Samstag, 1. Dezember 2012

Wiener Weihnachtsmärkte 2012

         Diese Mal besteht der Eintrag aus einem für dieses Blog untypischen Sujet. Statt einer Wanderung beschreibe ich heute, nachdem wir Morgen bereits den ersten Adventsonntag feiern, einige Wiener Weihnachts- und Christkindlmärkte. Die ersten davon haben bereits seit Anfang November geöffnet, seit dem letzten Novemberwochenende haben auch die letzten es ihnen gleichgetan. Noch bis Heiligabend werden die Märkte die Besucher mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen, ausreichend Einkaufsgelegenheiten bieten und mit diversen Attraktionen unterhalten. Bei der Auswahl wurden folgende Märkte berücksichtigt und in der angegebenen Reihenfolge erfolgt auch deren Beschreibung.

1.)    Museumsquartier
2.)    Am Hof
3.)    Spittelberg
4.)    Rathausplatz
5.)    Mahlerstraße
6.)    Mariahilfer Kirche
7.)    Altes AKH
8.)    Türkenschanzpark
9.)    Maria-Theresien-Platz
10.)           ResselparkKarlsplatz
11.)           Auf der Freyung
12.)           Schloss Belvedere
13.)           Schloss Schönbrunn
14.)           Riesenradplatz
 
 

1.      Museumsquartier
Die erste Advent-Location, die in dieser Saison ihre Pforten öffnete, war jene im großen Innenhof des Museumsquartiers zwischen Mumok und Leopoldmuseum. Der Markt besteht aus sechs modern-kühlen „Glashäusern“ und zwei Ständen aus Holz, lediglich vier hohe Tannen im Hintergrund sorgen für eine leichte Waldstimmung. Durch seine kühle Atmosphäre kommt im Museumsquartier erst am Abend Stimmung auf, wenn die runden Bars orange-gelb, rot und blau-lila beleuchtet sind. Der einzige Duft, der die Luft hier schwängert, ist jener von Glühwein, Punsch und Glühmost, dafür allerdings recht ausgiebig.
Der Markt wird fast ausschließlich von jungen Leuten besucht, vornehmlich von Schülern, Studenten und junge Erwachsenen, die sich nach der Arbeit treffen, um noch eine (meist flüssige) Stärkung zu sich zu nehmen.

Das kulinarische Angebot bietet ein reichhaltiges Sortiment an warmen und kalten, in den meisten Fällen alkoholischen, Getränken. Wer etwas essen möchte, muss sich mit einigen wenigen, einfachen Gerichten, wie Kartoffelpuffern, Würsteln oder heißen Maroni, begnügen. Was an dieser Location auffällt sind die gemütlichen Sitzgelegenheiten, die sich in den „Röhren“ bieten. Diese Plätze sind jedoch schnell belegt, und schwer zu ergattern, wenn es am Abend turbulenter zugeht. Dafür gibt es im Freien viel Platz; auch die roten Tresen, die dort aufgestellt wurden, bieten ausreichend Gelegenheit miteinander zu trinken und sich kennenzulernen. Die Preise für Glühwein, Punsch und Glühmost bewegen sich alle im Bereich von Euro 3,5 herum.
Der Markt erinnert etwas an eine Schneebar, in der man sich nach dem Après-Ski trifft und sich Verabredungen für den Abend sichert. Wer einen klassischen Christkindlmarkt mit Reisig, Lebkuchen, Weihnachtsschmuck und dergleichen erwartet, ist im Museumsquartier fehl am Platz. Wer jedoch darauf aus ist schnell mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen, neue Bekanntschaften zu schließen und dessen Vorlieben im modernen, urbanen Stil liegen, für den empfiehlt sich ein Besuch jedoch wärmstens.

 
2.      Am Hof
Der klassische Weihnachtsmarkt am Hof, der bereits am 9. November öffnete, besticht vor allem durch seine Ausrichtung auf Kunsthandwerk und kulinarische Schmankerln. Das Angebot umfasst von klassischen Weihnachts-Accessoirs wie Wiener Schneekugeln, Krippen- und Heiligenfiguren, warmer Bekleidung wie Schals, Mützen und Handschuhe über Töpferarbeiten, Schmuck, handgemachte Puppen oder Korbflechtarbeiten bis hin zu besonders originellen Einfällen, wie etwa die „Bierflaschenuhren“, die sogar musterrechtlich geschützt sind, ein großes Warenangebot.  
Die kulinarischen Köstlichkeiten reichen von Süß bis Sauer, von eigelegten Gurken, fruchtigen Marmeladen, bis zu warmen Mehlspeisen. Daneben laden zünftig-deftige Fleisch- und Wurstwaren und lokale Brände und Weine ein, als ein besonderes Weihnachtsgeschenk zu dienen (wenn man denn so lange warten kann). Auch ein reichhaltiges Angebot an Schokolade, Waffeln, Zuckerln (z.B. „Drop Shop“) und anderer Süßwaren, lassen die Herzen der jungen und jung gebliebenen Naschkatzen höher schlagen.

Am Hof bieten etliche Stände, die allesamt aus Holz bestehen, warme und kalte Speisen an, um die hungrigen Marktbesucher zu verköstigen. Freilich ist auch für die trockene Kehle gesorgt und sollte es besonders kalt werden, dienen auch Glühwein und Punsch dazu für die entsprechende Wärme zu sorgen (zumindest psychologisch gesehen). Dieser Weihnachtsmarkt umfasst ein relativ großes Angebot an nichtalkoholischen Getränken und auch das Publikum des Marktes ist mehr am Genuss lokaler Köstlichkeiten und am Erwerb edlen Kunsthandwerks interessiert, denn an einer Gelegenheit die Luft mit Alkoholschwanden zu erfüllen.
Der Markt empfiehlt sich vor allem für Menschen, die einen traditionellen Weihnachtsmarkt erleben wollen. Gerade auch für Familien mit Kindern, auch mit kleinen Kindern, bietet er sich wunderbar an.

 
3.      Spittelberg
Der Weihnachtsmarkt am Spittelberg, im siebten Bezirk, gilt als ein Geheimtipp. Zurecht, denn gerade wer einen Markt mit kleinstädtischer Atmosphäre sucht, findet im biedermeierlichen „Gräzl“ in der Nähe der Stiftskaserne, genau das Passende. In den autofreien Gassen, zwischen niederen, schön gepflegten Häusern mit Kunsthandwerksläden, Ateliers und ansprechend gemütlichen Gaststuben, befinden sich seit dem 15. November die zahlreichen, meist kleinen „Standln“ aus Holz, schön geschmückt mit Reisig, weihnachtlichem Behang und  entsprechender Beleuchtung. Beinahe könnte hier vergessen werden, dass man sich mitten in der Großstadt befindet. Ein anregender Geräuschpegel fröhlicher Marktbesucher tauscht hier den Platz mit dem gewöhnlichen Straßenlärm, Schon weht dem Besucher ein warmer würzig-aromatischer Duft nach Zimt, Äpfeln, Orangen und Nelken entgegen, der in den engen, kopfsteingepflasterten Gassen sich entfaltet wie ein edler Tropfen im passende Glase.
Das Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten ist sehr umfangreich und reicht von Süß bis Sauer, von Mild bis Würzig. Ein besonderer Tipp sind die großen Laugenbrezeln, die in allen möglichen Variationen angeboten werden, vom Original über solche mit Schokoladeüberzug bis hin zu einer Art mit Marzipanbedeckung. Auch eine „Buchtel-Hütte“ bietet mit diversen Füllungen, die leckere Mehlspeise an, von der sich ihr Name ableitet.

Besonders schön sind die Stände, die Kinderspielzeug anbieten. Meist ist dieses auf „alt“ gemacht und besteht aus natürlichen Materialien, vornehmlich aus Holz. Auffallend sind auch die vielen Stände, die Bekleidung feilhalten. Hüte, Mützen, Pullover, Schals und dergleichen werden in sehr schönen Modellen an mehrere Stellen angeboten.

