Donnerstag, 30. Januar 2014

Rädle und Stadtschrofen Feldkirch

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Schwierigkeit (1-5): 2
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten
Höhenunterschied:  205 m aufwärts,  220 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Feldkirch
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: von und nach Feldkirch mit Bus und Bahn








Die Route
Die heutige Wanderung im Bereich der Stadt Feldkirch eignet sich fü jede Jahreszeit, ist locker an einem Nachmittag zu absolvieren und stellt keine besonderen Anforderungen an Kraft und Ausdauer. Dafür bietet sie einige sehr schöne Ausblicke auf Feldkirch, das obere Rheintal und den beginnenden Walgau.  Ausgangspunkt bildet das Landeskrankenhaus Feldkirch im Stadtteil Tisis, an den südlichen Ausläufern des Blasenberges. Bei der Bushaltestelle vor dem Hauptportal des Krankenhauses wenden wir uns nach rechts (Osten), folgen der Straße knapp hundert Meter weit und biegen dann beim Wegweiser in die erste Gasse nach links ein, die nun ansteigend in Richtung Norden führt. Nach den letzten Häusern, beim Haus "Carina" der Stiftung "Maria Ebene", geht die geteerte Straße in einen Feldweg über. Diesem folgen wir nun immer weiter, leicht aufsteigend, in einer großen S-Kurve, bis wir  zum Waldrand an der Geländekante des Blasenberges kommen.

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(Blick vom Blasenberg über Tosters zum Hohen Kasten)

Dem Waldrand entlang geht es nun weiter, durch ein Gatter, über eine Obstwiese, wieder durch ein Gatter zum Aussichtspunkt mit einige Ruhebänken auf der Westseite des Berges. Nun reicht der Blick im Westen über den zu Feldkrich gehörenden Ortsteil Tosters und den dahinter liegenden Schellenberg und darüber die Bergkette des "Hohen Kastens", die sich bereits in der Schweiz befindet. Nach Norden  weitet sich der Blick über das Obere Rheintal bis zum Kummaberg, die Vorderlandgemeinden und das Appenzeller Hügelland im Hintergrund. Ein paar Meter geht es nun zurück zum "Sattel", wo wir nach links durch den Wald in etwa fünf Minuten zum "Rädle" kommen. Dieser, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammende Pavillion, der einst ein Aussichtspunkt bildete, ist im Schatten hoher Bäume gut verborgen und nicht  gleich auf den ersten Blick erkennbar - je nach Jahreszeit. Damit haben wir die erste Etappe der heutigen Wanderung erreicht.

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(die Lindenallee am Blasenberg)



Weiter geht es in die entgegengesetzte Richtung aus der wir gekommen sind, der geländerbefestigten Geländekante entland abwärts (Vorsicht bei Nässe!) zur etwas tiefer liegenden "Lindenallee" am Blasenberg. Diese Allee wurde vor einigen Jahren neu angelegt und ist dem historischenVorbild nachgebildet, das früher zu der darunter gelegenen "Tschavoll-Villa" gehörte und sich lange Zeit im Privatbesitz befand. Am Anfang der Lindenallee können wir noch einmal einen sehr schönen Blick über den zu Feldkirch gehörenden Ortsteil Gisingen, am anderen Ufer des Flusses Ill, werfen. Über einige Kehren geht es nun durch den lichten Wald hinunter zu einer tiefer gelegenen Parkanlage, wo sich ein Brunnen und eine große Übersichtstafel über die Anlagen am Blasenberg befindet. Ein ehemaliges "Glashausatelier", das früher einem Künstler gehörte, dominiert den Blick. Nach etwa hundert  Metern, gelangen wir nun auf die asphaltierte Straße, in die wir nach rechts einbiegen und dieser einige hundert Meter weit folgen, vorbei am "Antoniushaus", bis die Straße durch eine Einmündung in eine Querstraße endet. Nun folgen wir dieser Straße nach rechts, vorbei am Heim der "Schulbrüder" und  biegen dann in die erste Straße links, den "Proßwaldenweg", ein, der uns zur Bundesstraße führt. Dort biegen wir nach links ab und überqueren nach etwa 150 Metern die Straße bei der Ampel. Nun befinden wir uns bei der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, gehen auf dieser Straßenseite etwa fünfzig Meter zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind (Süden) und biegen in die "Duxgasse", die erste Straße links, die steil nach oben führt, ein.


