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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Fußacher Bucht

Übersicht
Schwierigkeit
(1-5): 1
Dauer: 1 Stunden 30 Minuten
Höhenunterschied: 4-5 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Fußach, Fußach in der Schanz
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Fußach – Altes Postamt























Die Route
Bei Anreise mit dem Privatauto beginnt die Wanderung bei der Abschrankung beim FKK-Gelände, wo sich entsprechende Parkplätze befinden. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, steigt bei der Haltestelle Fußach – Altes Postamt aus, geht von dort zum linken Rheindamm und wandert diesen entlang, bis er zum Wanderparkplatz kommt. Dadurch verlängert sich die Wanderung um etwa 40 Minuten (Hin- und Rückweg).
Vom Ausgangspunkt aus wandern wir auf dem Hochwasserdamm des Rheins entlang und sehen von hier aus auf die Harder Bucht im Osten und auf die Inselstadt Lindau, die leicht rechts der Gehrichtung auf der anderen Seite des Bodensees liegt. Nachdem wir etwa einen Kilometer den Damm entlang gegangen sind, erblicken wir auf der linken Seite eine künstlich geschaffene Lagune, mit einem ausgedehnten Schilfbereich und einzelnen Inselchen. Dieser Seebereich wurde nach Vortreiben der Rheinregulierung geschaffen, um verloren gegangenes Terrain den Brut- und Zugvögeln zurückzugeben. Das Rheindelta und die Fußacher Bucht bilden eines der größten „Vogelumschlagplätze“ Mitteleuropas. Viele Vögel legen hier eine Rast ein auf ihrem Weg in den Süden im Herbst und auf ihrem Rückflug in den Norden im Frühjahr. Andere Vögel wiederum bleiben den ganzen Winter über in dem klimatisch begünstigten Gebiet. Kein Wunder, dass die Fußacher Buch bei Ornithologen sehr beliebt ist.
Am nordwestlichen Ende der Lagune biegen wir vom Rheindamm nach links ab und folgen etwa 300 Meter der Begrenzung der Bucht, bis wir zu einem Aussichtspunkt kommen, von dem man auf das andere Ende der Fußacher Bucht sehen kann, das vom „Rohrspitz“ gebildet wird. Nach Süden hin öffnet sich nun die gesamte Weite der Bucht. Wir folgen dem Damm der hier wieder in Richtung Ausgangspunkt führt. Unserem Blick in Gehrichtung zeigen sich nun die Berge, die das Rheintal links und rechts begrenzen. Bald nachdem wir die Lagune umwandert haben, kommen wir wieder zurück auf den Weg, der sich auf dem Rheindamm befindet. Diesem folgen wir bis wir wieder zurück zum Wanderparkplatz, unserem Ausgangspunkt, kommen.
Diese Wanderung kann zwar zu jeder Jahreszeit unternommen werden, doch wer sich für die diversen Vogelarten interessiert, wählt am besten die entsprechenden Vogelzugszeiten (Frühjahr und Herbst).

Viel Spaß bei dieser Wanderung.

Samstag, 5. November 2011

Bildstein

Übersicht
Schwierigkeit (1-5):
1
Dauer: 1 Stunde, 30 Minuten
Höhenunterschied: 150 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Schwarzach, Bildstein
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Schwarzach-Kirche





