Am schönsten ist der Markt, wie bei den meisten anderen auch, am Abend, wenn die Dunkelheit über die Stadt hereingebrochen ist. Am Spittelberg kommt jedoch noch hinzu, dass durch die warme, gelbe Straßenbeleuchtung der Laternen, welche dem Modell nach  an frühere Zeiten erinnern, diese Stimmung noch verstärkt untermauert wird. Zu bedenken ist jedoch, dass am Spittelberg aufgrund der räumlichen Enge, am Abend und an den Wochenendes es recht eng werden kann und wer den Trubel meiden möchte, eher die Nachmittage für seinen Besuch wählen sollte (der Markt öffnet ab 14 Uhr).
Wenn es einen Weihnachtsmarkt für Individualisten in Wien gibt, dann ist es jener am Spittelberg – aber nicht nur. Er ist ebenso ein Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen, vom Kleinkind bis zu den Großeltern. Lediglich wer eine traditionelle Christkindlmarkt-Atmosphäre für zu kitschig hält, wir auf eine andere Location ausweichen – vielleicht ins Museumsquartier, das nur ein paar Gehminuten entfernt liegt.

 
4.      Rathausplatz
Der bekannteste und größte Christkindlmarkt Wiens, befindet sich auf dem Rathausplatz zwischen dem Rathaus und dem Burgtheater. Mit über hundertvierzig Ständen, ist er unumstritten die Nummer eins der Stadt, wenn es um die schlichte Größe geht. Nichtsdestotrotz wäre es fehl am Platz hier von reinem Kommerz zu sprechen, denn wenngleich einiges an Kitsch zu finden ist, so überwiegt auch hier die Konzentration auf Traditionelles, Originelles und teilweise sogar auf Handwerkliches und Kunst.
Trotz der Größe des Platzes, ist der Markt spätestens ab den Mittagsstunden gut besucht und damit entsteht bald ein ordentliches Gedränge. Zudem besuchen insbesondere an den Wochenenden Tagesausflügler den Christkindlmarkt, die oft extra aus diesem Grunde mit Bussen anreisen. Es ist also am Rathauspark meistens damit zu rechnen, dass es recht eng wird, was besonders dann unangenehm werden kann, wenn man sich mit Punsch oder Glühwein stärkt.

Das Angebot auf dem Markt ist im Allgemeinen sehr groß. Kulinarisch werden viele Speisen und Getränke angeboten, von Würsteln, Bratkartoffeln, Langos und Raclette bis hin zu Backwaren aller Art und süßen Konditoreiprodukten. Was die, vor allem warmen, Getränke anbelangt, ist hier fast alles zu bekommen. Glühwein und Punsch in allen möglichen Variationen, von denen die meisten annehmbar bis gut munden. Abzuraten ist allerdings vom Orangenpunsch. Dieser schmeckt, wie bereits in den vergangenen Jahren, sehr künstlich und scheint niemals die geringste Spur einer natürlichen Orange gesehen zu haben. Bei Kirsch- und Beerenpunschen sieht es in den meisten Fällen ähnlich aus.

Neben den Angeboten für das leibliche Wohl, befinden sich hier Anbieter aller möglicher, meist typischer, Waren und Geschenke der Advents- und Weihnachtszeit. Kerzen, Weihnachtsschmuck, Schals und Zipfelmützen, Schneekugeln, Dekorationsartikel – kurz: alles, was man auf einem klassischen Weihnachtsmarkt erwartet, in einem großen Sortiment und teilweise ergänzt um die eine oder andere kuriose oder witzige Idee.

Für Kinder gibt es einige besondere Attraktionen. So bietet sich die Möglichkeit des Ponyreitens oder einer Fahrt mit dem Christkindelexpress an, einem Züglein, das regelmäßig seine Runden durch den Park zieht. Ebenfalls im Park, befinden sich ein „Postamt“ und eine Krippe, bei der von Donnerstag bis Sonntag das „Christkind“, jeweils zwischen 17 und 17.30 Uhr Weihnachtgeschichten vorliest. Im Eingangsbereich des Rathauses befinden sich große Schaukästen mit einigen ausgestellten Krippen. Im Rathaus selbst gibt es eine Bastelwerkstatt für die kleinen Besucher des Marktes. An den Vormittagen wird die Lokation auch oft von Kindergärten und Schulklassen besucht. Der Vormittag und der frühe Nachmittag sind auch die idealen Zeiten, um mit Kindern den Markt zu besuchen, je später es wird und je mehr sich der Markt mit Menschen füllt, desto mehr verlagert sich auch der Schwerpunkt in Richtung älteres Publikum.
Der Markt ist der Klassiker unter den Wiener Weihnachtsmärkten und obwohl er jedes Jahr (fast) genau dasselbe bietet, ist und bleibt er doch ein Fixpunkt im Vorweihnachtsprogramm.

 
5.      Mahlerstraße
Der kleine Weihnachtsmarkt in der Mahlerstraße liegt gleich neben der Staatsoper, in der überdachten Fußgängerzone, wo sich auch der Eingang zu den Ringstraßen-Galerien befindet. Dieser feine Markt bietet ausschließlich kulinarische Köstlichkeiten an. Im heurigen Advent steht der Schwerpunkt Italien auf dem Programm; Käse und Wurst vom Feinsten machen bereits vom bloßen Hingucken Appetit. Zu empfehlen sind vor allem die „Sizilianischen Spezialitäten“, Süßigkeiten der exklusiven Art, die einen ganz besonderen Gaumengenuss zaubern! Daneben bieten die fünfzehn einheitlichen, aus hellem Holz bestehenden, Hüttchen auch Delikatessen aus Frankreich und Ungarn an. Auch österreichische Süßwaren, nach traditioneller Art hergestellt, werden angeboten. Nicht zu vergessen ist natürlich auch hier die Möglichkeit einen heißen Punsch zu sich zu nehmen.
 
Der vollständig unter einem mit Lichtern geschmückten Glasdach gelegene Markt, öffnet jeden Tag um elf Uhr und hält bis einundzwanzig Uhr offen. Er bietet sich besonders nach dem Shopping oder einem Termin in der City an, um eine warme Stärkung zu sich zu nehmen und das eine oder andere exklusive kulinarische Mitbringsel zu besorgen.  

 
6.      Mariahilfer Kirche
Die Stände, die das Märktchen bei der Marihilfer Kirche, im sechsten Wiener Gemeindebezirk bilden, gruppieren sich einerseits um das Haydndenkmal, direkt vor der Kirche Mariahilf und reichen andererseits von dort in einer Reihe, etwa fünfzig Meter weit, dem breiten Bürgersteig entlang, bis auf die Höhe des „Gerngroß“.
Auf dem Kirchplatz, in dessen Mitte sich die Statue des Komponisten Joseph Haydn befindet, stehen im Halbkreis arrangiert vier große Buden, von denen zwei  süße Backwaren und Mehlspeisen (Apfelstrudel), sowie Wurst- und Fleischwaren anbieten. Der „Apfelstrudelstand“ hat sich dabei auf Speisen und Getränke aus Äpfeln spezialisiert. Der dort erhältliche Bratapfelpunsch schmeckt ausgezeichnet – nach natürlichen reifen Äpfeln, nicht das künstliche Aroma, das ansonsten nicht selten anzutreffen ist. Die beiden Stände auf der anderen Seite des Platzes bieten „Bauernschmankerln“, sowie Glühwein und Punsch an.
Auf keinen Fall darf vergessen werden den Backwarenstand zu erwähnen, der den Anfang der Reihe auf dem Bürgersteig macht. Herrlich lockere Krapfen, Kuchen mit Maroni- und Kürbisgeschmack und viele weitere Leckereien werden dort feilgehalten. Die weiteren Stände umfassen ein Angebot von (den bekannten) Mariazeller Lebkuchen, über diverse Winterbekleidungsstücke (vor allem Schals und Mützen), Taschen und Christbaumschmuck bis hin zu einem Langos-Stand und dem alljährlichen „karitativen“ Punschtrinken beim „Gruftstandl“, welches den Abschluss bildet.

