Freitag, 11. April 2014

Hoher Lindkogel

Baden bei Wien ist eine gar liebreizende schöne Stadt. Etwa 40 Kilometer südlich der österreichischen Hauptstadt gelegen ist sie  ein Juwel am Rande des südlichen Wienerwaldes, durchzogen von der anmutigen Schwechat, eine alte Kurstadt, in der sich royale Größen trafen und Politker und Staatsmänner (wie etwas Fürst Metternich) ihre Sommer verbrachten und großartige Herrschaftsvillen bewohnten. In diese schöne Stadt wollen wir und heute begeben, um unsere Wanderung auf den "Hohen  Lindkogel" zu unternehmen, den zweithöchsten Berg des Wienerwaldes. Generell gilt, und das muss vor allem den Westösterreichern  gesagt werden, wie ich einer bin, dass im "Osten" die Berge weniger hoch sind, dafür aber die Strecken weitaus ausgedehnter und damit  ein größerer Zeithorizont eingeplant werden muss. So umfasst die heutige Wanderung ca. 20 Kilometer Strecke, wobei das zu bewältigende Höhenniveau nicht mehr als 630 Meter ausmacht. Also: Ausdauer, weniger Kraft sind heute gefragt!


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(Königshöhle, oberhalb der Ruine Rauheneck)


Ausgangspunkt bildet das Denkmal am Wanderweg beim Eingang zum Helenental, unterhalb der Burg Rauheneck, im Westen Badens, das man nach wenigen Minuten nach Unterquerung des "Aquädukts" am Waldrand erreicht.  Dem Wegweiser folgend geht es nun binnen weniger  Minuten zu der etwa 100 höher liegenden Burg Rauheneck, die sich durch eine Besonderheit auszeichnet: Ihr "Bergfried" hat einen dreieckigen Grundriss und bietet einen großartigen Blick nach Osten auf das sich eben ausbreitende Land bis über die Donau hinaus gen Osten. Von hier aus folgen wir dem Weg in Richtung "Königshöhle", die in nur wenigen Minuten, oberhalb der Ruine, zu erreichen  ist und ein vorgeschichtlicher Siedlungsplatz unserer Urahnen darstellt. Von hier aus folgen wir dem Wegweiser in Richtung Jägerhaus, das sich am Fuße eines größeren Anstieges am Waldrand befindet.
Es gibt nun mehrere Möglichkeiten den Hohen Lindkogel zu erreichen, die allesamt ohne große Schwierigkeiten zu bewerkstelligen sind, allerdings ist zu berücksichtigen, dass das niederösterreichische Wanderkonzept nicht ganz den hohen Standards der westlichen  Bundesländer entspricht und es deshalb nicht unwahrscheinlich ist, dass man an diversen Abzweigungen keine entsprechenden  Wegweiser findet, wo im Grunde solche zu erwarten wären. Das Mitführen einer guten Wanderkarte ist deshalb dringend zu empfehlen.

Durch einen schönen Mischwald erreichen wir nun den "Soßer Landkogel" (713m) auf dem sich eine gute Gelegenheit zum Rasten findet. Weiter geht es entlang des Höhenrückens in Richtung Westen, wobei man sich teilweise wie im Mittelmeerraum fühlt (Pinienwälder, entsprechende natürliche Düfte etc.). Wichtig ist es von nun an vor allem nicht mehr groß an Höhe zu verlieren, sondern sich immer "oben" zu halten, so erreicht man nach etwas mehr als einer Stunde vom "Soßer Lindkogel" aus das "Eiserne Tor" und den Aussichtspunkt auf dem Hohen Lindkogel, dem heutigen Tagesziel. Sollte man einen Sendemast vor sich haben, dann ist man zu weit nach Westen gekommen und muss einige hundert Meter zurück nach Osten sich begeben.


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("Sina-Warte" am Hohen Lindkogel)

Vom "Hohen Lindkogel" selbst mit dessen Wetterwarte ("Sina-Warte" 834m) hat man bei schönem Wetter einen herrlichen Blick auf den Wienerwald, bis hin zum südwestlich davon gelegenen, über 2000 Meter hohen, Schneeberg. Nun gehen wir zurück in die Richtung aus der wir gekommen sind wo wir bald eine Abzweigung erreichen. Geradeaus geht es weiter zum Brennersteig, den wir bereits kennen (leicher Klettersteig von Osten auf den Hohen Lindkogel). Doch wir nehmen nun den Weg nach links und gelangen so, immer den Wegweisern Richtung "Bahnhof Baden" folgend allmählich ins Helenental hinunter und folgen der Schwechat gen Ostens, bis wir den Fluss selbst erreichen. Hier gibt es schöne Badegelegenheiten, gerade auch für Kinde, zum Baden oder auch nur die Füße im frischen Wasser zu kühlenr. Das liebliche Helenental führt uns immer weiter, vorbei an Stegen und Brücken und durch eine idyllische "Biedermeieerlandschaft" unterhalt der Burg "Rauenstein" auf der gegenüberliegenden Talseite, hinaus zum Beginn den Besiedelungen der Stadt Baden. Hier kommen wir wieder zurück zu unserem Ausgangpunkt.
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(Im Helenental)


Die benötigte Zeit auf dieser Wanderung ist nicht so leicht zu bestimmen, wie auf vielen anderen Wanderungen: Meist beträgt sie zwichen 6 und 8 Stunden. In jeden Fall sollte man einen ganzen Tag einplanen, wenn man sie ganz genießen möchte.  Der Hohe Lindkogel ist eine Wanderung, die zu jeder Jahreszeit unternommen werden kann. Lediglich im Winter ist im Bereich des  Brennersteiges Acht auf Vereisungen zu geben, da das Gelände hier doch relativ steil ist und Unachtsamkeit schlimme Folgen haben kann.