Die Route
Unsere Wanderung beginnt bei der neugotischen Kirche von Schwarzach. Wir überqueren die Hauptstraße und folgen dieser etwa 200 Meter weit in Richtung Wolfurt, bis die erste Straße nach rechts abzweigt. Dieser Straße folgen wir, bis wir zu einer kleinen Brücke kommen, die über einen Bach führt, der aus einem kleinen Tal herausbricht. Wir überqueren ihn jedoch nicht, sondern folgen ihm in das Tal hinein. Nach etwa 300 Meter kommen wir an einen Steg, der über den Bach führt. Diesen überqueren wir und folgen bald einem von den Pionieren des Österreichischen Bundesheeres angelegten Weg durch den Wald nach Ingürne. Bad Ingrüne, was bis ins 20. Jahrhundert hinein ein bekannter Kur-Ort im Vorarlberger Unterland. Nun geht es dem Wegweiser entlang weiter über Obertellenmoos, bis wir zur Straße kommen, die direkt an der Wallfahrtskirche Maria-Bildstein vorbei führt.
Bildstein ist neben Rankweil der bekannteste Wallfahrtsort in Vorarlberg und entstand auf vielfaches Drängen der unterländer Bevölkerung, da in früheren Zeiten für manche der Weg bis nach Rankweil zu weit schien. Von der Wallfahrtskirche aus hat man einen wunderschönen Blick über das gesamte untere Rheintal und den Bodensee. An klaren Tagen sieht man bis weit ins Schwäbische hinein. Auch sind im Süden die Churfirsten und die Alviergruppe, sowie das Drei-Schwestern-Massiv gut zu erkennen.
Die Wallfahrtskirche ist neben einem bekannten Pilgerort auch sehr beliebt bei Paaren, die sich dort das Jawort geben wollen. In Bildstein locken einige Gasthöfe die müden Pilger und Wallfahrer zur Einkehr in eine gemütliche Gaststube.
Den Rückweg treten wir wieder auf demselben Weg an, auf dem wir gekommen sind (Weg mit mehreren Pilgerstationen). Jedoch halten wir uns, nachdem wir in den Wald gekommen sind, rechts und folgen der dortigen rot-weißen Wegmarkierung.
Dieser Weg ist ein bisschen steiler, dafür um vieles kürzer, als der Weg, der uns nach oben geführt hat. Wir kommen so nach etwa einer halben Stunde wieder zur Brücke, die über das kleine Bächlein führt. Von dort folgen wir der Gemeindestraße und dann der Hauptstraße zurück zur Kirche, wo unsere Wanderung begann.
Dies ist eine leichte Wanderung, die zu jeder Jahreszeit unternommen werden kann. Aufgrund ihrer Kürze eignet sie sich auch hervorragend als Sonntagnachmittagsspaziergang.

Viel Vergnügen bei dieser Wanderung!

Samstag, 15. Oktober 2011

Rundwanderung Übersaxen



Übersicht
Schwierigkeit (1-5):
2
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten
Höhenunterschied: 320 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Übersaxen,
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Landbus von Rankweil-Bahnhof nach Übersaxen-Ortszentrum



















Die Route


Unsere Wanderung beginnt im Ortszentrum der Gemeinde Übersaxen beim Gemeindezentrum. Von dort folgen wir der Gemeindestraße in Richtung Westen, immer dem Waldrand zu. Diesen erreichen wir nach wenigen Minuten. Nun geht es leicht aufwärts auf einem breiten Forstweg, bis wir nach etwa 15 Minuten aus dem Wald herauskommen. Wir befinden und nun im Ortsteil Gartis, von wo aus wir einen herrlichen Ausblick auf das oberer Rheintal und den Walgau mit den hohen Bergen des Rätikons (Dreischwestern, Galinakopf, etc.) haben. Nun geht es in leichtem Auf und Ab dem breiten Weg nach weiter, bis wir an Heubargen vorbei über Wiesen zu einem Wegweiser kommen, der uns in Richtung Satteinser Gulmalpe weist. Wir folgen dem Weg nun wieder in den Wald hinein in dieser Richtung. Der Weg wird nun wird bald etwas schmaler und führt über einen Steg über den Pfudidätschbach. Weiter geht es nun durch den Wald, bis wir unterhalb eines Wiesenhanges zum Wegweiser „Motta“ auf 905 Metern Seehöhe kommen. Wir folgen nun der rotweißen Markierung in Richtung Gulmalpe. Nun geht es im Wald aufwärts, bis zur Straße, die von Übersaxen nach Dünserberg führt. Wir überqueren die Straße und folgen auf der gegenüberliegenden Seite einem historischen Weg zur Satteinser Gulmalpe (Vorsicht! Dieser Weg kann leicht verfehlt werden, man sollte sich deshalb eine gute Karte besorgen). Der oft etwas schlammige Alppfad führt uns nun nach wenigen Minuten zur Gulalpe von Satteins. Nun genießen wir das herrliche Panorama, das bis zum Säntis und der Alviergruppe, sowie den Berge des Brandnertales und des Montafons (mit der Zimba als markantem Punkt) reicht.
Wir folgen nun dem rotweiß markierten Weg zur etwa 100 Meter höher liegenden Überaxner Gulmalpe, die wir in etwa einer halben Stunde leicht erreichen.