 
7.      Altes AKH
Das Weihnachtsdorf im großen Innenhof (Universitäts-Campus) des Alten AKH, öffnete seine Pforten am Samstag den 17. November. Die Öffnungszeiten sind mit vierzehn (samstags, sonntags und feiertags ab elf Uhr) bis einundzwanzig Uhr angegeben, wobei die Gastronomie, je nach Bedarf (und einen solchen wird es wohl öfters geben) auch bis zweiundzwanzig Uhr geöffnet haben wird. Ein genereller Kritikpunkt an den Weihnachtsmärkten in Wien in den vergangenen Jahren war stets, dass diese bereits um 21 bzw. 22 Uhr geschlossen hatten, während das Publikum gerne längere Öffnungszeiten (meist bis 24 Uhr) gewünscht hätte. Auch eine Verlängerung der Marktzeiten über Weihnachten hinaus, bis Silvester, wurde oft erwähnt (Punsch und Glühwein würden auch nach den Festtagen noch gerne konsumiert werden und die Standeln könnte in der Neujahrsnacht sicher mit einem guten Umsatz rechnen). Jedenfalls wurden in der Vergangenheit gerade im Alten AKH diese Kritikpunkte besonders geäußert, was überraschenderweise nicht nur daran liegt, dass aufgrund des Universitätscampus‘ sich hier viele Studenten befinden. Dieses Weihnachtsdorf ist vor allem auch für Familien mit Kindern sehr einladend. Für die Kleinen steht ein großer Spielplatz bereit, zudem gehört zum Markt auch ein Karussell und die Möglichkeit mit einer „Eisenbahn“ auf Schienen zu fahren, wird ebenfalls angeboten.
Was beim Weihnachtsdorf auffällt ist das geschickte Arrangement der verschiedenen Angebote. So befindet sich im Zentrum ein „Punsch-Stadl“, ein Pavillon, dessen Name Programm ist und der zusammen mit anderen Ständen, die Essen und Getränke anbieten, um einen „Platz“ mit hölzernen Stehtischen angeordnet ist. So konzentrieren sich die hungrigen und durstigen Marktbesucher in diesem Bereich. Im „Punsch-Stadl“ findet von Mittwoch bis Samstag jeweils ein „Après-Xmas“ mit Live-DJs, ab 22 Uhr, statt. Damit bildet er das „Partyzentrum“ der Location. Die Buden, die Geschenkartikel, Kerzen, Traumfänger, Honig, Mützen und dergleichen, sprich nicht sofort zu konsumierende Waren anbieten, befinden sich dagegen peripher von diesem „kulinarischen Zentrum“ des Weihnachtsmarktes. Die Bezeichnung „Dorf“ ist für das weihnachtliche Geschehen im Alte AKH sehr zutreffend gewählt worden, denn die Anordnung der Stände entspricht tatsächlich der eines Ortes in ländlicher Gegend. Ein sehr schöner Weihnachtsmarkt, nicht nur für Studenten und junge Familien.
 
8.)    Türkenschanzpark
Der Weihnachtsmarkt im weitläufigen und sehr schön angelegten Türkenschanzpark befindet sich an dessen nördlichem Ende, direkt beim Eingang neben der Universität für Bodenkultur. Er besteht hauptsächlich aus zwei, um runde Plätze angeordnete, Standlgruppen, die einen einheitlichen Anstrich in kräftigem Rot tragen. In der Mitte eines dieser Plätze steht ein (heuer) rot und silbern geschmückter Tannenbaum. Bei diesem sorgt auch Musik vom Band für eine entsprechende Stimmung. Der Markt bietet das Übliche, was von einem Weihnachtsmarkt erwartet werden kann, mit Glühwein- und Punschständen, dem einen oder anderen Standl mit warmen Wintersachen, sowie ein wenig vom sonstigem, jahreszeitlich bedingten, Schnickschnack. Darüber hinaus ist jedoch nichts Außergewöhnliches auszumachen.
Auf diesem Christkindlmarkt sind ausnahmsweise, im Gegensatz zu den meisten anderen Märkten dieser Art in Wien, auch Hunde gestattet. Sogar eine eigene „Hundetankstelle“ befindet sich bei einer der Buden. Der Markt ist täglich von fünfzehn bis zweiundzwanzig Uhr geöffnet, am Wochenende ist der Beginn jeweils auf zwölf Uhr vorverlegt.
Am besten empfiehlt sich der Markt als Abstecher für die ganze Familie, die am Sonntagnachmittag einen Spaziergang durch den, auch im Herbst und Winter reizvollen, Türkenschanzpark macht. Das Karussell für die Kleinen und der Punschstand für die Großen; so schließt ein schöner Sonntagnachmittag im Advent nicht selten ab. Zum Wohl!

 
9.)    Maria-Theresien-Platz
Das Weihnachtsdorf am Maria-Theresien-Platz, zwischen dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum, ist kreuzförmig um die (derzeit eingerüstete) Statue der Kaiserin Maria Theresia formiert worden. Die Anordnung der Stände ist nicht nur völlig symmetrisch erfolgt, was durch die Vorgabe des großen Platzes zwischen den Museum geradezu obligatorisch ist, sondern darüber hinaus ist auch das Arrangement nach den diversen Angeboten recht gut gelöst worden. So befinden sich vor den Eingängen zu den beiden Museen jeweils zwei sechseckige Pavillons, in denen heiße Getränke ausgeschenkt werden. An den beiden Eingängen des Weihnachtsdorfes, am Burgring und am Museumsplatz, stehen ebenfalls jeweils zwei große Buden, die gleichfalls Flüssig-Wärmendes für die Kehle anbieten. Hier ist allerdings anzumerken, dass die hölzernen Stehtische, die jeweils zu den Anbietern dazugehören, leicht den Zugang zum Markt blockieren können, vor allem dann wenn gegen Abend oder am Wochenende mit verstärktem Besucherandrang zu rechnen ist. Es kann also schon mal eng werden, wenn ein Besuch des Weihnachtsdorfes auf dem Programm steht.
Das Angebot des Marktes selbst ist recht umfangreich und besteht vor allem in allerlei Kunsthandwerk. Neben Christbaumschmuck, Kleidung, Bildern, Duftkerzen und Accessoires, werden einige Besonderheiten angeboten; so etwa an einem Stand Glaskunst aus Murano (Masken, Glasringe, Christbaumarrangements etc.), oder an einem anderen bunte Holzfiguren für Kinder, die wie ein Puzzle aus einzelnen Elementen bestehen, die zusammengesteckt werden. Daneben gibt es einen Stand, der sich auf Wiener Schneekugeln spezialisiert hat; auch ein Souvenirstand findet sich, neben einer ganzen Reihe von anderen Anbietern.
Was die kulinarische Palette anbelangt, so gibt es neben den bereits erwähnten Glühwein- und Punschständen ein paar weitere Anbieter auch von Speisen, wie etwas Kaiserschmarren, Krapfen, kandierte Früchte, Mandeln, Lebkuchen und mehr. Abgesehen davon wurde vor dem Kunsthistorischen Museum eine kleine Bühne aufgebaut auf der gelegentlich ein Unterhaltungsprogramm stattfindet. Informationen dazu können den dort aufliegenden Foldern entnommen werden.
Der Markt öffnete am 21. November und hat, anders als die meisten Wiener Weihnachtsmärkte, über Heiligabend hinaus, bis zum 26. Dezember (Stefani), geöffnet. Die Öffnungszeiten sind mit 11 – 21 Uhr (optional auch bis 22 Uhr) angegeben.

 
10.)           Auf der Freyung
Am Freitag, den 23. November, öffnete der Altwiener Christkindlmarkt auf der Freyung, neben der Schottenkirche. Betritt man das Gelände neben dem Brunnen, gegenüber dem Palais Ferstl, so schlägt einem sogleich ein süßes Aroma von Schokolade und Zuckerwerk entgegen. Ein Hauch von Nostalgie weht durch die engen „Gassen“ zwischen den Standeln, die alle sehr schön mit Reisig „eingerahmt“ sind, und macht dem Namen des Marktes damit alle Ehre. Ein hoher, sehr schön gewachsener Weihnachtsbaum bildet einen Blickpunkt, gerade auch vor dem Hintergrund der schönen historischen Gebäude (Palais Ferstl, Palais Rothschild, Schottenstift etc.), die den kopfsteingepflasterten Platz umgeben. Trotz des relativ engen Raumes umfasst der Christkindlmarkt ganze 52 Anbieter!
Regelmäßig finden an den Wochenenden Kunsthandwerk-vorführungen statt. Auf der überdachten Bühne wird ein Rahmenprogramm abgehalten, das neben Adventmusik auch Kasperltheatervorführungen für Kinder umfasst. Das entsprechende Programm kann direkt bei der Bühne selbst nachgesehen oder im Internet abgefragt werden.