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(Blick vom Blasenberg zur Schattenburg)


Nun brauchen wir dieser Straße nur immer weiter zu folgen. Nachdem die letzten Häuser passiert wurden, endet der Asphalt  und der breite Hohlweg beginnt, der uns in etwa 10 Minuten zum buddhistischen Kloster auf der "Letze" führt. Wir biegen beim Kloster scharf nach  links ab und folgen der Straße, vorbei an einer Obstwiese und durch den Wald, bis wir auf der linken Seite den Wegweiser Richtung "Stadtschrofen" sehen.


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(Stupa beim Buddhistischen Kloster auf der "Letze")


Nun brauchen wir diesem Weg nur noch, vorbei an Buschwerk und durch den Wald, zu folgen und gelangen so zum schönen Aussichtspunkt "Stadtschrofen", der einen großartigen Blick über die Innenstadt von Feldkirch bietet, den Ardetzenberg und auf Teile des Vorderlandes und die darüber liegenden Höhensiedlungen, Viktorsberg und Fraxern.


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(Blick vom Stadtschrofen über Feldkirch und das Vorderland)




Nun folgen wir dem Wegweiser nach links in Richtung "Felsenau". Es geht jetzt durch den Wald abwärts, ein kurzes Stück entlang der Straße, dann wieder auf schmalem Weg, manchmal etwas steiler, nach unten, bis wir auf der Straße, oberhalb der Ill herauskommen. Dieses nun folgende letzte Stück, das etwa  fünf- bis sechshundert Meter lang ist, ist wenig schön zum Wandern, da es direkt an einer dicht befahrenen Hauptstraße entlang führt. Doch ist dies der kürzeste Weg in die Innenstadt von Feldkirch, der Endstation unserer Wanderung. Eine andere Möglichkeit bestünde darin hier die Brücke  über die Ill zu nehmen, auf der anderen Seite einige hundert Meter der Straße nntlang nach Göfis zu folgen und dann bei der markierten Abzweigung scharf nach links abzubiegen und so entlang des Felsens der Felsenauschlucht und zuerst durch den Wald, beim "Rösslepark" herauszukommen. Dieser Weg führt zwar nicht direkt der Hauptstraße entlang, der Lärm von Autos und der Eisenbahn lassen sich aber auch hier nicht vermeiden. Beide Wege führen nach dem "Ganahlareal" zum "Rösslepark" am Fuße, der, schon von weitem sichtbaren, Schattenburg, dem Wahrzeichen der Stadt Feldkirch.


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Details
1.) LKH - Rädle: 1,3 km; Höhenbewältigung: 75 m aufwärt; Dauer: 25 Minuten
2.) Rädle - Stadtschrofen: 3,8 km; Höhenbewältigung: 130 m aufwärts, 80 m abwärts; Dauer: 50 Minuten
3.) Stadtschrofen - Rösslepark: 1,8 km; Höhenbewältigung: 160 m abwärts; Dauer: 35 Minuten



Gesamt
 Strecke: 6,9 km; Höhenbewältigung: 205 m aufwärts, 220 m abwärts; Dauer: 1 Stunde 50 Minuten










Viel Vergnügen bei dieser Wanderung wünscht der Bergfuchs.




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Dienstag, 3. Dezember 2013

Wiens neue Weihnachtsmärkte 2013


Inzwischen ist Wien bis weit über die Grenzen Österreichs hinaus zur Weihnachtsdestination avanciert. An erster Stelle steht naturgemäß der große Markt zwischen Rathaus und Burgtheater, doch daneben hat die Stadt eine wachsende Anzahl von Märkten, über einen großen Teil des Stadtgebietes, zu bieten. Dieses Jahr sind zwei neue Lokationen hinzugekommen, die ich hier kurz vorstellen möchte. Einen umfassenden Überblick über Wiens Märkte im Advent findet sich darüber hinaus hier.