Von dort haben wir einen wunderbaren Blick auf das auf der anderen Seite liegende Laternsertal. Nun geht es über den Übersaxener Ortsteil Weiherberg zurück zum Zentrum bei der Kirche, von wo aus wir unsere Wanderung begonnen hatten.
Wer seine Wanderung nicht wieder am Ausgangspunkt beenden möchte, kann von der Satteinser Gulmalpe aus den gut markierten Wegen nach Satteins oder Düns folgen. Der Abstieg dauert in beiden Fällen etwa eineinhalb bis zwei Stunden, jedoch geht es durchwegs durch den Wald und es gibt kaum mehr Stellen, von denen aus man die Aussicht genießen kann.


Diese Wanderung eignet sich hervorragend für den Herbst, besonders dann, wenn im Rheintal und im Walgau oft der Nebel den ganzen Tag über nicht verschwindet, wird die angenehme Höhenlage von Übersaxen (900 Meter) sehr geschätzt. Die warme Herbstsonne lässt einen gut Energie tanken für die kalten Tage des bald kommenden Winters.

Vier Vergnügen bei dieser Wanderung!

Mittwoch, 28. September 2011

Burgenwanderung – Ruine Schellenberg – Tostnerburg – St. Corneli


























Übersicht
Schwierigkeit (1-5):
2
Dauer: 3 Stunden
Höhenunterschied: 230 Meter
Einkehrmöglichkeiten: Nofels, Tosters, Schellenberg
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Nofels-Kirche

Die Route
Ausgangspunkt der Wanderung ist die Kirche von Nofels, am Fuße des Schellenberges. Wir gelangen von hier zum Kreisverkehr, der nur wenig oberhalb der Kirche in Richtung Gisingen liegt. Von dort überqueren wir die nach Nofels-Fresch führende Straße und folgen dem Wegweiser „Auf die Egg“. Der nun folgende schöne Waldweg ist im Winter eine Rodelstrecke. Wir kommen zur Parzelle Schüttenacker, ab der sich auf unserem Weg hauptsächlich über unbewaldete Hanglagen hinzieht. Wir kommen „auf die Egg“, von wo aus man einen herrlichen Blick über das Rheintal und zu den Schweizerbergen (Hohen Kasten, Churfirsten und Alviergruppe) hat. Wir biegen bei einem Wegweiser leicht nach rechts ab und folgen einem Weg über Wiesenhänge in Richtung Staatsgrenze, die wir nach wenigen Minuten überqueren, nach Schellenberg. Wir kommen zur Straße, die von Fresch nach Schellenberg führt und folgen dieser etwa 500 Meter weit, bis wir zu einer Abzweigung kommen. Wir überqueren die Straße und folgen dem Weg, der leicht links hinauf führt zur Ruine Hinterschloss (Ruine Schellenberg). Nach Besichtigung der Ruine gehen wir den Weg zurück, den wir gekommen sind, folgen der Straße weiter aufwärts und biegen bei der gleich kommenden Kreuzung nach links ab. Auf der linken Seite passieren wir (oder kehren in sie ein) eine Weinschenke. Der Weg führt und zuerst über eine Wiese, bis er bei einem Wegkreuz in den Wald einmündet. Nun spazieren wir an der Geländekante mit schönen Aussichtspunkten und historisch informativen Tafeln über die Schlacht bei Feldkirch 1799 weiter wieder in Richtung österreichischer Grenze. Nach einigen Gehminuten zweigt links ein kleiner Weg ab, der uns zum „Findling auf dem Gantenstein“ führt. Dies ist ein großer Stein, der in der Eiszeit vom Gletscher aus dem oberen Rheintal heruntertransportiert wurde. Wer möchte kann diesen kleinen Abstecher von etwa 5-10 Minuten machen. Nun folgen wir dem Weg weiter Geländekante entlang, bis er uns wieder direkt in den Wald hinein führt. Bald kommen wir beim Skilift auf Fresch wieder auf Weideflächen heraus. Nach etwa 200 Metern kommen wir zur Abzweigung nach rechts, die uns vorbei am Gasthof „Auf der Egg“ durch den Wald und einige Stufen hinunter nach St. Corneli führt (wir müssen dazu einen querenden Waldweg überqueren). Beim Gasthof „Eibe“ sehen wir das schöne alte Kirchlein mit seiner bekannten „1000-jährigen Eibe“. Neben dem Eingang der Kirche führt ein Schmaler Weg zwischen der Umfassungsmauer von St. Corneli und dem „Menerhaus“ auf das hinter der Kirche gelegene Feld. Wir gehen nun etwa 100 Meter dem Waldrand entlang, bis uns ein Weg links nach oben führt. Diesem Weg folgen wir, bis wir auf einen breiten Weg kommen, dem wir nach links folgen, bis wir zur Tostnerburg mit ihrem großen Feld kommen. Von der Tostnerburg hat man einen herrlichen Ausblick auf Großfeldkirch und über Gisingen hinaus bis weit ins Vorderland. Auf der anderen Seiten sehen wir hinunter nach St. Corneli. Auf der entgegen gesetzten Seite, von der wir das Burgfeld betreten haben befindet sich der „Fluchtweg“, der zuerst über einige steile Stufen, dann durch den Wald schnell hinunter zur Straße führt, die uns nach rechts folgend ins Zentrum von Tosters bringen würde. Wir überqueren jedoch die Straße und folgen dem leicht abwärts führenden kleinen Waldweg, der uns nach St. Wolfgang führt. Wer möchte kann von hier aus auch einen kleinen Abstecher zur nahen Wassertrete unternehmen, die nur 5 Minuten entfernt liegt. Nun geht es zur kleinen Gemeindestraße hinunter, die direkt unter St. Wolfgang verläuft. Wir folgen dem kleinen Bächlein dort, bis wir an den Tennisplätzen und dem Pfadfinderheim vorbeikommen. Wir folgen weiter dem Fuß des Schellenberges und befinden uns in wenigen Minuten wieder beim Kreisverkehr und der Kirche, von wo unsere Route begonnen hat.