Das Marktangebot umfasst etwa zur einen Hälfte kulinarische Köstlichkeiten aller Art und zur anderen Hälfte Kunsthandwerk, diverse Mitbringsel und dergleichen. Besonders schön ist beispielsweise das Angebot an buntem Holzspielzeug für Kinder, Weihnachtsschmuck (vor allem Christbaumschmuck) in einer begehbaren Hütte oder ein Stand, der ein sehr umfassendes Sortiment an schönen Kerzen führt. Auch handgemachte Krippen und passende Figuren finden sich an einem Stand, an weiteren Textilien, Schmuck und anderes, was für einen Weihnachtsmarkt typisch ist. Das kulinarische Angebot umfasst neben Brezeln, heißer Schokolade, Glühwein und Punsch auch einige besondere Spezialitäten, wie etwa eine ungarische Teigrolle, die direkt vor den Augen des Besuchers zubereitet wird und noch warm in diversen Aromamischungen (je nach Geschmack) gewälzt wird.
Der Markt ist in jedem Fall etwas für Nostalgiker und Leute, die eine gewisse Zeitlosigkeit erleben wollen. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein und gerade daran finden einige ein großes Gefallen, in einer Welt, die nicht selten als sehr hektisch empfunden wird. Zu bedenken ist bei diesem Markt allerdings, dass er nur recht wenig Platz bietet und man deshalb sehr schnell auf „Tuchfühlung“ geht. Nichtsdestotrotz tut dies der Atmosphäre keinen Abbruch und diesen Markt nicht besucht zu habe wäre recht schade.

 
11.)           Resselpark / Karlskirche
Der Markt am Resselpark, beziehungsweise vor der Karlskirche, gehört zu den weitläufigeren in Wien und mit Sicherheit auch zu einem der interessantesten. Spezialisiert ist er vor allem auf Kunsthandwerk, wobei er eine große Vielfalt dabei aufweist. Die Anordnung der Stände erfolgt einerseits um das große ovale Bassin von der Karlskirche, andererseits entlang der „Verästelungen“ der Wege des Resselparks. Im Gegensatz zu vielen anderen Märkten sind die einzelnen Buden nach Größe, Farbe, Form und Beschmückung sehr unterschiedlich gestaltet. Individualität wird hier offensichtlich in jeder Form sehr hoch geschätzt.
Kunsthandwerk ist das große Thema dieses Christkindlmarktes und dieses sehr umfangreiche Angebot umfasst Glas-, Holz-, Stein- und Metall-, Textil-, Keramik-, Kosmetik-, Malerei- und Fotografie-, Wachs-, Leder- und Schmuckarbeiten. Es dürfte sich deshalb für fast jeden Geschmack ein ansprechendes Weihnachtsgeschenk dort finden lassen. Der Markt bürgt für Qualität und dafür, dass es sich bei den Arbeiten um handgemachte Unikate handelt, die „keine Handelsware“ seien („devina art – Hand drauf!“), wie eine Hinweistafel die Besucher unterrichtet.

Neben dem Kunsthandwerk kommt freilich auch die kulinarische „Kunst“ nicht zu kurz. Einige Stände bieten regionale Schmankerln (zum Beispiel aus der Steiermark oder dem Burgenland) an. Daneben gibt es einige weitere, die Waffeln, Suppen, Vegetarisches oder auch Crêpes anbieten. Was Glühwein und Punsch anbelangt, so wird man im Resselpark ebenfalls sehr ordentlich versorgt. Apfel-Ingwer-, Apfel-Zwetschke- und Beerenpunsch, alles ist vorhanden, bis hin zu einem Quittenpunsch. Und siehe da, auf diesem Weihnachtsmarkt schmeckte mir sogar der Orangenpunsch!

Besonders zu erwähnen ist bei diesem Weihnachtsmarkt das große Angebot für Kinder. Das (im Winter) wasserfreie Bassin vor der Kirche wurde zu einer Art „Kinderland“ umgestaltet. Neben einer „Sternenwerkstatt“ (Kerzenziehen, Basteln, Malen), einem „Himmelszelt“ und einer Koppel (Krippe) mit lebenden Tieren, befindet sich dort auch das „Wiener Pony-Karussell“ (Ponyreiten).  Etwas weiter im Inneren des Weihnachtsmarkts findet sich ein originelles Ringelspiel, Marke „Eigenbau“, das durch menschliche Muskelkraft, mittels eines Fahrrades (das Vorderrad wurde entfernt und die Gabel stattdessen mit dem Karussell verbunden) angetrieben wird. Auch eine Kindereisenbahn gibt es, neben einem Stand, der extra „Bio-Kinderpunsch“ anbietet. Mit etwas Glück kann man auch einen „Leierkastenmann“ antreffen, der in passender Aufmachung Musik ertönen und etwas Nostalgie aufkommen lässt.
Insgesamt umfasst der Markt ganze achtzig Stände und ist meist zu jeder Tageszeit gut besucht. Die Karlskirche als Touristenattraktion, sowie die unweit davon entfernt gelegene Sezession und das schöne Musikvereinshaus locken ebenfalls eine Menge Besucher an. Die nahe Technische Universität sorgt überdies für ein junges Publikum, das hier auch zu jeder Zeit anzutreffen ist. Dieser Weihnachtsmarkt darf in keiner Liste der Wiener Christkindlmärkte fehlen und ein Abstecher zu ihm wird den Besucher sicher nicht enttäuschen. Der einzige Wehmutstropfen ist das frühe Ende des Marktes, das bereits mit zwanzig Uhr angegeben ist.

 
12.)           Schloss Belvedere
Auf der Südseite, beim großen Bassin (Haupteingang) des Barockschlosses Belvedere, im dritten Wiener Bezirk, befinden sich die Stände, die den dortigen Weihnachtsmarkt bilden. Der Markt selbst gehört nicht zu größten Wiens, doch umfasst er alles, was von einem solchen um diese Jahreszeit und aus dem angegebenen Anlass (Advent) heraus erwartet wird.
            Beim kulinarischen Angebot fallen drei Stände auf, die regionale Spezialitäten aus den Bundesländern bieten. Die Bundeshauptstadt selbst ist mit einem Doppelstand („Spezialitäten aus der Heimat des Prinz‘ Eugen“) vertreten. Nachdem die Heimat des Prinzen Eugen ursprünglich Frankreich (Savoyen) war, werden an diesem Stand auch entsprechende Crêpes angeboten. Daneben haben auch die Steiermark und Kärnten ihre eigenen Stände aufgefahren. Eine eigene „Lebkuchenhütte“ bietet an, was der Name bereits verspricht; kandierte Früchte finden sich an einem anderen Stand und auch der so beliebte Drink „Hugo“ kann an einem sechseckigen Punschstandl konsumiert werden.

            Neben Essen und Trinken bietet der Markt die üblichen Dinge eines Adventmarktes an: Warme Textilien, Schmuck, Dekorationsgegenstände, Taschen, Duftlampen und Ähnliches finden sich vor. Auch die „Bierflaschenuhren“, die bereits bei der Beschreibung des Weihnachtsmarktes am Hof erwähnt wurden, finden sich hier an einem Stand (wie übrigens auch an anderen Märkten, wie etwa auf jenem am Maria-Theresien-Platz). Für die Kinder stehen ein Karussell und eine Eisenbahn als Attraktionen bereit.
            Der Besuch des Weihnachtsmarktes beim Schloss Belvedere bietet sich vielleicht gerade an einem Sonntagnachmittag an, nachdem man wieder einmal etwas für die Kultur getan und sich eine Ausstellung im Schloss angesehen hat. Freilich kann und soll der Markt auch um seiner selbst Willen besucht werden. Steht man am schmiedeeisernen Haupttor des Schlosses und blickt über das Bassin zum Schlossportal mit dem davor befindlichen Markt, dann bietet sich, nachdem die Dunkelheit hereingebrochen ist, mit seiner Beleuchtung ein sehr schöner Anblick. Manchen mag dieser vielleicht etwas zu kitschig erscheinen, doch ein passendes Fotomotiv ist es allemal.