1. CHRISTKINDLMARKT AM STEPHANSPLATZ

(Christbaum am Stephansplatz)


Seit vielen Jahren schon ziert in der Adventszeit auf dem Platz zwischen Stephansdom und dem Haas-Haus ein großer, in der Nacht beleuchteter, Christbaum das Ambiente. Bislang blieb es allerdings gerade im Bereich um den Dom herum stets "dunkel". Dies hat sich in diesem Jahr erstmals geändert und ein kleiner, aber sehr schöner Markt mit 26 Standeln lädt Touristen und Einheimische zum reichlichen Konsum und  Genuss der vorweihnachtlichen Stimmung, mit allem, was dazu gehört, ein. Ein großer, der Kulinarik gewidmeter Stand dominiert  gleich beim Betreten die Aufmerksamkeit und verströmt Glühwein- und Punscharoma, strategisch geschickt, bis weit in die dahinter beginnende "Gasse" zwischen den kleineren, rechts und links, angeordneten Ständen, die, wie bei den meisten Weihnachtsmärkten üblich, in gleichem Farbton (anthrazit) und gleicher Bauweise (Quader mit Beleuchtung am Dach) gehalten sind.  Nachdem nun auch die weihnachtliche Festbeleuchtung am Graben (die Illusion eines Ballsaals wird durch lusterartige Beleuchtungskörper auf der ganzen Straße erzeugt) mit Ende November erstrahlt, wird man nun von dieser direkt zum Markt am Stephansplatz geleitet. Angebotsmäßig wird all jenes offeriert, was man auch auf den anderen Weihnachtsmärkten erwartet: heiße Getränke, mit oder ohne Alkohol, Christbauschmuck, Süßigkeiten und das eine oder andere Kunsthandwerkerzeugnis. Insofern ist der Markt kein Kontrast zum Gewohnten, die Lage hingegen besticht und man muss sagen, dass damit ein Christkindlmarkt genau an jenen Platz "zurückgekehrt" ist, an dem man ihn am ehesten erwarten kann: im Zentrum einer Stadt, bei einer Kirche (der christliche Urspung lässt grüßen) - ein bisschen wie der bekannte Markt in Mariazell (freilich ohne die Bergkulisse und die einmalige Atmosphäre auf dem Land).
 
 
(Standln beim Markt am Stephansplatz)



2. WEIHNACHTSMARKT AUF DER SCHLEIFMÜHLBRÜCKE (BEIM NASCHMARKT)

Am Ende des Naschmarkts, auf der extra zu diesem Zweck gesperrten Schleifmühlbrücke (über den  Wienfluss), befindet sich ein kleiner Weihnachtsmarkt, der heuer zum ersten Mal seine Tore öffnete. Der Markt wird von den Besuchern, die meisten davon kommen im Zuge eines Einkaufs beim Naschmarkt auf einen "Abstecher" vorbei,  gut aufgenommen wird. Das Angebot ist klein, aber doch im Kern genau das, was es für einen kurzen Ausflug in den Advent braucht, gerade dann, wenn man sich nach der Arbeit noch  mit einem warmen Getränk, mit ein paar Freunden oder Arbeitskollegen die Zeit vertreiben möchte.

Soviel zu den in diesem Jahr erstmal unterhaltenen Adventmärkten in Wien. Mit den besten Empfehlungen vom Bergfuchs!

Montag, 25. November 2013

Ums Ruggeller Riet

Übersicht
Schwierigkeit: 1
Strecke:  12,8 km,  3 Stunden, 5 Minuten
Einkehrmöglichkeiten
: Ruggell, Bangs
Erreichbarkeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: Liechtenstein-Bus

Die heutige Wanderung führt uns durch das Gemeindegebiet von Ruggell, der nördlichsten Gemeinde des Fürstentums Liechtenstein. Die Route verläuft durchwegs in der Ebene, weshalb dieses Mal kein Geländeprofil angefügt wurde.