Schellenberg und Tostnerburg


Die Ruine Schellenberg wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts durch die Herren von Schellenberg erbaut. Das Land Liechtenstein ist im 18. Jahrhundert durch den Zusammenschluss der Herrschaften Vaduz und Schellenberg entstanden. Im 14. Jahrhundert gelangte sie in den Besitz der Grafen von Werdenberg. In den Appenzellerkriegen, zu Beginn des 15. Jahrhunderts, wurde sie wie die meisten Burgen im Rheintal und Walgau zerstört. Im Anschluss wurde sie wieder aufgebaut. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte gelangte die Burg in die Hände vieler verschiedener Herr, unter anderem jene von Sulz und Hohenems. 1699 kam sie schließlich zum Haus Liechtenstein. 1956 schenke der Fürst von Liechtenstein die Burg dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein.

Die Anfänge der Tostnerburg gehen etwa auf das Jahr 1260 zurück. Anfangs war sie im Besitz der Grafen von Montfort. 1405 wurde sie in den Appenzellerkriegen mithilfe damals modernster Belagerungs- und Kriegsmaschinerie zerstört. Wie Schellenberg wechselte auch die Tostnerburg in der Folge oft den Eigentümer, nachdem sie wieder aufgebaut wurde. Schließlich erwarb der umtriebige und vor allem in historischen Belangen besonders aktive Tisner Pfarrer Joseph Häusle, die seit langem verfallende Burg in Tosters. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verkaufte dieser die Burg an den Heimatpflege- und Museumsverein Feldkirch. Seither wurden in mehreren Etappen umfassende Renovierungsarbeiten durchgeführt. Vor allem der Bergfried, der 27 Meter hohe Turm, stellt das Wahrzeichen der Großfeldkircher Fraktion Tosters dar und ist schon von weit her erkennbar. Die Ausmaße der Burg sind für einen „Außenposten“ und eine (historisch) kleine Gemeinde wie Tosters enorm. Alleine die Ringmauer, die das gesamte Burgareal umfasst hat eine Länge von 321 Metern. Es wird angenommen, dass die Burg zeitweilig größere Bevölkerungsteile in ihren Mauern aufnahm und das große Burgfeld zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt wurde.