 
13.)           Schloss Schönbrunn
Mit dem Weihnachtsmarkt auf dem großen Vorhof des Schlosses Schönbrunn, hat am Samstag, den 24. November auch der letzte der großen Märkte der Vorweihnachtszeit in Wien seine Pforten geöffnet. Die vielen, in einheitlichem Dunkelgrün gehaltenen, Stände sind in einem großen Quadrat, direkt vor dem Haupteingang des barocken Schlosses, arrangiert. Dabei erfolgt der „Einlass“ in dieses Quadrat von drei Seiten. Passend zur strengen Symmetrie des Schlosses und seiner Anlagen ist auch der Weihnachtsmarkt dementsprechend angeordnet. Von Nord nach Süd verläuft eine Achse, an der das Arrangement der Stände auf der einen Seite auf der anderen Seite gespiegelt wird.
 Im Zentrum, bei der Südfront des Marktes, erhebt sich eine mächtige, bei Dämmerung und Dunkelheit beleuchtete Tanne, die einen herrlichen Anblick vor der gelben Fassade des Schlosses bildet. Direkt vor dem Christbaum befindet sich die Bühne, auf der regelmäßig ein Rahmenprogramm (z.B. Musik) stattfindet. Unterhalb der Bühne, hinter Glas, steht eine Krippe mit einer Vielzahl verschiedenster Figuren, was vor allem Kinder dorthin lockt. 

Dieser weihnachtliche Markt bezaubert geradezu mit seinem kunsthandwerklichen Angebot, das nicht nur besonders reichhaltig, sondern darüber hinaus qualitativ sehr hochwertig ist und zudem aus verschiedenen Regionen Österreichs, sowie aus einigen Nachbarländern stammt. Es finden sich Anbieter aus allen möglichen handwerklichen Bereichen; von handgeschnitzten Krippen und Krippenfiguren, Papier- und Schachtelkrippen, Stroharbeiten, Blech- und Holzspielzeug, Plüschtiere, Glasgravuren, leuchtende Kerzenhäuser, handbemalte Glaskugeln, über Keramiken, Bienenwachskerzen, original Wiener Schneekugeln, nostalgische und lustige Schilder bis hin zu Produkten einer Seifensiederei. Ganz besonders schön sind ein Stand, der Weihnachtsdekorationen und Spielzeug aus dem Erzgebirge anbietet und ein anderer der auf barocken Weihnachtsschmuck spezialisiert ist. Auch aus der Oberlausitz und aus Budapest sind  Anbieter angereist. Auf dem ganzen Markt ist keinerlei Kitsch oder sonstiger billiger Kommerz zu finden, die außerkulinarischen Angebote bestechen allesamt durch ihre feine Auswahl und die Liebe zum Detail.

Was Speis und Trank anbelangt, so befinden sich die entsprechenden Stände teilweise in der Reihe der Stände, die das „Quadrat“ bilden, teilweise aber auch etwas ins Innere des Platzes gerückt. Dort finden sich an größeren, sechseckigen, pavillionartigen Hütten eine reiche Auswahl an Getränken und Speisen. Eine kleine Auswahl an Speisen: Raclette, Knödeln, gebackene Apfelspalten, Schupfnudeln mit Nüssen und Apfelmus, Krautfleckerln, Gulasch, Donuts mit allerleid Füllungen oder Crêpes und Waffeln. Bei den Getränken wurden unter anderem gesehen und mitunter verkostet: „Uhudlerglühwein“, „Sissy-Punsch“, Amaretto-Kirsch-Punsch, Apfel-Zimt-Punsch, Marillen-Punsch, Kokos-Punsch oder Vanille-Eierlikör-Punsch. Die Preise für Glühwein und Punsch bewegen sich meist im Bereich von 3,5 bis 4 Euro (der zusätzlicher Tassenpfand von 2 Euro ist zu beachten).
Nachdem das Schloss Schönbrunn die bei weitem größte Touristenattraktion Österreichs ist und zu jeder Jahreszeit von Gästen aus aller Welt besucht wird, ist auch dieser Weihnachtsmarkt von vielen ausländischen Besuchern bevölkert. Es sind aber gerade auch sehr viele Einwohner Wiens selbst, die, nicht nur nach Feierabend, anzutreffen sind, denn der Markt gehört bei vielen zum Fixprogramm im Advent. Möchte man sich ganz gemütlich die vielen Kunsthandwerksstände ansehen, dann empfiehlt sich ein Besuch besonders am Vormittag (der Markt öffnet täglich um 10 Uhr und hat bis 21 Uhr geöffnet). Zu anderen Zeiten herrscht in der Regel großer Andrang vor den Ständen. Bei den Buden mit kulinarischen Angeboten kann es zu „Stoßzeiten“ (am Abend und an den Wochenenden) schon vorkommen, dass man etwas länger in einer Reihe auf sein Getränk oder seine Mahlzeit warten muss. Unerwähnt darf hier auch nicht bleiben, dass sich in der Nähe der Wagenburg (außerhalb des „Quadrats“ des Marktes) für Kinder eine „Weihnachtswerkstatt“ befindet.

Der Schönbrunner Markt besticht durch sein großartiges Ambiente mit einer grandiosen Kulisse und einer sehr geschmackvollen Gesamtgestaltung. Es ist gelungen Altes und Innovatives auf wunderbare Weise miteinander zu verbinden, den vorhandenen Platz optimal zu nutzen und eine ansprechende Atmosphäre für Wienbesucher und Einheimische zuwege zu bringen. Und was mich persönlich anbelangt, so ist dieser Markt die eindeutige Nummer eins!

 
14.)           Riesenradplatz
Auf dem Riesenradplatz, im Wiener Prater, befindet sich der auf dem kreisrunden Gelände im Eingangsbereich des Vergnügungsparkes arrangierte Weihnachtsmarkt, den ich zum Abschluss meiner Serie über die Wiener vorweihnachtlichen Märkte beschreibe. Die wenigen Stände gruppieren sich in zwei „Kreisen“, wobei der innere direkt an einen im Zentrum stehenden, künstlich errichteten, pyramidenförmigen, Weihnachtsbaum anschließen. Der äußere Kreis fügt sich nahe an die den Platz umgebenden Bauwerke an. Dadurch entsteht dazwischen der Bereich für die Marktbesucher und all jene, die durch den Haupteingang den „Wurstlprater“ betreten.
Die Buden sind passend zum Ambiente des bekannten Vergnügungsparks in „Zuckerbäckerfarben“ gehalten und zeichnen sich alle durch eine einheitliche Form und Größe aus. Dieser Markt gleicht mehr einem Jahrmarkt, denn einem Weihnachtsmarkt; das Angebot besteht mehr aus gewöhnlichem Zuckerwerk, etwas Kitsch und dazwischen eben auch Glühwein, Punsch und paar Angebote, die der weihnachtlichen Zeit angepasst sind. Kunsthandwerk sucht man hier jedoch vergeblich. Die Stimmung hat etwas „Weihnachtlich-Künstliches“ ans sich, was jedoch zum Gesamtkonzept des Praters gehört und deshalb auch nicht als negative Kritik zu verstehen ist. Es ist ein Hauch von „Weihnachten in Disney-Land“, der das Ambiente kennzeichnet.
Der Besuch dieses Christkindlmarktes lässt sich wunderbar mit einem Aufenthalt im Prater mit seinen diversen Attraktionen verbinden. Ein Abstecher alleine deshalb zu machen um den Markt zu sehen wäre wohl etwas übertrieben.
Eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht Ihnen allen der Bergfuchs.

Donnerstag, 15. November 2012

Bisamberg

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 1
Dauer: 2 Stunden, 10 Minuten
Höhenunterschied: 180 m
Einkehrmöglichkeiten: Langenzersdorf, Gasthof Gamshöhe, Stammersdorf
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: S-Bahn nach Langenzersdorf; Wiener Linien - Straßenbahn 31 ab Stammersdorf

 
Die Route
Ausgangspunkt der heutigen Wanderung bildet die Kirche, der zwischen Bismaberg und Donau gelegenen, niederösterreichischen Gemeinde Langenzersdorf.
 