Route
Ausgangspunkt der Tour bildet die Kirche von Ruggell. Von dort gelangen wir, indem wir ein paar Schritte in Richtung Norden gehen, zur Straßen, die nach Osten in Richtung Zollamt (Österreich) führt und folgen ihr in dieser Richtung etwa fünfzig Meter weit. Dort überqueren wir die Straße und folgen der auf der anderen Seite beginnenden Straße in Richtung Mölibach. Bei diesem kleine Bach biegen wir nach links ab und folgen dem Weg bis zur nächsten Kreuzung, wo wir rechts einbiegen, uns im weiteren Verlauf links halten, und so auf den Damm des Binnenkanals gelangen. Diesem bolzengerade verlaufenden Damm folgen wir auf seiner Krone nun ein ganzes Stück (ca. 20 Minuten). Zur Rechten  finden wir Buschwerk, hinterm dem der Bach fließt, der zur Zeit der Vegetation hier meist nur zu hören aber nicht zu sehen ist.

(Kapelle von Bangs)


Nach etwa einem Kilometer beginnt der Kanal abwechslungsreicher zu fließen. Auf dem Damm selbst hat man einen guten Überblick über das große Riet, das sich im Osten ausdehnt und zum Teil intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Bei einer Brücke über den Kanal, wo der Radweg das Gewässer überquert gehen wir vom Damm ab und folgen dem lieblich angelegten und sehr schön hergerichteten Uferweg. Von nun an zeigt sich bis zur Mündung des Kanals eine hervorragend gestaltete Naturlandschaft mit  unterschiedlich schnell fließenden Gewässern (mehrere Arme des Kanals), dichtem Bewuchs und interssanter Flora und Fauna. Bei der Mündung des Kanals in den Rhein folgen wird dem Weg noch einige Meter nach Norden, bis wir wieder nach oben auf  den Damm gelangen. Den Hinweistafeln folgend geht es nun nach Osten durch Wald und Wiesen Richtung Grenze, bis wir  zu einer Kreuzung gelangen, wo uns ein Hinweisschild nach Norden (Bangs) und damit nach Österreich weist.  Wir biegen nach links ab und kommen über ein kleines Brücklein, vorbei an einer historischen Grenztafel "Kaiserthum Österreich" in einigen Kehren zur kleinen Kapelle von Bangs.  Die kleine Ortschaft Bangs gehört zur Stadt Feldkirch und bildet den westlichsten Punkt der Republik  Österreich. In Bangs bietet sich auch die Gelegenheit eine Rast einzulegen und eine Stärkung zu sich zu nehmen.
 
(Im Ruggeller Riet)


Wir folgen nun dem Weg zurück über die Grenze und halten uns bei der Kreuzung auf Ruggeller Gebiet dieses Mal gerade aus, bis wir nach ein paar hundert Metern zu einem Stall kommen, wo eine Hinweistafel in Richtung Zollamt weist. Wir folgen dieser Richtung nach Osten und gelangen so nach etwas mehr als einem Kilometer zum Zollamt (schweizerisches Zollamt im Fürstentum Liechtenstein). Wir wandern nun am nördlichen Rand des Naturschützgebietes Ruggeller Riet  entlang und können so die vielen einzeln stehenden Bäume des Riets genießen. Das Bergpanorama ist
hier ebenfalls großartig: Über dem sich grün erhebenden Schellenberg erkennt man den Rätikon, mit dem von hier gut erkennbaren Felsmassiv der Dreischwestern, im Süden kommen die Churfisten ins Blickfeld und im Westen begrenzt der Hohe Kasten und die Berge des Alpsteins das Gelände.

(Weg am Binnenkanal)


Beim Zollamt überqueren wir die Straße, bis wir zum Weg am Fuße des Schellenberges  gelangen. Nun biegen wir nach rechts (Süden) ab und folen diesem Weg etwa zwei Kilometer weit bis wir eine  Kreuzung erreichen, wo sich der Hinweis auf Ruggell und dessen Ortszentrum findet. Nachdem wir hier nach rechts abgebogen sind, gelangen wir nach etwa 25 Minuten wieder zu unserem Ausgangspunkt, der Kirche von Ruggell, wo unsere heutige Wanderung endet. 
 