Eine schöne Wanderung, gerade jetzt im Frühling, wünscht Euch allen der Bergfuchs.





Mittwoch, 12. März 2014

Funkenwochenende in Vorarlberg 2014

Am zweiten Märzwochenende war es wieder so weit. Im ganzen Land brannten wieder die "Funken",
je nach Region und Tradition in verschiedener Bauweise und Materialausstattung. Wie im vergangenen Jahr (siehe Beitrag dazu) verbrachte der Autor dieser Zeilen auch heuer wieder den Funkensamstag in Tisis und den Funkensonntag in Tosters. x


Der alte Brauch des "Funkenabbrennens" wird glücklicherweise noch allerorten gepflegt und erfreut sich bei jung und alt großer Beliebtheit. Schon lange ist es zur Praxis geworden vor dem großen "Hauptfunken" einen  "Kinderfunken" zu errichten und diesen dann als "Auftakt" zu dem Spektakel anzuzünden. Meist brennt der Kinderfunken deshalb auch direkt vor dem "eigentlichen" Funken ab, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. So wird etwa der Kinderfunken von Feldkirch-Stadt/Levis, der auf dem Ardetzenberg errichtet wird, schon  am Nachmittag abgebrannt. Beim heurigen strahlenden Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen war dies einmal etwas "Besonderes". Im Grunde symboliert das Funkenabbrennen das Austreiben des Winters, was in diesem Jahr freilich nicht nötig gewesen wäre, da der Herr Winter überhaupt erst nicht erschienen ist.
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Der Tisner-Funken, bei dem traditionell einiges aufgefahren wird, hatte heuer wieder eine Höhe von 20 Metern, mit Funkentanne 24 Meter. Für die musikalische Untermalung sorgten einerseits wieder die Gaggamusik "Schneggahüsler" aus Frastanz und die Harmoniemusik Tisis-Tosters. Die "Funkenhexe" lästerte noch einmal ordentlich, bevor ihr Feuer unter dem Hintern gemacht wurde und ihre Gehilfinnen versuchten  den Kindern unter den Zuschauern einen Schrecken einzujagen. Am Ende folgte das imposante Feuerwerk.
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Der Tostner Funken, der heuer das 35-jährige Jubiläum auf dem Montikel feierte, wies mit 18 Metern Höhe, mit Fukentanne 23 Meter, ein ordentliches Ausmaß auf und war dieses Jahr in quadratischer Grundrissbauweise errichtet worden. Schnell züngelten die Flammen zur Spitze der Funkentanne hoch. Jedenfalls dauerte es bis zur Explosion der Hexe lange genug, so dass man sich keine Schande machte. Mit einem Knall riss es die Hexe in Stücke, so dass manches Teil noch in der Wiese, nicht weit von den Zuschauern entfernt,  verlöschte. Eine Abordnung der Harmoniemusik Tisis-Tosters spielte auf, das kulinarische Angebot wurde um "Funkaküachle" erweitert, welche auch reichlich Absatz fanden; Das abschließende Feuerwerk war sehr schön.
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So lief das Funkenwochenende im Raum Feldkirch traditionsgemäß und "friedlich" ab, was man, wie man hörte, nicht vom ganzen Land sagen konnte. In Bludenz feierte man das jahrhundertelange Bestehen der  Funkenzunft, was von einem namhaften Historiker als falsch bezeichnet wurde, worauf die Bludenzer ihn in ihrer Spottrede gleich selbst auf dem Funken, anstelle der Hexe, verbrennen wollten. Ob die Funkenzunft nun Jahrhunderte oder "bloß" Jahrzehnte alt sein soll, kümmert den Besucher des Funkenspektakels meist recht wenig. Wenn der Funken gut brennt, die Hexe ordentlich explodiert, wenn es ausreichend zu essen und trinken gibt und der Herrgott mit dem Wetter ein Einsehen hat, dann ist der "körige" Vorarlberger zufrieden. Und nur darauf kommt es an.





Der Bergfuchs

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(P.S.: Eine gewisse Ironie ist heuer freilich, dass gerade am Samstag dem 8. März auch der "Frauentag" stattfand und trotzdem eine Hexe auf dem Funken verbrannt wurde. Zum Glück sind die Vorarlberger Frauen emanzipiert und  vernünft genug, dass sie sich, bis auf wenige Ausnahmen, darüber nicht echauffierten.)