            Von der Pfarrkirche führt der Weg leicht ansteigend vorbei am Kriegerdenkmal, bis wir zum Hanak-Museum kommen, welches mit seinen weißen, sich über zwei Stockwerke  erstreckenden äußeren Säulen, das Aussehen eines Herrschaftssitzes in den amerikanischen Südstaaten hat. Gegenüber dem Museum zweigen wir nun in Richtung Wald ab und kommen so zum Rehgraben, wo die geteerte Straße endet und in einen Forstweg übergeht. Bei der nun kommenden Weggabelung halten wir uns links und folgen dem „Karl-Job-Weg“ weiter, der zuerst nach Nordosten, später nach einer scharfen Kurve in Richtung Nordwesten durch den schönen Laubwald, der vor allem aus Eichen und Buchen besteht, führt. Recht schnell, nach insgesamt etwa einer halben Stunde Gehzeit und einem kaum merklichen Anstieg von 180 Metern, gelangen wir so direkt auf die Elisabethhöhe. Von hier aus bietet sich ein schöner Ausblick auf die auf der anderen Seite der Donau gelegenen Hügel; den Kahlenberg mit dem markanten Sendemast und den Leopoldberg mit seiner Festung. Direkt gegenüber, am anderen Ufer der Donau, liegt die Stadt Klosterneuburg mit ihrem bekannten Stift, das sich mit seinen spitzen Türmen deutlich aus den es umgebenden Gebäuden heraushebt. Blickt man nach Norden und Nordosten erkennt man die Biegung, die der Fluss bei Korneuburg macht, nachdem er seit der Wachau in west-östlicher Richtung geflossen war. Über die Stadt Korneuburg hinweg reicht der Blick bis weit ins Weinviertel hinein.
 
(Blick in Richtung Korneuburg)

            Wir befinden uns nun am höchsten Punkt des Bisambergs, der 358 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Diese Anhöhe erhielt ihren Namen durch die im Jahre 1899 dort errichtete, aus Sandstein gefertigte, „Elisabeth-Säule“, welche an die 1898 in Genf ermordete Österreichische Kaiserin Elisabeth I., „Sisi“, erinnert. Hartnäckig halten sich im Volksglauben jedoch zwei andere Versionen. Einerseits soll Elisabeth, als sie 1854 über die Donau mit ihrem Brautschiff nach Wien kam, vom Anblick des Bisambergs so begeistert gewesen sein, dass sie den Wunsch geäußert haben soll ihn besteigen zu wollen; andererseits wird erzählt die Kaiserin habe von hier aus ein kaiserliches Manöver beobachtet, das die Truppen im Jahre 1857 in der Nähe von Korneuburg abhielten.

            Der Bismaberg gehört, wenn er auch durch die Donau von den übrigen Bergen des Wienerwaldes getrennt ist, immer noch zu dieser Geländeformation. Damit bildet er den äußersten Ausläufer der Alpen, ihre nordöstlichste Erhebung. Die Donau, die einstmals weiter nördlich um den Bisamberg herumfloss, änderte zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt in der Vergangenheit (wahrscheinlich vor vielen tausend Jahren) ihren Lauf und brach durch die „Wiener Pforte“ zwischen Bisamberg und Leopoldsberg und folgte von nun ab in etwa dem weiteren, heutigen Flussverlauf. Freilich waren viele Bereiche, die heute zu beiden Seiten der Donau stark verbaut sind, ursprünglich Überschwemmungsgebiete, denn erst nach der Begradigung des Flusses wurden viele Areale überhaupt für die Bebauung verwendbar. Der letzte große Hochwasserschutz für die Stadt Wien erfolgte mit der Ausbaggerung der Neuen Donau in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. 
 
(Elisabethsäule)
Der Bisamberg zeichnet sich durch eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt aus. Auf der Elisabethhöhe steht dazu eine ganze Reihe von lehrreichen Informationstafeln. Die lokalen Gemeinden sind sehr daran interessiert und bemüht die Einzigartigkeit dieses Naherholungsgebietes zu erhalten. In früheren Zeiten war der Waldbestand des Berges um vieles geringer, da ausgedehnter Weinbau und Viehwirtschaft betrieben wurden. Auf alten Gemälden und Fotographien ist der geringe Waldbestand noch sehr gut zu erkennen. In jüngerer Zeit eroberte sich der Forst einen Großteil des Berges zurück. Daraufhin wurden einige Stellen erneut gerodet, um für schöne Aussichtspunkte zu sorgen.

Nun wenden wir uns wieder dem Wald zu und folgen dem breiten Spazierweg, der von der Elisabethhöhe zum nur zehn Minuten entfernten Gasthaus Gamshöhe führt. Gleich hinter dem Gasthaus folgen wir nicht dem Weg, der geradeaus weiter zum „Bäckersteig“ führt, sondern biegen nach links ab. Diesem Weg spazieren wir nun eine ganze Weile entlang, zweigen nicht nach Bisamberg ab, sondern halten uns geradeaus, bis wir zu einer weiteren Kreuzung im Wald kommen. Nun ist es wichtig nicht den geradeaus weiterführenden Weg nach Hagenbrunn zu nehmen, sondern sich leicht rechts zu halten. Diesem Weg folgend gelangen wir jetzt immer weiter, bis wir am Ende am Waldrand herauskommen (auf halber Strecke zweigt der Weg nach rechts zur „Schanze Falkenberg“ ab; diesem nicht folgen!). Jetzt halten wir uns rechts und gelangen so durch einen Weinberg hindurch. Bald folgt die Abzweigung nach links, die uns zur Straße bringt, die von Stammersdorf nach Hagenbrunn führt.
 
(Stammersdorf - Blick auf "Transdanubien")

Wir überqueren die Straße und erkennen auf der anderen Seite einen Fußpfad der als „Stadtwanderweg 5“ markiert ist. Entlang eines Wäldchens machen wir nun, immer am Rand von Wiesen und Äckern, einen weiten Bogen, der uns in Richtung Stammersdorf bringt. Der Weg führt anschließend durch einige Weinfelder und bietet einen schönen Blick auf die hohen Bauwerke von „Transdanubien“. Nun brauchen wir lediglich den Hinweisschildern „Stadtwanderweg 5“ zu folgen, die sich bei den jeweiligen Kreuzungen befinden, und gelangen so gemütlich ins Zentrum von Stammersdorf. Von hier führen Bus- und Straßenbahnlinien zurück ins Zentrum nach Wien.

 

Details
1.)    Langenzersdorf – Elisabethhöhe: Strecke: 2,2 km; Höhenbewältigung: 180 m aufwärts; Dauer: 30 Minuten.
2.)    Elisabethhöhe – Gamshöhe: Strecke: 0,5 km; Höhenbewältigung: 20 m abwärts; Dauer: 10 Minuten.
3.)    Gamshöhe – Stammersdorf: Strecke: 7,2 km; Höhenbewältigung: 160 m abwärts; Dauer: 1 Stunde 30 Minuten.

Gesamt
            Strecke: 9,9 km; Höhenbewältigung: 180 m aufwärts, 180 m abwärts; Dauer: 2 Stunden, 10 Minuten.


Viel Freude beim Wandern wünscht der Bergfuchs.

 

Donnerstag, 1. November 2012

Von Doren nach Sulzberg



Übersicht
Schwierigkeitsgrad (1-5): 2
Dauer:  1 Stunden, 45 Minuten
Höhenunterschied:  304 m (aufwärts)
Einkehrmöglichkeiten: Doren, Sulzberg
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Landbus von Bregenz, Landbus von Egg/Bezau,


Die Route
       Wir starten bei der Kirche in der kleinen, am Sulzbergrücken gelegenen, Gemeinde Doren im vorderen Bregenzerwald. Von der Hauptstraße aus begeben wir uns in die kleine Seitengasse, die auf der Rückseite um die Kirche, entlang der Friedhofsmauer, herumführt und gelangen so bereits nach wenigen Metern zum Ende der geteerten Fahrbahn, wo ein Weg neben einem Bach ansteigende in den Wald hineinführt.  Im Wald überqueren wir den Bach und steigen schnell höher, bis wir, immer noch ansteigend, bald offenes Gelände erreichen. Wenig später kommen wir auf der rechten Seite an einem großen Haus vorbei, hinter dem wir nach rechts abbiegen und der Straße einige Hundert Meter lang folgen. Bei einem Bauernhaus auf der linken Seite folgen wir dem Wegweiser Richtung Hochstadel. Die Route führt nun hinter dem Hof auf einem Feldweg den Sulzbergrücken hinauf.
 
