österreichischer Grenze. Nach einigen Gehminuten zweigt links ein kleiner Weg ab, der uns zum „Findling auf dem Gantenstein“ führt. Dies ist ein großer Stein, der in der Eiszeit vom Gletscher aus dem oberen Rheintal heruntertransportiert wurde. Wer möchte kann diesen kleinen Abstecher von etwa 5-10 Minuten machen. Nun folgen wir dem Weg weiter Geländekante entlang, bis er uns wieder direkt in den Wald hinein führt. Bald kommen wir beim Skilift auf Fresch wieder auf Weideflächen heraus. Nach etwa 200 Metern kommen wir zur Abzweigung nach rechts, die uns vorbei am Gasthof „Auf der Egg“ durch den Wald und einige Stufen hinunter nach St. Corneli führt (wir müssen dazu einen querenden Waldweg überqueren). Beim Gasthof „Eibe“ sehen wir das schöne alte Kirchlein mit seiner bekannten „1000-jährigen Eibe“. Neben dem Eingang der Kirche führt ein Schmaler Weg zwischen der Umfassungsmauer von St. Corneli und dem „Menerhaus“ auf das hinter der Kirche gelegene Feld. Wir gehen nun etwa 100 Meter dem Waldrand entlang, bis uns ein Weg links nach oben führt. Diesem Weg folgen wir, bis wir auf einen breiten Weg kommen, dem wir nach links folgen, bis wir zur Tostnerburg mit ihrem großen Feld kommen. Von der Tostnerburg hat man einen herrlichen Ausblick auf Großfeldkirch und über Gisingen hinaus bis weit ins Vorderland. Auf der anderen Seiten sehen wir hinunter nach St. Corneli. Auf der entgegen gesetzten Seite, von der wir das Burgfeld betreten haben befindet sich der „Fluchtweg“, der zuerst über einige steile Stufen, dann durch den Wald schnell hinunter zur Straße führt, die uns nach rechts folgend ins Zentrum von Tosters bringen würde. Wir überqueren jedoch die Straße und folgen dem leicht abwärts führenden kleinen Waldweg, der uns nach St. Wolfgang führt. Wer möchte kann von hier aus auch einen kleinen Abstecher zur nahen Wassertrete unternehmen, die nur 5 Minuten entfernt liegt. Nun geht es zur kleinen Gemeindestraße hinunter, die direkt unter St. Wolfgang verläuft. Wir folgen dem kleinen Bächlein dort, bis wir an den Tennisplätzen und dem Pfadfinderheim vorbeikommen. Wir folgen weiter dem Fuß des Schellenberges und befinden uns in wenigen Minuten wieder beim Kreisverkehr und der Kirche, von wo unsere Route begonnen hat.

Schellenberg und Tostnerburg


Die Ruine Schellenberg wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts durch die Herren von Schellenberg erbaut. Das Land Liechtenstein ist im 18. Jahrhundert durch den Zusammenschluss der Herrschaften Vaduz und Schellenberg entstanden. Im 14. Jahrhundert gelangte sie in den Besitz der Grafen von Werdenberg. In den Appenzellerkriegen, zu Beginn des 15. Jahrhunderts, wurde sie wie die meisten Burgen im Rheintal und Walgau zerstört. Im Anschluss wurde sie wieder aufgebaut. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte gelangte die Burg in die Hände vieler verschiedener Herr, unter anderem jene von Sulz und Hohenems. 1699 kam sie schließlich zum Haus Liechtenstein. 1956 schenke der Fürst von Liechtenstein die Burg dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein.

Die Anfänge der Tostnerburg gehen etwa auf das Jahr 1260 zurück. Anfangs war sie im Besitz der Grafen von Montfort. 1405 wurde sie in den Appenzellerkriegen mithilfe damals modernster Belagerungs- und Kriegsmaschinerie zerstört. Wie Schellenberg wechselte auch die Tostnerburg in der Folge oft den Eigentümer, nachdem sie wieder aufgebaut wurde. Schließlich erwarb der umtriebige und vor allem in historischen Belangen besonders aktive Tisner Pfarrer Joseph Häusle, die seit langem verfallende Burg in Tosters. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verkaufte dieser die Burg an den Heimatpflege- und Museumsverein Feldkirch. Seither wurden in mehreren Etappen umfassende Renovierungsarbeiten durchgeführt. Vor allem der Bergfried, der 27 Meter hohe Turm, stellt das Wahrzeichen der Großfeldkircher Fraktion Tosters dar und ist schon von weit her erkennbar. Die Ausmaße der Burg sind für einen „Außenposten“ und eine (historisch) kleine Gemeinde wie Tosters enorm. Alleine die Ringmauer, die das gesamte Burgareal umfasst hat eine Länge von 321 Metern. Es wird angenommen, dass die Burg zeitweilig größere Bevölkerungsteile in ihren Mauern aufnahm und das große Burgfeld zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt wurde.