Samstag, 15. Februar 2014

Rundwanderung Bartholomäberg - Übers Rellseck

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Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 2
Dauer: 2 Stunden
Höhenunterschied:  400 m aufwärts,  400 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Bartholomäberg, Rellseck
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: mit Landbus Montafon von und nach Bartolomäberg von Schruns aus





Die Route
Bartholomäberg liegt verstreut oberhalb von Schruns auf 1100 Metern Seehöhe, an einem sehr schönen Sonnenhang, der einen großartigen Blick von mehr als 180 Grad von Osten (Silbertal) über das Haupttal des Montafons, die westlichen Seitentäler (Garnera-, Gauer,- Rellstal) bis zur Vandanser Steinwand und der "Zimba" bietet.  Die Gemeinde gehört zu den sonnigsten im Land Vorarlberg, liegt hoch genug, dass sie meist über dem Nebel im Tal im Herbst und den Wintermonaten liegt und gilt als jene Geimeinde im Montafon, in der der Frühling beginnt. Trotz der hohen Lage blühen hier die ersten Frühlingsboten bereits so früh, wie ansonsten nur in tieferen Lagen, wie etwas im Walgau oder Rheintal. Die Gemeinde verfügt über etliche schöne Wanderwege und Ausflugsziele und bietet sich zum Wandern zu jeder Jahreszeit an. Die hier beschriebene Wanderung kann auch im Winter unternommen werden, allerdings verlängert sich der Aufstieg zum Rellseck dann um etwa eine Viertelstunde. Zudem kann es ohne Schneeschuhe sehr anstrengend sein, wenn viel oder schwerer Schnee liegt.x


(Blick von Bartholomäberg in Richtung inneres Montafon und Garneratal rechts)

Heute starten wir bei der Kirche von Bartholomäberg auf 1087 Metern Seehöhe. Gegenüber der Kirche, an der Straße, die von Innerberg nach St. Anton im Montafon führt, liegt das "Lädili". Gleich hinter diesem Haus zweigt eine Straße rechts ab (Beschilderung der Wanderwege ist ausgezeichnet). Dieser Straße folgen  wir nun ständig ansteigend, bis zur ersten Kurve, die scharf nach rechts führt. Wir jedoch verlassen hier diese Straße und folgen dem "Lindaweg" geradeaus weiter, ständig ansteigend, an den letzten Häusern vorbei, bis wir auf unverbautes Gebiet gelangen. Der Blick auf die gegenüber liegenden Berge ist vom Beginn der Wanderung an ausgezeichnet. Imposant erheben sich die Tschaggunser Mittagsspitze, die Sulzfluh, die Drei Türme am Talschluss des Gauertales, das bekannte Skigebiet Golm und die Berge des Rellstals vor den Augen des  Wanderers.
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(Blick vom Rellseck über den Walgau)



Nun erblicken wir, wenn wir ins Tal über Gantschier hinunterblicken die Ausgleichsbecken Rodund, der Illwerke und etwas später auch das Staubecken von Latschau, das etwas höher liegt und wo die Golmerbahn beginnt. Nach etwas mehr als der Hälfte des Weges zum Rellseck kommen wir zu einem Stadel mit Wegmarkierung. Dort weist ein Wegweiser geradeaus weiter zum "Rellseck" in Richtung Wald. Wir zweigen jedoch nun scharf links, direkt bei der Hütte aber noch davor, ab und steigen etwas steiler über einen Weg durch offene Almwiesen weiter. Die Beschilderung ist ausreichend und die Gefahr sich zu verlaufen gering, denn es führt nur dieser eine Weg in Richtung Rellseck. Beim "Sälers Legi" halten wir uns weiter geradeaus in Richtung Nordwesten. Noch ein paar hundert Meter, zuerst durch den Wald, dann über offenes Gelände, dann sehen wir bereits die Maisäße des untere RelLsecks. Etwas höher befindet sich die kleine Kapelle, von der aus sich der Blick über den Walgau bis weit ins Rheintal und zu den Appenzeller Bergen erstreckt.

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(Blick ins Gauertal mit den Drei Türmen)

Nun geht es scharf nach rechts, etwas mehr als hundert Meter in Richtung Südosten zum "Alpengasthof Rellseck" (In der Nähe der Kapelle befindet sich ein Wegweiser, der Gasthof kann nicht verfehlt werden). An diesem ausgesprochen schönen Aussichtspunkt, empfieht es sich zu rasten und die Gastfreundschaft  zu genießen (zu empfehlen ist der bekannte "Kaiserschmarren", der hier außerordentlich köstlich zubereitet wird).
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(Kapelle am Rellseck)



Nach einer kulinarischen Stärkung geht es zurück nach Bartholomäberg. Dazu folgen wir der Forststraße, die vom Rellseck in Richtung Südosten führt, stetig abwärts durch meist waldiges Gebiet. Wir befinden uns nun auf dem "Rellseckweg" und folgen diesem bis zur Kreuzung "Goritschang", wo der "Roferweg" beginnt. Dieser ist die Verlängerung des Rellseckwegs, wir marschieren also einfach munter geradeaus weiter. Von nun an brauchen  wir nur noch dem "Roferweg" zu folgen, der uns nach einigen Kilometern zur Kirche von Bartholomäberg zurückführt. Allerdings ist darauf zu achten beim "Chrestlis Egg" nach rechts abzuzweigen. Der Weg ist bis zum Ortszentrum geteert. Die Kirche von Bartholomäberg kommt bald ins Blickfeld und wird insgesamt vom Rellseck aus nach etwa einer Stunde erreicht.
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(Alpengasthof Rellseck)


