Freitag, 15. Februar 2013

Vom Pfänder über Eichenberg nach Lochau

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 2
Dauer: 4 Stunden
Höhenunterschied: 50 m aufwärts, 700 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Pfänder, Eichenberg, Lochau
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus, Bahn nach Bregenz; Bus und Bahn in Lochau

 

Die Route
            Der Pfänder, der Bregenzer Hausberg, hoch über dem Bodensee, dem Schwäbischen Meer, bildet einer der schönsten Aussichtspunkte Vorarlbergs und insbesondere des Unterlands. Der Panoramablick ist an schönen Tagen atemberaubend. Von Nordosten, vom Allgäu, über den Bregenzerwald bis zu den Schweizer Bergen im Westen und Südwesten umkränzt eine eindrucksvolle Berglandschaft das Bild. Über dem Bodensee in Richtung Westen und Nordwesten blickt man weit bis nach Baden und nach Württemberg hinein; die Schwäbische Alp im Hintergrund und die Hügellandschaft des Hegau direkt über dem See, so zeigt sich dem Auge des Betrachters das Land, das zu seinen Füßen liegt.
(Theresienkapelle auf dem Pfänder)
 
            Die Bergstation der Pfänderbahn, die man mit der Panoramagoldelseilbahn von Bregenz aus innerhalb von sechs Minuten erreicht und die zu jeder vollen und halben Stunde fährt, bildet den Ausgangspunkt der heute beschriebenen Wanderung. Alternativ kann der Gipfel vom Stadtzentrum von Bregenz aus über verschiedene Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erreicht werden. Dafür braucht man etwa zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Der Anstieg beträgt dazu 650 Meter.

            Nachdem wir das Panorama auf zwei verschiedenen Seiten genossen haben (Rheintal/Bodensee und Bregenzerwald), wenden wir uns in Richtung Norden, am Gasthof vorbei und gelangen sogleich zu einem Wegweiser, der uns an einem Haus vorbei nach rechts uns aufwärts führt. Auf diesem Weg erreichen wir bereits nach etwa fünf Minuten den Gipfel, unterhalb dessen sich der fast hundert Meter hohe Sendemast befindet. Von dort geht es der Straße nach entlang zum Gasthof „Schwedenschanze“. Dieser urige Traditionsgasthof befindet sich genau in der Mitte der Schanze, die im 30jährigen Krieg zur Verteidigung gegen die Schweden angelegt wurde. Die Stadt Bregenz wurde im Jänner 1647 von schwedischen Truppen eingenommen. Die Wälle in dieser Gegend sind bis heute noch gut zu erkennen. Beim Parkplatz des Gasthauses geht es nun zwischen den Bäumen hindurch zur gleich darunter gelegenen Theresienkapelle. Vorbei an Ferienhäusern kommen wir bald über einen kleinen Pfad zur Kreuzung beim „Moosegg“. Dort folgen wir der Straße vorbei am Gasthof „Pfänder-Alp“ zum, nach etwa hundert Metern auftauchenden, Wanderparkplatz. Von hier aus bietet sich ein erster, sehr schöner Blick auf die Inselstadt Lindau, die sich nur wenig von der Küste entfernt im Bodensee befindet.
(Blick von der Bergstation der Pfänderbahn)
 
            Nun geht es zuerst einige hundert Meter der Straße entlang, vorbei an einem schönen alten Bauernhof, bis wir im Wald danach zu einer Abzweigung kommen, wo ein breiter, auch im Winter schön gebahnter Weg, auf dem Pfänderrücken in Richtung Jungholz weist, welches nach etwa einer halben Stunde erreicht wird. Bei Jungholz bleiben wir auf unserem Weg und gehen geradeaus weiter, folgen also nicht der Abzweigung zur etwas tiefer liegenden Häusergruppe.

            Wir folgen nun dem Pfänderrücken immer weiter in Richtung Hochberg, der über diesen sehr schönen Weg, der vor allem Ausblicke in den Vorderwald und ins Allgäu bietet, nach etwa einer halben Stunde erreicht wird. Unterhalb des Hochberges mündet unser Wanderweg in die von Eichenberg heraufführende Straße. Dieser Straße folgen wir nun einige hundert Meter abwärts in Richtung Nordwesten, bis wir zu einer Kreuzung kommen, wo uns ein Wegweiser nach rechts, nach Schüssellehen, führt. Wir gelangen auf dieser Straße nach etwa zehn Minuten nach Schüssellehen, wo sich der Hof „Fessler“ befindet. Nun folgen wir dort dem Weg abwärts (Vorsicht! Der Wegweiser weist nur aufwärts und gibt „Lutzenreute“ aufwärtsführend an. Abwärts, vorbei am Hof weist kein Wegweiser, der Weg selbst ist aber gut zu erkennen). Gleich am Anfang, nach dem Hof, befindet sich ein Fahrverbotsschild auf dem Weg, den wir nun in mehreren Kehren abwärts spazieren. Auf diesem Weg hat man im offenen Gelände einen großartigen Ausblick auf den Bodensee, das unter Rheintal mit den Schweizer Bergen und das etwas tiefer gelegene Dorf Eichenberg.
(Blick von Lutzenreute auf Eichenberg, den Bodensee und das untere Rheintal)

            In Lutzenreute folgen wir zuerst der Straße, die nach Backenreute führt und zweigen von dort am Waldrand unter den letzten Häusern bei einem Wegweiser, der nach Eichenberg-Dorf weist, ab. Auf diesem lieblichen Pfad, dem „Alten Gemeindeweg“, der gelb-weiß markiert ist, spazieren wir nun über mehrere kleine Stege, die über die einzelnen Bächlein führen, die hier am Hang überall talwärts fließen, etwa Dreiviertelstunden lang, bis wir bei Eichenberg herauskommen. Eine Handvoll Einkehrmöglichkeiten laden den Gast hier zu einer Rast und zu einer gehörigen Stärkung in Form von Speis und Trank ein.