St. Corneli und St. Wolfgang

Die kleine aber überaus feine Kirche von St. Corneli und Cyprian (kurz St. Corneli oder bei alten Tostner als „Santanilga“ genannt) ist eines der ältesten sakralen Bauten in Vorarlberg. Die ältesten Fundamente sind gotischer und romanischer Art. Es wird angenommen, dass der älteste Bau bereits aus dem 11. Jahrhundert stammt, möglicherweise sogar schon aus der karolingischen Zeit!. Die Kirche gehörte einstmals zu einem Gutshof, der dem Schweizer Frauenkloster Schännis gehörte. 1676, 1695, 1899, 1720 erfolgen Erweiterungen, Ausbauten und Neuerungen (ua. Turmerhöhung, Einbau einer Lourdegrotte, Wand- und Deckengemälde). Das Deckengemälde, das den Märtyrertod des Heiligen Cyprian darstellt wurde 1953 vom bekannten Vorarlberger Maler Martin Häusle erschaffen. Bedeutung erlangte das Kirchlein als weitum bekannter Wallfahrtsort, und als Pfarrkirche von Tosters, das es bis zum Jahre 1881 war.
Nach der Legende soll das kleine Kirchlein St. Wolfgang, das auf einer kleinen Anhöhe in Tosters am Weg nach Nofels steht auf einem Massengrab errichtet worden sein, das aus den Franzosenkriegen von 1799 stammt. Die nahe Schlacht bei Feldkirch forderte mehrere tausend Todesopfer. Hier scheint man sich aber um 300 „vertan“ zu haben. In Wahrheit ist die Kapelle nämlich um vieles älter. Im Jahre 1448 bereits, nachdem 42 Feldkirchen in der Schlacht bei Bad Ragaz gefallen waren, wurde aus diesem Anlass die Kapelle erbaut. Die Gefallenen der Schlacht bei Frastanz vom 20. April 1499, die von der Ill angeschwemmt wurden, wurden bei St. Wolfgang begraben. Die Kapelle wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals renoviert. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden dort fallweise Messen gelesen. Heute seht die Kapelle leer.

Die Sage von der tausendjährigen Eibe in St. Corneli
„Beim Santanilgakirchlein am Fuße der alten Ruine Tosters seht eine große Eibe, deren Alter vom Volke auf tausend Jahre geschätzt wird. Die Rinde dieses Baumes gilt als besonders wirksam gegen Zahnweh. Sie musste durch einen Brettergürtel geschützt werden, sonst wäre der ehrwürdige Baum ein Opfer seines Ansehens geworden. Alte Sage verleiht der Tausendjährigen noch eine besondere Weihe. Als nämlich die seligste Jungfrau einst nach Einsiedeln kam, machte sie drei Schritte. Den ersten tat sie in St. Gerold, den zweiten bei dieser Eibe und mit dem dritten war sie schon im Schweizerkloster. Unter der Eibe in St. Corneli aber hatte die Muttergottes noch ein Weilchen gerastet. Der Baum muss also damals schon ganz stattlich gewesen sein, und das ist gewiss schon lange her. Wo sich die Krone der Eibe über dem dicken kurzen Stamm in zwei Wipfel teilt, grüßt das geschnitzte Bild der Gottesmutter mit ihrem Kinde herab. Dass St. Corneli, die alte Pfarrkirche von Tosters, im Volksmund „Santanilga“ heißt, kommt vielleicht davon, dass an der Stelle, wo Maria gerastet, weiße Jilgen (Lilien) entsprossen seien. Weiße Jlgen hält auch das Jesukind in dem Bilde auf der Eibe in Händen.“ Zitiert nach „Im Sagenwald“ von Richard Beitl, Montfort-Verlag Feldkirch 1953;

Tatsächlich könnte die „Tausendejährige Eibe“ noch um einige älter sein, als der Volksmund meint. Der in der Sage beschriebene Brettergürtel ist heute durch ein metallene Stützkonstruktion im ausgehöhlten Stamm der Eibe ersetzt worden. Auch hat sich die Anzahl der Wallfahrer, die nach St. Corneli kommen, um sich Hilfe gegen Zahnschmerzen zu holen, aufgrund der aufgeklärtereren Zeiten und besserer zahnmedizinischer Versorgung doch nicht ganz unwesentlich reduziert. Heute ist St. Corneli vor allem ein beliebter Ort zu heiraten. Darüber hinaus finden hier in großartiger akustischer Atmosphäre diverse künstlerische Veranstaltungen, wie Konzerte im Sommer und Krippenspiele zu Weihnachten statt.

Viel Spaß und viel Freude bei dieser Wanderung!