Donnerstag, 27. Dezember 2012

Tisner und Tostner Ried

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 1
Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten
Höhenunterschied: 105 m aufwärts, 105 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Tisis, Tosters
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Stadtbus Feldkirch Linien 1, 2 und 3.


Die Route
            Die heutige Wanderung, die im Grunde einen leichter Spaziergang durch mehr oder weniger ebenes Gelände bildet, beginnt bei der Pfarrkirche St. Cornelius und Cyprian im Stadtteil Tosters, in Feldkirch. Auf der gegenüberliegenden Seite des Kirchplatzes befindet sich ein kleines Dorfzentrum, in dem sich die Post, eine Bank und ein paar weitere Betriebe befinden. Wir wenden uns nun nach links und folgen der Straße. Nach etwa hundert Metern passieren wir auf der rechten Seite ein quaderförmiges Gebäude, das unter anderem eine Bank und ein Café beherbergt. Wir folgen nun der nach rechts abzweigenden „Schännisstraße“ und folgen dieser, bis wir an deren Ende zu einem weißen Hochhaus gelangen. Dort biegen wir nach links und gleich im Anschluss daran wieder nach rechts ab.
 
(Am Mühlbach im Tisner Ried)

Dieser Straße, die bald die letzten Häuser hinter sich lässt, folgen wir und kommen so durch Wiesen und Felder. Vor uns liegen nun die Schweizer Berge der Alviergruppe; linker Hand hoch über uns sind bereits die Drei Schwestern zu erkennen. Auf einer kleinen Anhöhe auf der linken Seite erkennen wir die alte Tisner Dorfkirche St. Michael, zu der wir nun die paar Schritte den „Bühel“ hinauf machen. Von hier aus hat man einen schönen Blick über das gesamte Ried. Am Fuße der Kirche endete lange Zeit der Egelsee, der in seinen Resten bis vor zweihundert Jahren bestand und dafür sorgte, dass das Ried sumpfig war. Der berühmte Ingenieur Johann Alois Negrelli (Planung des Suez-Kanals) war maßgeblich für die Trockenlegung dieses Gebiets verantwortlich.

Nun spazieren wir der Straße, der Friedhofsmauer entlang weiter und lassen die Abzweigung auf der linken Seite liegen, folgen hingegen dem Weg, der bald die eingleisige Bahnlinien unterquert, weiter, bis wir zu einer Kreuzung kommen, an der sich eine Christusstatue befindet. Jetzt biegen wir nach rechts ab und sehen die rot angemalte historische Mühle von Tisis vor uns. An dieser vorbei folgen wir dem Weg leicht aufwärts in einer Linkskurve. Bei der nun gleich folgenden Rechtskurve zweigt ein Weglein nach links ab und führt uns zum „Tisner Weiher“. Dieser Weiher gehörte einst zum Jesuitengymnasium „Stella Matutina“ in Feldkirch und diente im Sommer als Schwimmbad und im Winter als Eislaufplatz für die Zöglinge des Internats.
 
(Kirche St. Michael - Tisis)
 
Wir kehren zur Straße zurück, passieren den Fußballplatz und gehen nun fast einen ganzen Kilometer zwischen Einfamilienhäusern hindurch, bis nach rechts ein Weg abzweigt, der uns über eine Bahnübergang zurück ins Rief führt. Dem Weg folgen wir nun, bis wir zu einem Bach kommen, bei dem wir nach links abbiegen. Nun sind es noch etwa zweihundert Meter, bis wir zu einer Abzweigung nach recht kommen, der wir entlang eines Baches folgen, bis wir zum neu errichteten Egelsee gelangen, der genau auf der Grenze zwischen Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein liegt. Dieser See wurde zwischen 2011 und 2013 in Kooperation der Gemeinden Feldkirch (A) und Mauren (FL) errichtet wurde und dabei ist ein Naherholungsgebiet für die Bürger der angrenzenden Gemeinden zu werden. Nun kehren wir zurück auf die Österreichische Seite und folgen dem Weg zurück in Richtung Kirche St. Michael, bis wir wieder zur Straße kommen, die direkt zum Kirchlein hinaufführt. Nun gehen wir jedoch nicht weiter dem Weg geradeaus entlang (von wo wir gekommen sind), sondern biegen nach links ab und kommen so am Ende zur „Hubner“ Straße. Dort biegen wir wieder nach links ab und kommen blad zu einem Platz, an dem sich eine Bushaltestelle befindet (Endstation der Stadtbuslinie 3). Dort biegen wir nach rechts und folgen der Straße entlang immer weiter, die am Ende nach rechts leicht aufwärts, vorbei an den letzten Häusern führt und am Waldrand in einen Feldweg übergeht. Diesem Weg folgen wir nun immer weiter, kommen an einer Wassertrete vorbei und gewinnen so an Höhe. Nach etwas weniger als einem Kilometer durch den Wald spazierend, kommen wir an eine Kreuzung, bei der wir uns rechts halten und so uns auch in der Folge stets rechts haltend, bald am Waldrand bei den ersten Häusern wieder hauskommen. Nun brauchen wir nun dem geteerten Weg abwärts zu folgen und gelangen so zur Hauptstraße von Tosters, der wir in nordöstlicher Richtung folgen, bis wir wieder zu unserem Ausgangpunkt, der Kirche von Tosters, zurückkommen. Hier endet unser etwas längerer Spaziergang.