St. Corneli und St. Wolfgang

Die kleine aber überaus feine Kirche von St. Corneli und Cyprian (kurz St. Corneli oder bei alten Tostner als „Santanilga“ genannt) ist eines der ältesten sakralen Bauten in Vorarlberg. Die ältesten Fundamente sind gotischer und romanischer Art. Es wird angenommen, dass der älteste Bau bereits aus dem 11. Jahrhundert stammt, möglicherweise sogar schon aus der karolingischen Zeit!. Die Kirche gehörte einstmals zu einem Gutshof, der dem Schweizer Frauenkloster Schännis gehörte. 1676, 1695, 1899, 1720 erfolgen Erweiterungen, Ausbauten und Neuerungen (ua. Turmerhöhung, Einbau einer Lourdegrotte, Wand- und Deckengemälde). Das Deckengemälde, das den Märtyrertod des Heiligen Cyprian darstellt wurde 1953 vom bekannten Vorarlberger Maler Martin Häusle erschaffen. Bedeutung erlangte das Kirchlein als weitum bekannter Wallfahrtsort, und als Pfarrkirche von Tosters, das es bis zum Jahre 1881 war.
Nach der Legende soll das kleine Kirchlein St. Wolfgang, das auf einer kleinen Anhöhe in Tosters am Weg nach Nofels steht auf einem Massengrab errichtet worden sein, das aus den Franzosenkriegen von 1799 stammt. Die nahe Schlacht bei Feldkirch forderte mehrere tausend Todesopfer. Hier scheint man sich aber um 300 „vertan“ zu haben. In Wahrheit ist die Kapelle nämlich um vieles älter. Im Jahre 1448 bereits, nachdem 42 Feldkirchen in der Schlacht bei Bad Ragaz gefallen waren, wurde aus diesem Anlass die Kapelle erbaut. Die Gefallenen der Schlacht bei Frastanz vom 20. April 1499, die von der Ill angeschwemmt wurden, wurden bei St. Wolfgang begraben. Die Kapelle wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals renoviert. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden dort fallweise Messen gelesen. Heute seht die Kapelle leer.

Die Sage von der tausendjährigen Eibe in St. Corneli
„Beim Santanilgakirchlein am Fuße der alten Ruine Tosters seht eine große Eibe, deren Alter vom Volke auf tausend Jahre geschätzt wird. Die Rinde dieses Baumes gilt als besonders wirksam gegen Zahnweh. Sie musste durch einen Brettergürtel geschützt werden, sonst wäre der ehrwürdige Baum ein Opfer seines Ansehens geworden. Alte Sage verleiht der Tausendjährigen noch eine besondere Weihe. Als nämlich die seligste Jungfrau einst nach Einsiedeln kam, machte sie drei Schritte. Den ersten tat sie in St. Gerold, den zweiten bei dieser Eibe und mit dem dritten war sie schon im Schweizerkloster. Unter der Eibe in St. Corneli aber hatte die Muttergottes noch ein Weilchen gerastet. Der Baum muss also damals schon ganz stattlich gewesen sein, und das ist gewiss schon lange her. Wo sich die Krone der Eibe über dem dicken kurzen Stamm in zwei Wipfel teilt, grüßt das geschnitzte Bild der Gottesmutter mit ihrem Kinde herab. Dass St. Corneli, die alte Pfarrkirche von Tosters, im Volksmund „Santanilga“ heißt, kommt vielleicht davon, dass an der Stelle, wo Maria gerastet, weiße Jilgen (Lilien) entsprossen seien. Weiße Jlgen hält auch das Jesukind in dem Bilde auf der Eibe in Händen.“ Zitiert nach „Im Sagenwald“ von Richard Beitl, Montfort-Verlag Feldkirch 1953;

Tatsächlich könnte die „Tausendejährige Eibe“ noch um einige älter sein, als der Volksmund meint. Der in der Sage beschriebene Brettergürtel ist heute durch ein metallene Stützkonstruktion im ausgehöhlten Stamm der Eibe ersetzt worden. Auch hat sich die Anzahl der Wallfahrer, die nach St. Corneli kommen, um sich Hilfe gegen Zahnschmerzen zu holen, aufgrund der aufgeklärtereren Zeiten und besserer zahnmedizinischer Versorgung doch nicht ganz unwesentlich reduziert. Heute ist St. Corneli vor allem ein beliebter Ort zu heiraten. Darüber hinaus finden hier in großartiger akustischer Atmosphäre diverse künstlerische Veranstaltungen, wie Konzerte im Sommer und Krippenspiele zu Weihnachten statt.

Viel Spaß und viel Freude bei dieser Wanderung!