Auf dem Rückweg haben wir meist das Silbertal und das Hochjoch vor uns. Das Silbertal ist ein langes, sich in einer großen S-Kurve bis zur Tiroler Grenze hinziehendes, sehr abgelegenes Waldtal. Am östlichen Horizont erkennt man bereits durchgehend die hohen Berge des Nachbarbundeslandes Tirol. Das Gebiet um das Hochjoch und die Zamangspitze liegt in der Gebirgsgruppe, die Vewall genannt wird, und gehört zu den touristisch intensiv genutzen Gebiete des Montafons. Entsprechend viele Wanderer und Bergtourengeher findet man dort in der warmen und noch mehr Skifahrer, Snowboarder etc. in der kalten Jahreszeit. Bartholomäberg hingegen, wo wir heute wanderten, gehört zu den ruhigeren Gebieten des Montafons, das jedoch neben der Aussicht auch einiges Interessante zu bieten hat. So zum Beispiel das historische Bergwerk oder das Frühmesshaus.  Über den östlich vom Zentrum gelegenen Ortsteil Innerberg gelangt man zum Kristberg und wer möchte kann von dort aus weiter ins Klostertal, nach Dalaas, absteigen. Auch ein mehrstündiger geologischer Lehrwanderpfad führt vom Ortszentrum aus über das Rellseck über den Aussichtsberg Itonskopf mit 2089 m Höhe (siehe meine Wanderbeschreibung dazu) in einer großen Runde wieder zurück zum Ausgangspunkt. x7
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Details
1.) Bartholomäberg - Rellseck: 4 km; Höhenbewältigung: 400 m aufwärts; Dauer: 1 Stunde
2.) Rellseck - Bartholomäberg: 5,8 km; Höhenbewältigung: 400 m abwärts; Dauer: 1 Stunde

Gesamt
 Strecke: 9,8 km; Höhenbewältigung: 400 m auf- und abwärts; Dauer: 2 Stunden





Eine schöne Wanderung wünscht der Bergfuchs.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Rädle und Stadtschrofen Feldkirch

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Schwierigkeit (1-5): 2
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten
Höhenunterschied:  205 m aufwärts,  220 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Feldkirch
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: von und nach Feldkirch mit Bus und Bahn








Die Route
Die heutige Wanderung im Bereich der Stadt Feldkirch eignet sich fü jede Jahreszeit, ist locker an einem Nachmittag zu absolvieren und stellt keine besonderen Anforderungen an Kraft und Ausdauer. Dafür bietet sie einige sehr schöne Ausblicke auf Feldkirch, das obere Rheintal und den beginnenden Walgau.  Ausgangspunkt bildet das Landeskrankenhaus Feldkirch im Stadtteil Tisis, an den südlichen Ausläufern des Blasenberges. Bei der Bushaltestelle vor dem Hauptportal des Krankenhauses wenden wir uns nach rechts (Osten), folgen der Straße knapp hundert Meter weit und biegen dann beim Wegweiser in die erste Gasse nach links ein, die nun ansteigend in Richtung Norden führt. Nach den letzten Häusern, beim Haus "Carina" der Stiftung "Maria Ebene", geht die geteerte Straße in einen Feldweg über. Diesem folgen wir nun immer weiter, leicht aufsteigend, in einer großen S-Kurve, bis wir  zum Waldrand an der Geländekante des Blasenberges kommen.

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(Blick vom Blasenberg über Tosters zum Hohen Kasten)

Dem Waldrand entlang geht es nun weiter, durch ein Gatter, über eine Obstwiese, wieder durch ein Gatter zum Aussichtspunkt mit einige Ruhebänken auf der Westseite des Berges. Nun reicht der Blick im Westen über den zu Feldkrich gehörenden Ortsteil Tosters und den dahinter liegenden Schellenberg und darüber die Bergkette des "Hohen Kastens", die sich bereits in der Schweiz befindet. Nach Norden  weitet sich der Blick über das Obere Rheintal bis zum Kummaberg, die Vorderlandgemeinden und das Appenzeller Hügelland im Hintergrund. Ein paar Meter geht es nun zurück zum "Sattel", wo wir nach links durch den Wald in etwa fünf Minuten zum "Rädle" kommen. Dieser, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Pavillion, der einst ein Aussichtspunkt bildete, ist im Schatten hoher Bäume gut verborgen und nicht  gleich auf den ersten Blick erkennbar - je nach Jahreszeit. Damit haben wir die erste Etappe der heutigen Wanderung erreicht.

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(die Lindenallee am Blasenberg)



Weiter geht es in die entgegengesetzte Richtung aus der wir gekommen sind, der geländerbefestigten Geländekante entland abwärts (Vorsicht bei Nässe!) zur etwas tiefer liegenden "Lindenallee" am Blasenberg. Diese Allee wurde vor einigen Jahren neu angelegt und ist dem historischenVorbild nachgebildet, das früher zu der darunter gelegenen "Tschavoll-Villa" gehörte und sich lange Zeit im Privatbesitz befand. Am Anfang der Lindenallee können wir noch einmal einen sehr schönen Blick über den zu Feldkirch gehörenden Ortsteil Gisingen, am anderen Ufer des Flusses Ill, werfen. Über einige Kehren geht es nun durch den lichten Wald hinunter zu einer tiefer gelegenen Parkanlage, wo sich ein Brunnen und eine große Übersichtstafel über die Anlagen am Blasenberg befindet. Ein ehemaliges "Glashausatelier", das früher einem Künstler gehörte, dominiert den Blick. Nach etwa hundert  Metern, gelangen wir nun auf die asphaltierte Straße, in die wir nach rechts einbiegen und dieser einige hundert Meter weit folgen, vorbei am "Antoniushaus", bis die Straße durch eine Einmündung in eine Querstraße endet. Nun folgen wir dieser Straße nach rechts, vorbei am Heim der "Schulbrüder" und  biegen dann in die erste Straße links, den "Proßwaldenweg", ein, der uns zur Bundesstraße führt. Dort biegen wir nach links ab und überqueren nach etwa 150 Metern die Straße bei der Ampel. Nun befinden wir uns bei der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, gehen auf dieser Straßenseite etwa fünfzig Meter zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind (Süden) und biegen in die "Duxgasse", die erste Straße links, die steil nach oben führt, ein.