(beim Hochstadel)
 
          Es bietet sich bereits jetzt ein sehr schöner Blick auf den vorderen und mittleren Bregenzerwald, der jedoch bei jedem Meter, den wir an Höhe gewinnen noch interessanter wird. Besonders gut ist der auf der anderen Talseite, unterhalb des Rotberges liegende Krumbach, mitsamt Kuranstalt „Rossbad“ am Waldrand zu erkennen.
 
          Über weitgezogene Kehren kommen wir so zum auf 900 Metern Seehöhe gelegenen  Hochstadel. Der Wegweiser dort führt uns über einen mit gelb-weiß Markierten Weg weiter nach Nordosten. Nach wenigen Minuten kommen wir an einem Bildstock vorbei, bei dem sich eine kurze Rast empfiehlt, um die herrliche Aussicht zu genießen. Dies alleine schon deshalb, weil, obwohl wir die weitere Wanderung auf dem Kamm des Sulzbergrückens zurücklegen, die nächsten Dreiviertelstunden fast ausschließlich im Wald durchwandert werden und deshalb kaum Gelegenheit für einen schönen Blick in die weitere Umgebung geboten wird.
 
(Blick von Sulzberg auf den Bregenzerwald)
           In der Ferne im Westen sind die Berge des Appenzeller Alpsteines zu erkennen. Direkt unter uns befinden sich die verstreuten Häuser von Doren und etwas höher auf der anderen Seite, Richtung Südwesten, erblickt man die kleine Ortschaft Buch. In Richtung Süden ist sehr schön das ansteigende Geländeniveau im Bregenzerwald zu erkennen, welches von den Hügeln des Vorderwaldes über den Mittelwald mit der markanten Kanisfluh bis zu den felsigen Spitzen der Berge der Lechtaler Alpen reicht.
            Nun setzen wird die Wanderung fort in Richtung Wald, in dem wir uns nun eine ganze Weile bewegen. Wir passieren den Weiler Stockreute, der sich auf etwas unter 1000 Metern Seehöhe befindet und gelangen bald darauf auf einen Feldweg an dessen linken Rand sich ein überachtes hölzernes Kruzifix befindet. Gleich danach teilt sich der Weg, wobei wir ihm geradeaus und anschließend leicht rechts folgen und so wieder durch ein kurzes Waldstück kommen.
 
            Nachdem wir den Wald verlassen haben, befindet sich direkt vor uns, zwischen großen Laubbäumen, die Falzkapelle mit ihrer Mariengrotte. Die Kapelle ist bei Wallfahrern beliebt und deshalb in der Gegend nicht gerade unbekannte.

              Weiter führt nun der Weg immer in Richtung Nordosten, wobei wird zur Rechten wieder eine Kapelle passieren und dabei bereits den dunklen Zwiebelturm der großen Kirche von Sulzberg vor Augen haben. Über eine Gemeindestraße gelangen wir so nach wenigen Minuten zur Kirche und zum großen Dorfplatz, der von sehr geräumigen und bei Ausflüglern besonders beliebten Gasthäusern, umgeben ist.
 
(Kirche von Sulzberg)
 
          Sulzberg ist die einzige Gemeinde Vorarlbergs, deren Zentrum auf einem Bergrücken (1013m) liegt. Der Ausblick vom Ortszentrum aus in den Bregenzerwald und ins angrenzende Allgäu hinaus ist wunderschön und es verwundert nicht, dass einige Gasthöfe ausladende Besucherterrassen errichtet haben, die zahlreichen Gästen Platz bieten. Sulzberg ist besonders bei Senioren, und dabei vor allem bei Gästen aus Deutschland, sehr beliebt. Die Kirche des Ortes ist sehr geräumig und verfügt über eine zweistöckige Empore auf deren letzterer sich die Orgel befindet. Die in hellem Grau und Gold gehaltene Kanzel befindet sich interessanterweise auf der rechten Seite des Kirchenschiffes. Im Altarbereich steht der schöne, massiv-wuchtige Altar, der von Gestalten des Alten Testamentes geziert wird. Das große, wunderschön geschindelte Pfarrhaus gleich neben der Kirche steht unter Denkmalschutz, der Friedhof ist seiner Aussicht wegen einer der schönsten des ganzen Landes.

            Es empfiehlt sich die Wanderung mit dem Erwerb einheimischen Käses (Geschäft direkt am Dorfplatz) und einer Einkehr in einem der örtlichen Gasthöfe ausklingen zu lassen – Zum Wohl und Guten Appetit!
 
 


Gesamt:
            Strecke:  6,2 km; Höhenbewältigung:  304 m aufwärts, Dauer:  1 Stunde, 45 Minuten.
Viel Freude beim Wandern wünscht Ihnen allen der Bergfuchs.

Montag, 15. Oktober 2012

Übers Auenfeld nach Schröcken


 
Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 2
Dauer: 3 Stunden
Höhenunterschied: 100 m aufwärts; 650 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Oberlech, Körbersee, Batzenalpe, Schröcken
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Landbus von Langen, Ortsbus nach Oberlech; Landbus in Schröcken
 
 
 
          


Die Route
          Die Wanderung beginnt in Oberlech beim „Schlössle“. Von Lech aus fährt in regelmäßigen Abständen der Ortsbus vom Zentrum aus nach Oberlech, wobei das „Schlössle“ die Endstation bildet. Alternativ kann vom Ort aus auch der Sessellift verwendet werden, um zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zu gelangen.
 
(Omeshorn von Oberlech aus)
 
            Bereits in Oberlech hat man einen wunderbaren Blick auf die Bergwelt, in die der Nobelskiort eingebettet ist. Besonders das exponierte Omeshorn, zu dessen Linken die Straße nach Zürs und zu dessen Rechen jene nach Zug führt, sticht dabei hervor. Wir jedoch wenden uns in die entgegengesetzte Richtung und folgen den Wegweisern (gelb-weiß) in Richtung Auenfeldsattel. Dabei haben wir zuerst stets die mächtige Mohnenfluh (2542m) und die Juppenspitze (2412m) vor uns. Der Weg führt uns über das wilde Kitzbachtobel, in dem ein rauschender Bach für einen angenehm-erfrischenden Lärmpegel sorgt (so sehr, dass man teilweise sein eigenes Wort nicht versteht). Aus dem Tobel heraus geht es an der Untern Gaisbühlealpe vorbei in Richtung Norden. Bald erblicken wir halbrechts das mächtige Karhorn, welches ein bekannter Kletterberg ist, sowie der charakteristische Gipfel des Widdersteins, der der Spitze eines Vulkans nicht unähnlich sieht. Allein der Durchbruch auf der Südseite lässt „ins Innere“ blicken. Auf dem Weg finden sich an vielen Stellen stabile Sitzgelegenheiten in Form von massiven hölzernen Bänken, die dazu einladen sich ein wenig auszuruhen und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen oder um eine Brotzeit zu sich zu nehmen.

          Der sehr gut präparierte und leicht zu begehende Weg führt anfangs leicht ansteigend und später wieder sanft abfallend über Alpweiden zum Auenfeldsattel, der nach etwa 45 Minuten erreicht wird. Hier teilt sich der Weg. Rechterhand gelangt der Wanderer zur früher dauerhaft bewohnten Siedlung Bürstegg, welche oberhalb der Straße von Lech nach Warth im Lechtal liegt. Wir jedoch zweigen nach links ab und folgen dem gemächlich abfallenden Weg hinunter ins Auenfeld, welches ein Feuchgebiet darstellt und in dem sich die einzigen ebenen Stellen der ganzen Gegend finden. Die obere und die untere Auenfeldalpe sind bereits in Sichtweite. Der Blick reicht vom Sattel aus bis zur Künzelspitze, welche ihrerseits im hinteren Bregenzerwald liegt. Der kleine Bach, der das Auenfeld durchfließt ist die junge Bregenzerache, einer der längsten, aber mich Sicherheit „gewundensten“ Flüsse in ganz Vorarlberg. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, der sehe sich den Verlauf des Flusses auf einer entsprechenden Landkarte an.
 
(Am Körbersee, Blick auf den Widderstein)
 
          Wir marschieren an der Unteren Auenfeldalpe und an der Talstation einer Sesselbahn vorbei in Richtung Nordwesten, wobei es gut möglich ist, im Falle, dass der Wanderer entsprechend aufmerksam und ruhig seines Weges geht, er an den Abhängen der Juppenspitze nicht nur das Pfeifen von Murmeltieren, sondern ein solches alpines Pelztier selbst zu Gesicht bekommt.