Ruggell wurde bereits im Jahre 933 erwähnt. Der Name leitet sich vom Lateinischen roncale für Roden ab und  deutet darauf hin, dass die damals ansässige Bevölkerung noch romanischen Urspungs war. Lange Zeit war die Gemeinde kirchlich mit Bendern verbunden und löste sich erst relativ spät von dieser. Die größte Gefahr  für die Bewohner und vor allem für deren Ernte stellte seit jeher der Rhein mit seinen regelmäßigen Hochwassern dar. Noch im 19. Jahrhundert gab es in regelmäßigen Abständen großflächige Überschwemmungen, die erst allmählich durch die voranschreitende internationale Verbauung und Regulierung des Rheins eingeschränkt werden konnte. Die  letzten verheerenden Hochwasser gab es deshalb 1910 und insbesondere im September 1927 als der Rheindamm bei Schaan brach und weite Teile des Liechtensteiner Unterlandes überflutete.
 


Details:
Ruggell Kirche - Bangs (A): 5 km; 1 Stunde 15 Minuten
Bangs (A)- Zollamt: 3,8 km; 50 Minuten
Zollamt - Ruggell Kirche: 4 km; 1 Stunde
 
Gesamt: Strecke: 12,8 km; Dauer: 3 Stunden, 5 Minuten

Eine schöne Wanderung ums Ruggeller Riet wünscht der Bergfuchs.


Freitag, 1. November 2013

Am Eschnerberg in Liechtenstein


Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 1
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten
Höhenunterschied:  240 m aufwärts,  240 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Bendern, Eschen
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Liechtenstein-Bus von und nach Bendern




Die Route
Die heutige Wanderung führt uns in einen der kleinsten Staaten Europas, das Fürstentum Liechtenstein. Trotz seiner geographischen Kleinheit ist das Land unerwartet abwechslungsreich und führt von den Ebenen am rechten Ufer des Rheins bis weit hinauf auf die hohen Berge des Rätikons, mit weit über 2000 Metern Seehöhe. Historisch gesehen ist das Fürstentum Liechtenstein im Jahre 1719 durch den Zusammenschluss der Herrschaften Vaduz und Schellenberg durch das Haus Liechtenstein und durch die Verleihung der Reichsunmittelbarkeit durch Kaiser Karl VI. entstanden und steuert damit in wenigen Jahren auf den "300er" zu. Nach jahrhundertelanger Verbundenheit mit dem "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen", dessen Teil das Fürstentum mit Sitz und Stimme im Reichstag war und langer Verbundenheit mit dem "Kaiserthum Österreich", schloss sich der Kleinstaat nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu einer Zoll- und Währungsunion zusammen. Im Zweiten Weltkriegblieb das Land neutral, sicherte sich Vorteile in Bezug auf die Nachbarn Österreich und Schweiz und wurde vom Haus Liechtenstein in weiser Voraussicht regiert, so dass das Land heute als eines der prosperierendsten und lebenswertesten Länder der Welt darstellt. In vielerlei Hinsicht ist im Liechtenstein in den letzten (zumindest) hundert Jahren vieles richtig gemacht worden, was in der "großenPolitik" Europas nur allzuoft "verbockt" wurden. Mit einem pragmatischen, vernünftigen und gottesfürchtigen Wesen haben die Liechtensteiner die Stürme der Zeit erfolgreich überstanden und stehen heute zurecht besserda, als so mancher andere Staat des Kontinents. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte vor allem der legendäre Fürst Franz Josef für die Industrialisierung des ursprünglich bäuerlich geprägten Landes und machte seine Herrschaft zu einem international bedeutenden Finanz- und Wirtschaftsplatz.
 