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(Blick vom Blasenberg zur Schattenburg)


Nun brauchen wir dieser Straße nur immer weiter zu folgen. Nachdem die letzten Häuser passiert wurden, endet der Asphalt  und der breite Hohlweg beginnt, der uns in etwa 10 Minuten zum buddhistischen Kloster auf der "Letze" führt. Wir biegen beim Kloster scharf nach  links ab und folgen der Straße, vorbei an einer Obstwiese und durch den Wald, bis wir auf der linken Seite den Wegweiser Richtung "Stadtschrofen" sehen.


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(Stupa beim Buddhistischen Kloster auf der "Letze")


Nun brauchen wir diesem Weg nur noch, vorbei an Buschwerk und durch den Wald, zu folgen und gelangen so zum schönen Aussichtspunkt "Stadtschrofen", der einen großartigen Blick über die Innenstadt von Feldkirch bietet, den Ardetzenberg und auf Teile des Vorderlandes und die darüber liegenden Höhensiedlungen, Viktorsberg und Fraxern.


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(Blick vom Stadtschrofen über Feldkirch und das Vorderland)




Nun folgen wir dem Wegweiser nach links in Richtung "Felsenau". Es geht jetzt durch den Wald abwärts, ein kurzes Stück entlang der Straße, dann wieder auf schmalem Weg, manchmal etwas steiler, nach unten, bis wir auf der Straße, oberhalb der Ill herauskommen. Dieses nun folgende letzte Stück, das etwa  fünf- bis sechshundert Meter lang ist, ist wenig schön zum Wandern, da es direkt an einer dicht befahrenen Hauptstraße entlang führt. Doch ist dies der kürzeste Weg in die Innenstadt von Feldkirch, der Endstation unserer Wanderung. Eine andere Möglichkeit bestünde darin hier die Brücke  über die Ill zu nehmen, auf der anderen Seite einige hundert Meter der Straße nntlang nach Göfis zu folgen und dann bei der markierten Abzweigung scharf nach links abzubiegen und so entlang des Felsens der Felsenauschlucht und zuerst durch den Wald, beim "Rösslepark" herauszukommen. Dieser Weg führt zwar nicht direkt der Hauptstraße entlang, der Lärm von Autos und der Eisenbahn lassen sich aber auch hier nicht vermeiden. Beide Wege führen nach dem "Ganahlareal" zum "Rösslepark" am Fuße, der, schon von weitem sichtbaren, Schattenburg, dem Wahrzeichen der Stadt Feldkirch.


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Details
1.) LKH - Rädle: 1,3 km; Höhenbewältigung: 75 m aufwärt; Dauer: 25 Minuten
2.) Rädle - Stadtschrofen: 3,8 km; Höhenbewältigung: 130 m aufwärts, 80 m abwärts; Dauer: 50 Minuten
3.) Stadtschrofen - Rösslepark: 1,8 km; Höhenbewältigung: 160 m abwärts; Dauer: 35 Minuten



Gesamt
 Strecke: 6,9 km; Höhenbewältigung: 205 m aufwärts, 220 m abwärts; Dauer: 1 Stunde 50 Minuten










Viel Vergnügen bei dieser Wanderung wünscht der Bergfuchs.




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Dienstag, 3. Dezember 2013

Wiens neue Weihnachtsmärkte 2013


Inzwischen ist Wien bis weit über die Grenzen Österreichs hinaus zur Weihnachtsdestination avanciert. An erster Stelle steht naturgemäß der große Markt zwischen Rathaus und Burgtheater, doch daneben hat die Stadt eine wachsende Anzahl von Märkten, über einen großen Teil des Stadtgebietes, zu bieten. Dieses Jahr sind zwei neue Lokationen hinzugekommen, die ich hier kurz vorstellen möchte. Einen umfassenden Überblick über Wiens Märkte im Advent findet sich darüber hinaus hier.


1. CHRISTKINDLMARKT AM STEPHANSPLATZ

(Christbaum am Stephansplatz)


Seit vielen Jahren schon ziert in der Adventszeit auf dem Platz zwischen Stephansdom und dem Haas-Haus ein großer, in der Nacht beleuchteter, Christbaum das Ambiente. Bislang blieb es allerdings gerade im Bereich um den Dom herum stets "dunkel". Dies hat sich in diesem Jahr erstmals geändert und ein kleiner, aber sehr schöner Markt mit 26 Standeln lädt Touristen und Einheimische zum reichlichen Konsum und  Genuss der vorweihnachtlichen Stimmung, mit allem, was dazu gehört, ein. Ein großer, der Kulinarik gewidmeter Stand dominiert  gleich beim Betreten die Aufmerksamkeit und verströmt Glühwein- und Punscharoma, strategisch geschickt, bis weit in die dahinter beginnende "Gasse" zwischen den kleineren, rechts und links, angeordneten Ständen, die, wie bei den meisten Weihnachtsmärkten üblich, in gleichem Farbton (anthrazit) und gleicher Bauweise (Quader mit Beleuchtung am Dach) gehalten sind.  Nachdem nun auch die weihnachtliche Festbeleuchtung am Graben (die Illusion eines Ballsaals wird durch lusterartige Beleuchtungskörper auf der ganzen Straße erzeugt) mit Ende November erstrahlt, wird man nun von dieser direkt zum Markt am Stephansplatz geleitet. Angebotsmäßig wird all jenes offeriert, was man auch auf den anderen Weihnachtsmärkten erwartet: heiße Getränke, mit oder ohne Alkohol, Christbauschmuck, Süßigkeiten und das eine oder andere Kunsthandwerkerzeugnis. Insofern ist der Markt kein Kontrast zum Gewohnten, die Lage hingegen besticht und man muss sagen, dass damit ein Christkindlmarkt genau an jenen Platz "zurückgekehrt" ist, an dem man ihn am ehesten erwarten kann: im Zentrum einer Stadt, bei einer Kirche (der christliche Urspung lässt grüßen) - ein bisschen wie der bekannte Markt in Mariazell (freilich ohne die Bergkulisse und die einmalige Atmosphäre auf dem Land).
 