            Nun folgen wir dem Weg in Richtung Schröcken weiter, bis auf der rechten Seite ein Wegweiser auf eine ansteigende Abzweigung hinauf zum Körbersee weist. Diesem Pfad folgen wir nun, bis wir nach etwa zehn Minuten zur Geländekante kommen, von wo aus, wir einen wunderbaren Blick auf den etwas tiefer gelegenen Körbersee und den Widderstein in dessen Hintergrund haben. In der entgegengesetzten Richtung liegt unter uns die Batzenalpe und darüber die majestätische Braunarlspitze, deren Fels und Eis aus dem Grün der sie umgebenden Berglandschaft heraussticht. Auf diesem kurzen Wegabschnitt zum Körbersee hinauf finden sich auch außerordentlich viele Alpenblumen, wie Enzian, blauer Eisenhut, Rittersporn, Alpenglockenblume, Enzian oder Bärenklau. Wir steigen nun hinab zum Körbersee, dessen dunkles Wasser ruhig vor uns liegt und gelangen zum „Berg-Hotel Körbersee“ auf der anderen Seite des Gewässers. Das Restaurant lädt dazu ein sich kulinarisch zu stärken und die schöne Aussicht zu genießen.
 
(Im Alpmuseum bei der Batzenalpe)

          Nun erfolgt der Abstieg nach Schröcken. Dazu folgen wir dem breiten Fahrweg, der direkt von Hotel in sanften Kurven und in mäßigstem Gefälle bis zur Batzenalpe führt. Neben der Batzenalpe, in der man wie auf vielen Alpen Käse, Butter und Milch verkosten und erstehen kann, befindet sich in einem niederen alten Alpgebäude ein Alpmuseum. Ein Abstecher dahin empfiehlt sich, vor allem dann, wenn, wie im Hochsommer häufiger anzutreffen, ein Fachmann eine Führung durch die Räumlichkeiten anbietet und die Herstellung von Butter und Käse erklärt, sowie vom Leben auf den Alpen, insbesondere in früheren, schwereren Zeiten, berichtet.

            Weiter geht es abwärts, immer dem breiten Weg folgend, bis eine Abzweigung nach links über die Ache führt. Dieser folgen wir und kommen bald an der Fellenalpe vorbei. In etwa fünfundvierzig Minuten gelangen wir zur Kirche und zum Gemeindeamt von Schröcken, wo unsere Wanderung endet.
 

 
Details
1.)    Oberlech – Auenfeldsattel: Strecke: 3,5 km; Höhenbewältigung: 50 m aufwärts; Dauer: 45 Minuten.
2.)    Auenfeldsattel – Körbersee: Strecke: 3 km; Höhenbewältigung: 50 m aufwärts; Dauer: 45 Minuten.
3.)    Körbersee – Schröcken: Strecke: 4,5 km; Höhenbewältigung: 650 m abwärts; Dauer: 1 Stunde 25 Minuten.
 
Gesamt
            Strecke: 11 km; Höhenbewältigung: 100 m aufwärts, 650 m abwärts; Dauer: 3 Stunden.
 
 
Viel Freude beim Wandern wünscht der Bergfuchs.



Montag, 1. Oktober 2012

Hermannskogel


Übersicht


Schwierigkeit (1-5): 2
Dauer: 3 Stunden
Höhenunterschied: 300 m aufwärts; 300 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Sievering, Neustift am Walde, Raststätten am Weg;
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Wiener Linien (Bus 39A nach Sievering, 35A nach Neustift am Walde)

 


Die Route
     Der Hermannskogel bildet mit 542m über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt der Stadt Wien, zudem ist er im Umkreis von knapp 18 Kilometer die höchste Geländeerhebung. Wenn die Anhöhe selbst auch keinen besonderen Aussichtspunkt bietet (der Gipfel ist durchwegs bewaldet, so lohnt sich doch die schöne leichte Wanderung, die durch die größtenteils aus Buchen bestehenden Wäldern zu jeder Jahreszeit unternommen werden kann.
(am Himmel)
 
     Der Ausgangspunkt bildet die Endstation der Autobuslinie 39A in Obersievering. Wir folgen für etwas mehr als zweihundert Meter der Sieveringer Straßen und biegen dann in den nach rechts abzweigenden und sogleich ansteigenden Gspöttgraben ein. Nach etwa 30 Minuten erreichen wir so den „Himmel“, das gerodete Plateau des Pfaffenberges, auf dem sich ein ausgedehnter Baumkreis befindet, der aus verschiedenen Laub- und Nadelbäume gebildet wird, die im Jahreskreis angeordnet, dem entsprechenden Datum gemäß platziert wurden und eine außergewöhnliche Art von Horoskop darstellt (eine entsprechende Informationstafel ist dazu bei jedem der Bäume angebracht).
(Habsburgwarte am Hermannskogel - 558m ü. A.)

Vom „Himmel“ aus geht es am „Häuserl am Himmel“ vorbei, die Höhenstraße überquerend in Richtung Cobenzl, wo sich neben Einkehrmöglichkeiten auch das Weingut der Stadt Wien befindet. Vom Cobenzel aus geht es weiter am Lueger-Denkmal und einem gleich darauf folgenden Aussichtspunkt vorbei, um den Latisberg herum zur Kreuzeiche. Von dort aus gehen wir nun wieder leicht ansteigend (den rechten Weg, der geradeaus weiter führt nehmend) bis zum Höhenweg an der Niederösterreichisch-Wienerischen Grenze beim Vogelsangberg. Auf dem leichten Anstieg bieten sich lichte Stellen an denen man einen schönen Blick über den Wienerwald und einige Teile von Wien genießen kann. Nun geht es eben bis leicht abwärts bis zur Jägerwiese. Dort findet sich neben dem Wirtshaus eine große Spielwiese, mit Kinderspielplatz und Streichelzoo. Gerade auch für Familien mit Kindern bildet diese einen schöner Ausflugsort.
 
Von hier aus folgt das einzige Stück, das als ein wenig steiler bezeichnet werden kann, das jedoch lediglich eine Höhenbewältigung von hundert Metern beinhaltet. Zuerst gehen wir der Straße entlang, wo nach etwa hundert Metern ein Wegweiser am Waldrand („steiler Anstieg“ – nicht täuschen lassen!) nach rechts und nach oben weist. Auf diesem Pfad wird der Gipfel mit der sich dort befindlichen Habsburgwarte flott erreicht. Diese Warte wurde 1888 erbaut und bildete in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie den Fundamentalpunkt der Landesvermessung.
(beim "Häuserl am Roan")
     Wir wandern weiter der Landesgrenze von Wien entlang und gelangen auf den gut beschilderten Wegen nach etwa 25 Minuten zum „Grüß-di-a-Gott-Wirt“. Von hier aus folgen wird dem Wanderweg weiter zum „Dreimarkstein“ bis wir zum „Häuserl am Roan“ kommen. Nach Unterquerung der Höhenstraße gelangen wir durch den schönen Laubwald zum „Waldrandweg“, wo die Besiedlung beginnt. Der Straße folgen wir zuerst nach links, zweigen nach rechts in die Keylwerthgasse ab und biegen bei der übernächsten Kreuzung wieder nach links in die Hameaustraße ein. So gelangen wir nach Neustift am Walde, wo sich die Endstation der Autobuslinie 35A befindet. Zu empfehlen ist in jedem Fall eine Einkehr in einen der gemütlichen Heurigen vor Ort.
 
 
Details:
1.)    Sievering - Am Himmel: 1,8 km; Höhenbewältigung: 140 m aufwärts; Dauer:  30 Minuten.
2.)    An Himmel - Cobenzl: 0,6 km; Höhenbewältigung 18 m abwärts; Dauer: 10 Minuten.
3.)    Cobenzl - Hermannskogel: 2,5 km; Höhenbewältigung: 160 m aufwärts; Dauer: 45 Minuten.
4.)    Hermannskogel – Neustift am Walde: 4,5 km; Höhenbewältigung: 262 m abwärts; Dauer: 1 Stunde, 30 Minuten.
Gesamt:
            Strecke: 9,5 km; Höhenbewältigung: 300 m aufwärts, 280 m abwärts; Dauer: 3 Stunden.
 
Viel Freude bei dieser Wanderung wünscht der Bergfuchs.