(Blick auf Oberbendern und die Schweizer Berge)


Ausgangspunkt bildet die im romanischen Stil erbaute Kirche von Bender, die auf einer leichten Anhöhe über dem Talgrund liegt und einen wunderbaren Ausblick auf das südliche Rheintal und die  Schweizer Berge bietet. Bendern gehört zu den ältesten bewohnten Gebieten des Fürstentums, ist keltischen Ursprungs, und bedeuteten dem Namen nach soviel wie "Befestigter Hof auf der Anhöhe". Die Herrschaft Schellenberg, der der auch Bendern gehörte, wurde als erste von den Fürsten von Liechtenstein erworben und hier wurde den neuen Landesherrn als erstes gehuldigt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass hier die ersten Liechstensteiner zuhause sind.
 
Vom Friedhof aus wandern wir in Richtung Norden vorbei am "Liechtenstein Institut" und dem dahinter liegenden Pfarrhof, der für etwa hundert Jahre Sitz der Prämonstratenser von Chur war, nachdem diese ihren Sitz Chur im 16. Jahrhundert durch die dort vorherrschende Reformation verlassen mussten, überqueren wir die folgende Kreuzung und wandern bis zum Ende der geteerten Straße und erreichen so am Ortsende einen leicht ansteigend Feldweg. Diesem folgen wir nun, vorbei an schön angelegten Ruhebänken und entsprechenden Informationstafeln über Wiesen. Der Blick reicht in Gehrichtung ins "Österreichische" hinein, auf der rechten Seite erhebt sich über Nendeln der steil aufragende Gebirgsstock des "Älpele" und den darüber liegenden, sich majestätisch erhebenden und weitum bekannten "Drei Schwestern", die von Liechtenstein aus gut über die Höhensiedlung "Planken" oberhalb von Schaan zu erreichen sind.
 
(Am Eschnerberg)


Der Weg von Feldkirch über den Roferberg (Eschen) gilt als einer der ältesten Pilgerwege im Rheintal zum weltberühmten Kloster Einsiedeln. Auf diesem historischen Pilgerweg befinden wir uns nun in umgekehrter Richtung. Auch führte seit Urzeiten eine Straße entlang von Feldkirch, Nendeln, Maienfeld nach Chur, welches das älteste Bistum der Gegend ist und  bereits im fünften Jahrhundert als Bischofssitz erwähnt wird. Das Rheintal bildete bereits zur Römerzeit ein "Einlasstor" nach Italien, da über den San Bernardino und den Splügen-Pass das Tessin und damit auch die Ebene Norditaliens (mit Mailand als lange Zeit Hauptstadt des Römischen Reiches) schnell und verhältnismäßig leicht zu erreichen waren. Freilich lagen die Gebiete unmittelbar in der Nähe des Rheins noch lange als Sümpfe vor, so dass die Straßen in erhöhten Lagen, unterhalb der steilen Berghänge geführt wurden. Einstmals reichte der Bodensee über das gesamte  Rheintal hinweg bis nach Sargans und Chur - die letzten Reste der Sümpfe wurden erst im 19. Jahrhundert, vor allem durch den berühmten Ingenieur Johann Alois Negrelli (der auch den Suez-Kanal plante), beseitigt.
 
Vorbei an einigen Häusern kommen wir nun zu einer Kreuzung, wo die Straße, die von Gamprin heraufführt einmündet. Wir biegen nach rechts ab und folgen dieser Straße nun ein ganzes Stück weit, bis zur nächsten Kreuzung bei der Häusergruppe "Stig" - wir befinden uns nun bereits in der Gemeinde Eschen - biegen nach links ab und folgen diesem Weg bis zum letzten Haus, beim "Wingert Ebni" oberhalb dessen beim Weingarten, sich ein Wegweiser  befindet. Wir halten uns links und folgen dem ansteigenden Weg Richtung "Studa" weiter, der uns nun in den Wald führt. Immer der guten Beschilderung folgend gelangen wir zu einer kleinen Lichtung im Wald, halten uns dort am Waldrand entlang und folgen dem Wegweiser, der uns auf einen Pfad weist, der in mehreren Kehren zur prähistorischen Siedlung "Malanser" auf der Spitze des Eschnerberges führt.
 