 
(Standln beim Markt am Stephansplatz)



2. WEIHNACHTSMARKT AUF DER SCHLEIFMÜHLBRÜCKE (BEIM NASCHMARKT)

Am Ende des Naschmarkts, auf der extra zu diesem Zweck gesperrten Schleifmühlbrücke (über den  Wienfluss), befindet sich ein kleiner Weihnachtsmarkt, der heuer zum ersten Mal seine Tore öffnete. Der Markt wird von den Besuchern, die meisten davon kommen im Zuge eines Einkaufs beim Naschmarkt auf einen "Abstecher" vorbei,  gut aufgenommen wird. Das Angebot ist klein, aber doch im Kern genau das, was es für einen kurzen Ausflug in den Advent braucht, gerade dann, wenn man sich nach der Arbeit noch  mit einem warmen Getränk, mit ein paar Freunden oder Arbeitskollegen die Zeit vertreiben möchte.

Soviel zu den in diesem Jahr erstmal unterhaltenen Adventmärkten in Wien. Mit den besten Empfehlungen vom Bergfuchs!

Montag, 25. November 2013

Ums Ruggeller Riet

Übersicht
Schwierigkeit: 1
Strecke:  12,8 km,  3 Stunden, 5 Minuten
Einkehrmöglichkeiten
: Ruggell, Bangs
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Liechtenstein-Bus

Die heutige Wanderung führt uns durch das Gemeindegebiet von Ruggell, der nördlichsten Gemeinde des Fürstentums Liechtenstein. Die Route verläuft durchwegs in der Ebene, weshalb dieses Mal kein Geländeprofil angefügt wurde.

Route
Ausgangspunkt der Tour bildet die Kirche von Ruggell. Von dort gelangen wir, indem wir ein paar Schritte in Richtung Norden gehen, zur Straßen, die nach Osten in Richtung Zollamt (Österreich) führt und folgen ihr in dieser Richtung etwa fünfzig Meter weit. Dort überqueren wir die Straße und folgen der auf der anderen Seite beginnenden Straße in Richtung Mölibach. Bei diesem kleine Bach biegen wir nach links ab und folgen dem Weg bis zur nächsten Kreuzung, wo wir rechts einbiegen, uns im weiteren Verlauf links halten, und so auf den Damm des Binnenkanals gelangen. Diesem bolzengerade verlaufenden Damm folgen wir auf seiner Krone nun ein ganzes Stück (ca. 20 Minuten). Zur Rechten  finden wir Buschwerk, hinterm dem der Bach fließt, der zur Zeit der Vegetation hier meist nur zu hören aber nicht zu sehen ist.

(Kapelle von Bangs)


Nach etwa einem Kilometer beginnt der Kanal abwechslungsreicher zu fließen. Auf dem Damm selbst hat man einen guten Überblick über das große Riet, das sich im Osten ausdehnt und zum Teil intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Bei einer Brücke über den Kanal, wo der Radweg das Gewässer überquert gehen wir vom Damm ab und folgen dem lieblich angelegten und sehr schön hergerichteten Uferweg. Von nun an zeigt sich bis zur Mündung des Kanals eine hervorragend gestaltete Naturlandschaft mit  unterschiedlich schnell fließenden Gewässern (mehrere Arme des Kanals), dichtem Bewuchs und interssanter Flora und Fauna. Bei der Mündung des Kanals in den Rhein folgen wird dem Weg noch einige Meter nach Norden, bis wir wieder nach oben auf  den Damm gelangen. Den Hinweistafeln folgend geht es nun nach Osten durch Wald und Wiesen Richtung Grenze, bis wir  zu einer Kreuzung gelangen, wo uns ein Hinweisschild nach Norden (Bangs) und damit nach Österreich weist.  Wir biegen nach links ab und kommen über ein kleines Brücklein, vorbei an einer historischen Grenztafel "Kaiserthum Österreich" in einigen Kehren zur kleinen Kapelle von Bangs.  Die kleine Ortschaft Bangs gehört zur Stadt Feldkirch und bildet den westlichsten Punkt der Republik  Österreich. In Bangs bietet sich auch die Gelegenheit eine Rast einzulegen und eine Stärkung zu sich zu nehmen.
 