Diese Wanderung ist sehr leicht zu unternehmen. Sie bietet sich vor allem als Sonntagnachmittagsspaziergang an und ist ohne weiteres auch mit jüngeren Kindern zu machen. Selbstverständlich gibt es auch keine jahreszeitlichen Einschränkungen. Ganz im Gegenteil, die verschiedenen Kontraste der Landschaft können hier wunderbar beobachtet werden vor all von jenen, die diese Route zu verschiedenen Zeiten im Jahr abschreiten.
 

(Tisner Weiher)

Historisch gesehen ist das Gebiet von Tisis und Tosters, nicht nur für das Land Vorarlberg, von Interesse. Hier fand am 22. Und 23. März 1799 (Karfreitag und Karsamstag) die „Schlacht bei Feldkirch“ statt, die größte Kampfhandlung auf Vorarlbergischem Gebiet in der gesamten bekannten Geschichte. Nachdem die Franzosen von der Schweiz her, in der Nähe von Sargans, den Rhein überschritten hatten, marschierten sie in Richtung Feldkirch, um die Stadt einzunehmen. Von Liechtenstein her stürmten sie einerseits um den Schellenberg herum, um die enge Kapfschlucht an der Ill zu überwinden und so direkt in die befestigte Stadt dahinter zu gelangen, andererseits wagten sie den Vorstoß über den Blasenberg und die „Letzte“. Auf allen Seiten wurde der Angriff vom Landsturm und den kaiserlichen Linientruppen erfolgreich abgewehrt. Ein Gemälde in der zuvor erwähnten Kirche St. Michael, das 1816 von Matthias Jehly fertiggestellt wurde, zeigt anschaulich die Kämpfe in diesem Gebiet.

Die heutige Stadt Feldkirch besteht aus mehreren Ortsteilen (Tisis und Tosters sind zwei davon), die ursprünglich allesamt selbständige Gemeinden gewesen waren. Im Jahr 1925 wurden diese Fraktionen zu „Großfeldkirch“ zusammengeschlossen. Manche älteren Leute kennen noch den „Fraktiönerlegeist“ und unterscheiden deutlich zwischen dem Ortsteil aus dem sie selbst stammen und Feldkirch, unter dem in diesem Fall nur die Innenstadt, kurz die „Stadt“ genannt, verstanden wird.

 
 

Details
1.)    Kirche Tosters – Kirche St. Michael: 1,8 km; Höhenbewältigung: 15 m aufwärts; Dauer: 25 Minuten.
2.)    Kirche St. Michael – Egelsee: 3,1 km; Höhenbewältigung: 10 m aufwärts,  30 m abwärts; Dauer: 35 Minuten.
3.)    Egelsee – Kirche Tosters: 3,8 km; Höhenbewältigung  100 m aufwärts,  95 m abwärts; Dauer: 45 Minuten.

Gesamt
            Strecke: 8,7 km; Höhenbewältigung: 105 m aufwärts, 105 m abwärts; Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten.

Viel Freude bei diesem Spaziergang wünscht der Bergfuchs.

 

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