(Blick auf das südliche Rheintal)

 
Dem Wegweiser folgend biegen wir anschließend nach rechts ab und folgen dem schönen Weg durch den Mischwald den Berg hinunter, über einige schöne Aussichtspunkte und über Wiesen im unteren Teil, bis wir wieder zum Wegweiser beim Weingut "Ebni" kommen. Nun folgen wir einige hunderte Meter weit dem Weg, den wir schon beim Anstieg zurückgelegt haben bis wir wieder zur Häusergruppe "Stig" kommen. Dieses Mal biegen wir jedoch nicht rechts ab, sondern überqueren die Kreuzung und folgen kurz der Gemeindestraße, bis kurz darauf nach rechts der "Roferbergweg" abzweigt, dem wir bis zur Roferbergkapelle folgen. Bei der historischen Kapelle unterhalb des Gasthof Hirschen, wenden wir uns nach rechts uns folgen der Straße bis wir wieder in Bendern angekommen sind. Anstatt auf die Hauptstraße zu gelangen, halten wir uns rechts und zweigen auf die "Plattagass", die in einer Kurve unterhalb von Oberbendern einmündet ab. In wenigen Minuten stehen wir wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Kirchplatz von Bendern. Dort endet unsere heutige Wanderung.
 



Details
1.) Bendern - Malanser: 3 km; Höhenbewältigung: 240 m aufwärts; Dauer: 1 Stunde
2.) Malanser - Bendern: 3 km; Höhenbewältigung: 240 m abwärts; Dauer: 50 Minuten

Gesamt
 Strecke: 6 km; Höhenbewältigung: 240 m aufwärts, 240 m abwärts; Dauer: 1 Stunde 50 Minuten


Viel Vergnügen bei dieser schönen Wanderung wünscht der Bergfuchs.

Freitag, 18. Oktober 2013

Hoher Freschen


Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 3
Dauer: 5 Stunden
Höhenunterschied: 860 m aufwärts, 1080 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Freschenhaus, Alpwegkopf, Laterns-Thal
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus nach Bad Laterns und Gasthöf Löwen Laterns
 
 
 

Die Route
Heute starten wir beim historischen Bad Innerlaterns am Ende der Autobuslinie, die von Rankweil aus ins Laternsertal hinaufführt. Vom "Bädle" aus folgen wir der Straße auf die Furka noch ein kurzes Stück, überqueren auf einer Brücke den Garnitzabache und kommen gleich danach auf der linken Seite zu einem Wanderparkplatz, wo sich auch eine übersichtliche Beschilderung der möglichen Wanderrouten der Gegend befindet. Entlang der Garnitza führt der Forstweg leicht ansteigend zuerst durch Wald, dann durch offenes Gelände hinein in ein schön gelegenes kleines Hochtal mit den beiden Alpen  Vorder- und Hintergarnitza, die recht nahe beieinader gelegen sind.
 
(Gipfel des Hohen Freschen)
 
 

Hinter der Hintergarnitzaaple führt der Pfad über einen Steg über den Bach und dann hinauf über Weiden am Waldrand entlang, dann teils schattig und mitunter etwas feucht, wo kleine Bächlein und Geröll zu überqueren sind, weiter. Nach einem Anstieg von etwa 300 Höhenmetern geht es von der Geländekante aus fast eben über Alpweiden zur Unteren Saluveralpe auf 1565 Metern Seehöhe. Wer möchte kann auf der Alpe frische Milch und einen ordentlichen (vorarlbergerisch: "an köriga") Käse erwerben. Im Sommer finden auf der Alpe auch regelmäßig Veranstaltungen statt (Bergmesse, Musik, Feste, Bergfrühstück etc.) Die Alpe ist von Laterns aus im Sommer´mit einem regelmäßig verkehrenden Wanderbus zu erreichen.
 