(Im Ruggeller Riet)


Wir folgen nun dem Weg zurück über die Grenze und halten uns bei der Kreuzung auf Ruggeller Gebiet dieses Mal gerade aus, bis wir nach ein paar hundert Metern zu einem Stall kommen, wo eine Hinweistafel in Richtung Zollamt weist. Wir folgen dieser Richtung nach Osten und gelangen so nach etwas mehr als einem Kilometer zum Zollamt (schweizerisches Zollamt im Fürstentum Liechtenstein). Wir wandern nun am nördlichen Rand des Naturschützgebietes Ruggeller Riet  entlang und können so die vielen einzeln stehenden Bäume des Riets genießen. Das Bergpanorama ist
hier ebenfalls großartig: Über dem sich grün erhebenden Schellenberg erkennt man den Rätikon, mit dem von hier gut erkennbaren Felsmassiv der Dreischwestern, im Süden kommen die Churfisten ins Blickfeld und im Westen begrenzt der Hohe Kasten und die Berge des Alpsteins das Gelände.

(Weg am Binnenkanal)


Beim Zollamt überqueren wir die Straße, bis wir zum Weg am Fuße des Schellenberges  gelangen. Nun biegen wir nach rechts (Süden) ab und folen diesem Weg etwa zwei Kilometer weit bis wir eine  Kreuzung erreichen, wo sich der Hinweis auf Ruggell und dessen Ortszentrum findet. Nachdem wir hier nach rechts abgebogen sind, gelangen wir nach etwa 25 Minuten wieder zu unserem Ausgangspunkt, der Kirche von Ruggell, wo unsere heutige Wanderung endet. 
 
Ruggell wurde bereits im Jahre 933 erwähnt. Der Name leitet sich vom Lateinischen roncale für Roden ab und  deutet darauf hin, dass die damals ansässige Bevölkerung noch romanischen Urspungs war. Lange Zeit war die Gemeinde kirchlich mit Bendern verbunden und löste sich erst relativ spät von dieser. Die größte Gefahr  für die Bewohner und vor allem für deren Ernte stellte seit jeher der Rhein mit seinen regelmäßigen Hochwassern dar. Noch im 19. Jahrhundert gab es in regelmäßigen Abständen großflächige Überschwemmungen, die erst allmählich durch die voranschreitende internationale Verbauung und Regulierung des Rheins eingeschränkt werden konnte. Die  letzten verheerenden Hochwasser gab es deshalb 1910 und insbesondere im September 1927 als der Rheindamm bei Schaan brach und weite Teile des Liechtensteiner Unterlandes überflutete.
 


Details:
Ruggell Kirche - Bangs (A): 5 km; 1 Stunde 15 Minuten
Bangs (A)- Zollamt: 3,8 km; 50 Minuten
Zollamt - Ruggell Kirche: 4 km; 1 Stunde
 
Gesamt: Strecke: 12,8 km; Dauer: 3 Stunden, 5 Minuten

Eine schöne Wanderung ums Ruggeller Riet wünscht der Bergfuchs.


Freitag, 1. November 2013

Am Eschnerberg in Liechtenstein


Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 1
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten
Höhenunterschied:  240 m aufwärts,  240 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Bendern, Eschen
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Liechtenstein-Bus von und nach Bendern




Die Route
Die heutige Wanderung führt uns in einen der kleinsten Staaten Europas, das Fürstentum Liechtenstein. Trotz seiner geographischen Kleinheit ist das Land unerwartet abwechslungsreich und führt von den Ebenen am rechten Ufer des Rheins bis weit hinauf auf die hohen Berge des Rätikons, mit weit über 2000 Metern Seehöhe. Historisch gesehen ist das Fürstentum Liechtenstein im Jahre 1719 durch den Zusammenschluss der Herrschaften Vaduz und Schellenberg durch das Haus Liechtenstein und durch die Verleihung der Reichsunmittelbarkeit durch Kaiser Karl VI. entstanden und steuert damit in wenigen Jahren auf den "300er" zu. Nach jahrhundertelanger Verbundenheit mit dem "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen", dessen Teil das Fürstentum mit Sitz und Stimme im Reichstag war und langer Verbundenheit mit dem "Kaiserthum Österreich", schloss sich der Kleinstaat nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu einer Zoll- und Währungsunion zusammen. Im Zweiten Weltkriegblieb das Land neutral, sicherte sich Vorteile in Bezug auf die Nachbarn Österreich und Schweiz und wurde vom Haus Liechtenstein in weiser Voraussicht regiert, so dass das Land heute als eines der prosperierendsten und lebenswertesten Länder der Welt darstellt. In vielerlei Hinsicht ist im Liechtenstein in den letzten (zumindest) hundert Jahren vieles richtig gemacht worden, was in der "großenPolitik" Europas nur allzuoft "verbockt" wurden. Mit einem pragmatischen, vernünftigen und gottesfürchtigen Wesen haben die Liechtensteiner die Stürme der Zeit erfolgreich überstanden und stehen heute zurecht besserda, als so mancher andere Staat des Kontinents. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte vor allem der legendäre Fürst Franz Josef für die Industrialisierung des ursprünglich bäuerlich geprägten Landes und machte seine Herrschaft zu einem international bedeutenden Finanz- und Wirtschaftsplatz.
 
(Blick auf Oberbendern und die Schweizer Berge)


Ausgangspunkt bildet die im romanischen Stil erbaute Kirche von Bender, die auf einer leichten Anhöhe über dem Talgrund liegt und einen wunderbaren Ausblick auf das südliche Rheintal und die  Schweizer Berge bietet. Bendern gehört zu den ältesten bewohnten Gebieten des Fürstentums, ist keltischen Ursprungs, und bedeuteten dem Namen nach soviel wie "Befestigter Hof auf der Anhöhe". Die Herrschaft Schellenberg, der der auch Bendern gehörte, wurde als erste von den Fürsten von Liechtenstein erworben und hier wurde den neuen Landesherrn als erstes gehuldigt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass hier die ersten Liechstensteiner zuhause sind.
 
