Samstag, 18. August 2012

Hohe Kugel

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 3
Dauer: 5 Stunden
Höhenunterschied: 1213 Meter aufwärts; 1159 Meter abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Kugelalpe, Viktorsberg, Weiler
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Eisenbahn oder Bus nach Hohenems; Landbus in Weiler
 


Die Route
   
Ausgangspunkt bildet das Schloss in Hohenems, von welchem wir zuerst ein kurzes Stück in Richtung Götzis gehen, den Emsbach überqueren und dann bei der nächsten Kreuzung nach links abbiegen. Dieser Straße folgen wir bis wir zum Finsternaubach kommen. Wir nehmen die nächste Abzweigung links, nachdem wir den Bach überquert haben und folgen dieser Straße, bis wir an deren Ende zum Schießstand kommen. Dort überqueren wir rechts den Bach und folgen dem gut ausgebauten Forstweg, der nun stetig, aber recht angenehm ansteigt. Die Markierungen führen uns in einem lockeren Fußmarsch von etwa einer Stunde zur auf knapp eintausend Metern Seehöhe gelegenen Gsohlalpe. Hier bietet sich bereits ein wunderbarer Blick auf das untere Rheintal samt Bodensee und die Appenzeller Berge.


   
            Von der Alpe aus geht es weiter in eine bewaldete Schlucht im Quellschutzgebiet, an deren Ende sich, beim „Bösa Stua“, die Abzweigung zum beliebten Ausflugsziel „Millrütti, zu dem eine Straße von Götzis über Meschach herauf führt, befindet. Wir folgen jedoch weiter dem breiten Weg, der nun eine Kehre nach links über den Bach macht und nach wenigen Minuten auf das „Älpele“ führt. Nun folgt der Wanderer der Markierung Rot-Weiß (gut beschildert), die den Weg zur Hohen Kugel weist. Bald zweigt im Wald auf dem Weg, auf dem wir uns nun befinden und der nach Fluhegg führt, auf der rechten Seite ein Pfad ab, der rot-weiß markiert ist. Diesem folgen wir nun über einige gut ausgebaute hölzerne Stege, da der Pfad selbst meist nass und schlammig ist, durch den Wald. Es wird nun etwas steil und die nächsten eineinhalb Stunden sind die anstrengendsten der ganzen Wanderung. Dabei sind insgesamt etwas fünfhundert Höhenmeter zu bewältigen, wobei es keine flachen Wegabschnitte gibt. Bald befinden wir uns auf einem Hang, dessen Bäume vor einiger Zeit gefällt wurden. Die letzten zweihundert Höhenmeter bis zum Nordgrat, der zur Kugelalpe führt, befinden sich wieder in Schatten des Nadelwaldes. Plötzlich treten wird aus dem Dunkel des Waldes ins Licht der Alpweiden, auf denen sich im Sommer Kühe, Pferde, Esel und Ziegen zur „Sommerfrische“ befinden. Der Gipfel (1645 m), ist nur noch einen Steinwurf entfernt. Nun wird auch ersichtlich, woher der Berg seinen Namen hat. Unterhalb desselben liegt die Kugelalpe, bei der der Wanderer sich erfrischen und stärken kann. Die letzten Meter bis zum Gipfel fallen zu allen Seiten etwa gleichmäßig, wie die Oberfläche einer Kugel, ab. Am Gipfel selbst bietet sich ein herrliches Panorama, das im Norden vom Bodensee, dem Schwabenland und den Bergen des vorderen Bregenzerwaldes, im Westen von den Appenzeller Bergen, dem Säntis und der Alvier- und Churfirstengruppe gekennzeichnet ist. An guten Tagen kann man sogar die hohen Glarner Alpen erkennen. Im Süden erhebt sich der Rätikon, mit seinem nordwestlichen Eckpfeiler, dem Massiv der Drei Schwestern. Durch das tief eingeschnittene Saminatal kommt dieser felsige Bergstock besonders gut zur Geltung. Im Osten ist der Hohe Freschen, die Berge des hinteren Bregenzerwaldes und die Berge des Lechquellgebietes zu erkennen. Das kleine, von der Dornbirner Ache durchflossene Tal, das sich im Osten direkt unter der „Kugel“ in Richtung Norden erstreckt, wird durch die markanten Felspfeiler und den unter ihnen liegenden Luftkurort Ebnit beherrscht.