            Der Weg hinunter, ins am Bodensee gelegene Lochau ist kaum zu verfehlen. Zuerst folgen wir der Straße etwa eineinhalb Kilometer lang, bis auf der linken Seite die „Alte Eichenberger Straße“ abzweiget. Diesem schönen Waldweg folgen wir nun durch den Wald, bis nach etwas mehr als eine halben Stunde auf der linken Seite eine Abzweigung erreicht wird, die nach etwa fünfzig Metern zu einer kleinen Anhöhe führt, auf der sich die Überreste der Burg „Alt Hofen“ befinden. Diese Ruine ist im Sommer bei dichtem Bewuchs kaum auszumachen, vor allem von der Straße her ist sie dann nicht zu sehen. Zudem ist auch der Bewuchs zwischen den dicken Mauerresten recht dicht, so dass es im steilen Gelände einiger Vorsicht bedarf, wenn einer sich die Stätte zu Gemüte führen möchte.
(Haus am Pfändergipfel im Hochwinter)

            Nach Besichtigung der Ruine geht es zurück zur Alten Eichenberger Straße, in einigen Kehren weiter hinunter ins Tal, bis wir bei den ersten Häusern von Lochau-Hofen herauskommen. Der Beschilderung folgend gelangen wir so zum Zentrum des Ortes bei der Kirche und dem Gemeindeamt. Von hier sind es nur noch wenige hundert Meter bis zur beim Seeufer gelegenen Eisenbahnhaltestelle Lochau-Hörbranz, wo unsere Wanderung ihren Abschluss findet.


Ruine Alt-Hofen
            Die heute sich im Privatbesitz befindliche Burgruine Alt-Hofen geht in ihren Ursprüngen auf das 12. Jahrhundert zurück. 1186 wird sie bereits als Stammsitz der „Ritter von Lochen“ erwähnt. Diese Ritter waren Dienstmannen der Grafen von Montfort-Bregenz. Wahrscheinlich ist, dass es sich bei Alt-Hofen um die bisher nicht gefundene „Burg Lochen“ handelt. Im 15. Jahrhundert kam die Burg zu den „Edlen Herren von Raitenau“, denen auch die nahe „Ruggburg“ bei Backenreute gehörte. Diese Raitenauer erweckten öfters den Unmut, nicht nur der örtlichen Bevölkerung, sondern auch der benachbarten schwäbischen Städte. Im Herbst 1452 taten sich einige davon, nämlich Lindau, Memmingen, Leutkirch, Kempten, Isny, Wangen, Ravensburg, Kaufbeuren, ja sogar Ulm, zusammen, um mit zehnfacher Übermacht den Raitenauern eine endgültige Lektion zu erteilen. Sowohl die Ruggburg als auch Alt-Hofen wurden von den Schwaben zerstört. Später, im 16. Jahrhundert, wurde die Ruine als Steinbruch zum Bau des Schlosses Neu-Hofen (erbaut von 1585-1616), kurz Schloss Hofen genannt, welches sich um einige tiefer, am oberen Ortsrand von Lochau befindet, benutzt. Es ist gut möglich, dass der berühmteste Raitenauer, Wolf Dietrich, der spätere Fürstbischof von Salzburg, der die Residenzstadt vortrefflich ausbauen ließ, 1559 auf Alt-Hofen geboren wurde.
(Ruine Althofen über Lochau)
 
Durch Hangrutschungen sind bald weitere Teile der Ruine verlorengegangen. 1986, zur 800jährigen Ersterwähnung des Ortes Lochau, wurde mit der teilweisen Konservierung der Burgreste von Alt-Hofen begonnen.
(Eingang zur Ruinenanlage)
            Um die Ruggburg und um Alt-Hofen ranken sich, wie bei den meisten Burgen und Burgruinen, einige Sagen.

 

 

Details
1.)    Pfänder – Lutzenreute: 7 km; Höhenbewältigung: 50 m aufwärts, 240 m abwärts; Dauer: 2 Stunden
2.)    Lutzenreute - Eichenberg: 2,5 km; Höhenbewältigung: 60 m abwärts; Dauer: 45 Minuten
3.)    Eichenberg – Lochau: 4,5 km; Höhenbewältigung: 400 m abwärts; Dauer: 1 Stunde, 15 Minuten

 
Gesamt
            Strecke: 14 km; Höhenbewältigung: 50 m aufwärts, 700 m abwärts; Dauer: 4 Stunde,

 

Ein schönes Wandererlebnis, wünscht der Bergfuchs.

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