Vom Friedhof aus wandern wir in Richtung Norden vorbei am "Liechtenstein Institut" und dem dahinter liegenden Pfarrhof, der für etwa hundert Jahre Sitz der Prämonstratenser von Chur war, nachdem diese ihren Sitz Chur im 16. Jahrhundert durch die dort vorherrschende Reformation verlassen mussten, überqueren wir die folgende Kreuzung und wandern bis zum Ende der geteerten Straße und erreichen so am Ortsende einen leicht ansteigend Feldweg. Diesem folgen wir nun, vorbei an schön angelegten Ruhebänken und entsprechenden Informationstafeln über Wiesen. Der Blick reicht in Gehrichtung ins "Österreichische" hinein, auf der rechten Seite erhebt sich über Nendeln der steil aufragende Gebirgsstock des "Älpele" und den darüber liegenden, sich majestätisch erhebenden und weitum bekannten "Drei Schwestern", die von Liechtenstein aus gut über die Höhensiedlung "Planken" oberhalb von Schaan zu erreichen sind.
 
(Am Eschnerberg)


Der Weg von Feldkirch über den Roferberg (Eschen) gilt als einer der ältesten Pilgerwege im Rheintal zum weltberühmten Kloster Einsiedeln. Auf diesem historischen Pilgerweg befinden wir uns nun in umgekehrter Richtung. Auch führte seit Urzeiten eine Straße entlang von Feldkirch, Nendeln, Maienfeld nach Chur, welches das älteste Bistum der Gegend ist und  bereits im fünften Jahrhundert als Bischofssitz erwähnt wird. Das Rheintal bildete bereits zur Römerzeit ein "Einlasstor" nach Italien, da über den San Bernardino und den Splügen-Pass das Tessin und damit auch die Ebene Norditaliens (mit Mailand als lange Zeit Hauptstadt des Römischen Reiches) schnell und verhältnismäßig leicht zu erreichen waren. Freilich lagen die Gebiete unmittelbar in der Nähe des Rheins noch lange als Sümpfe vor, so dass die Straßen in erhöhten Lagen, unterhalb der steilen Berghänge geführt wurden. Einstmals reichte der Bodensee über das gesamte  Rheintal hinweg bis nach Sargans und Chur - die letzten Reste der Sümpfe wurden erst im 19. Jahrhundert, vor allem durch den berühmten Ingenieur Johann Alois Negrelli (der auch den Suez-Kanal plante), beseitigt.
 
Vorbei an einigen Häusern kommen wir nun zu einer Kreuzung, wo die Straße, die von Gamprin heraufführt einmündet. Wir biegen nach rechts ab und folgen dieser Straße nun ein ganzes Stück weit, bis zur nächsten Kreuzung bei der Häusergruppe "Stig" - wir befinden uns nun bereits in der Gemeinde Eschen - biegen nach links ab und folgen diesem Weg bis zum letzten Haus, beim "Wingert Ebni" oberhalb dessen beim Weingarten, sich ein Wegweiser  befindet. Wir halten uns links und folgen dem ansteigenden Weg Richtung "Studa" weiter, der uns nun in den Wald führt. Immer der guten Beschilderung folgend gelangen wir zu einer kleinen Lichtung im Wald, halten uns dort am Waldrand entlang und folgen dem Wegweiser, der uns auf einen Pfad weist, der in mehreren Kehren zur prähistorischen Siedlung "Malanser" auf der Spitze des Eschnerberges führt.
 
(Blick auf das südliche Rheintal)

 
Dem Wegweiser folgend biegen wir anschließend nach rechts ab und folgen dem schönen Weg durch den Mischwald den Berg hinunter, über einige schöne Aussichtspunkte und über Wiesen im unteren Teil, bis wir wieder zum Wegweiser beim Weingut "Ebni" kommen. Nun folgen wir einige hunderte Meter weit dem Weg, den wir schon beim Anstieg zurückgelegt haben bis wir wieder zur Häusergruppe "Stig" kommen. Dieses Mal biegen wir jedoch nicht rechts ab, sondern überqueren die Kreuzung und folgen kurz der Gemeindestraße, bis kurz darauf nach rechts der "Roferbergweg" abzweigt, dem wir bis zur Roferbergkapelle folgen. Bei der historischen Kapelle unterhalb des Gasthof Hirschen, wenden wir uns nach rechts uns folgen der Straße bis wir wieder in Bendern angekommen sind. Anstatt auf die Hauptstraße zu gelangen, halten wir uns rechts und zweigen auf die "Plattagass", die in einer Kurve unterhalb von Oberbendern einmündet ab. In wenigen Minuten stehen wir wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Kirchplatz von Bendern. Dort endet unsere heutige Wanderung.
 



Details
1.) Bendern - Malanser: 3 km; Höhenbewältigung: 240 m aufwärts; Dauer: 1 Stunde
2.) Malanser - Bendern: 3 km; Höhenbewältigung: 240 m abwärts; Dauer: 50 Minuten

Gesamt
 Strecke: 6 km; Höhenbewältigung: 240 m aufwärts, 240 m abwärts; Dauer: 1 Stunde 50 Minuten


Viel Vergnügen bei dieser schönen Wanderung wünscht der Bergfuchs.