            Für den Abstieg wählen wir die Route, die uns in etwa einer Viertelstunde nach Süden führend zum „Treietsattel“ bringt. Dort liegt die Staffelalpe, unterhalb derer sich die gut ausgebaute Straße befindet, die nach Fraxern führt und der wir jedoch nicht folgen. Wir überqueren beim Wegweiser sogleich die Straße und folgen einem Weg, der uns unterhalb des First geradeaus weiter führt, bis wir in bewaldetest Gebiet zu einem Wegweiser gelangen. Dort zweigen wir nach rechts ab und folgen dem schattigen Pfad, bis wird nach einer Stunde zur „Letzte“ auf 1174 m Seehöhe gelangen. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf das „Kriasedorf“ (Kirschendorf, aufgrund der vielen Kirschbäume, die dort kultiviert werden) Fraxern. Nun folgen wir einem breiten Weg, der uns in mehreren Kehren recht sanft abwärts zum Kloster nach Viktorsberg führt. Wieder genießt der Wanderer eine herrliche Aussicht, dieses Mal auf das Vorderland und das oberer Rheintal. Die vom Gletscher, der bis vor einigen Jahrtausenden das gesamte Tal bis über eintausend Meter Seehöhe „gefüllt“ hatte, geformten Inselberge wie Adretzenberg, Schellenberg, Hoher Sattel und Liebfrauenberg erscheinen sehr schön vor dem Auge. In deren Hintergrund erheben sich die Berge, die weit über zweitausend Meter emporragen. Nun folgen wir der Straße, die ins Tal hinunter führt und zweigen bei einer


breiten Linkskurve, an deren Beginn auf der rechten Seite, nach dem letzten Haus, sich ein Wegweiser befindet, der uns in Richtung Weiler weist. Wir spazieren über eine schöne Wiese mit Obstbäumen talwärts und folgen dem Weg, teils durch Wald-, teils über Wiesenwege, vorbei an einem Steinbruch, bis wir zu den obersten Häusern von Weiler kommen. Von dort sind es noch etwa fünf Minuten, bis wir uns beim Gemeindeamt des Ortes befinden, an dem unsere Wanderung ihr Ende nimmt.

Sage

            Nach altem Volksglauben sollen sich in früheren Zeiten auf dem Gipfel der Hohen Kugel die Hexen und Zauberer der näheren Umgebung, aber auch solche aus der Ferne getroffen haben, um sich dort ihrem abscheulich-wilden Treiben hinzugeben. Üppige, orgiastische Gelage und Buhlschaften mit dem Teufel persönlich sollen dort abgehalten worden sein. Aus diesem Grund gäbe es auf der Spitze des Berges auch eine Stelle, an der kein Gräslein wüchse, da ebendort der Höllenfürst seinen Thron aufgestellt habe.


Details zur Strecke

1.)    Strecke Hohenems – Alpe Gsohl: 4,4 km; Höhenbewältigung: 548 m aufwärts; Dauer: 1 Stunde.

2.)    Strecke Alpe Gsohl – Hohe Kugel: 3 km; Höhenbewältigung: 665 m aufwärts; Dauer: 2 Stunden.

3.)    Strecke Hohe Kugel – Viktorsberg: 7,1 km; Höhenbewältigung: 766 m abwärts; Dauer: 1 Stunden, 50 Minuten.

4.)    Strecke Viktorsberg – Weiler: 3 km; Höhenbewältigung: 393 m abwärts; Dauer 40 Minuten.



Gesamt

            Strecke: 17,5 km; Höhenbewältigung: 1213 m aufwärts, 1159 m abwärts; Dauer: 5 Stunden, 30 Minuten.  


Viel Vergnügen beim Wandern.


Keine Kommentare:

Kommentar posten