Von der Unteren Saluveralpe aus geht es nach Überquerung des Baches weiter nach rechts und den Hügel hinauf zum kleinen Sattel auf dem "Lusbühel", wo wir den Wegweisern folgend nach rechts und stetig ansteigend schnell an Höhe gewinnen. Bald befinden wir uns über der Baumgrenze und sehen nach Erreichen der nächsten Anhöhe bei einem Gatter bereits das Plateau des Freschenrückens vor uns. Über Weiden geht es nun weiter vorbei an der Oberen Saluveralpe in Richtung Bergstation der Materialseilbahn des Freschenhauses, die bereits von weitem gut sichtbar (und manchmal auch hörbar) ist. Nun sind es nur noch wenige Meter bis zum, dem Österreichischen  Alpenverein gehörenden, Freschenhaus, der St. Berhardkapelle und dem daneben sehr schön angelegten Alpengarten. Auf dem Freschenhaus ist für gute Bewirtung gesorgt. Für jene, die den Sonnenaufgang auf dem Hohen Freschen erleben möchten gibt es  auch die Möglichkeit dort zu übernachten.
 
(Blick vom Hohen Freschen in Richtung Süden)
 

Vom Freschenhaus geht es in einem weiten Linksbogen hinauf auf den flachen Gipfel des Freschen, der leicht zu bewältigen ist  und kaum steilere Stellen aufweist. Wenngleich der Freschen von unter her nicht zu den schönsten Gipfeln des Landes gehört, so  ist die Aussicht doch in alle Richtungen traumhaft. Kaum ein Berg Vorarlbergs ist zentraler gelegen und aufgrund seiner geographischen Dominanz ist die Sicht nicht beeinträchtigt. Entsprechend groß ist das "Besucheraufkommen", vor allem an schönen Sommer- und Herbsttagen. Der "Freschen" wird fast ausschließlich über den Pfad vom Freschenhaus her bestiegen, die anderen Anstiege (etwa von  der Hohen Kugel über die Kämme des Frödischtals) sind weitaus schwieriger und nur von erfahrenen Wanderern zu begehen.

Nach dem Genuss des herrlichen Panoramas steigen wir auf dem Anstiegsweg ab, wieder zurück zum Freschenhaus, an diesem vorbei immer der Aufstiegsroute folgend, bis wir wieder zum Sattel oberhab der Unteren Saluveralpe kommen. Anstatt wieder zu dieser  abzusteigen folgen wir dem Wegweiser "Leseweg", der uns unterhalb des Gipfels der "Nob" auf der Schattenseite des Frödischtals zu den Weiden oberhalb des Alpwegkopfes führt. Der Pfad selbst ist schmal und fällt oft steil und in "Rüfen" ins Tal ab. Trittsicherheit und  Schwindelfreiheit sollten vorhanden sein, zudem ist bei Nässe davon abzuraten ihn zu begehen.
 
(Alpwegkopfhaus)


Nun brauchen wir uns auf dem Bergrücken lediglich stets westwärts zu halten und gelangen so auf den gut beschilderten Wegen ohne Schwierigkeiten zum Alpwegkopfhaus mit seiner großartigen Aussicht. Das Haus mit angeschlossener Wirtschaft lädt selbstverständlich zu einer kleineren oder größeren Rast ein. Der Wegweiser unterhalb des Alpwegkopfhauses zeigt unsere weitere Route über Weiden in Richtung Süden an, die uns nach Laterns-Thal führt. Dieser Abstieg ist recht steil und gerade im Waldbereich recht dunkel. Es ist deshalb besonders auf die Trittsicherheit und gemächlicheres Tempo zu achten, verlockt der steil abfallende Weg auch zum Schnellergehen. Bei den Häusern des Ortsteils Schwende gelangen wir auf eine Straße, der wir nun stetig und über einen längeren Zeitraum folgen, bis wir uns im "Zentrum" von  Laterns-Thal befinden. Den Wegweisern folgend verlassen wir die Straße und gelangen so über abkürzende kleine Wege gerade hinunter zur Kirche und der Bushaltestelle beim Gasthof Löwen, wo die heutige Wanderung ihr Ende findet.
 

Details
1.) Bad Innerlaterns - Hoher Freschen: 8,5 km; Höhenbewältigung: 860 m aufwärts; Dauer: 3 Stunden
2.) Hoher Freschen - Alpwegkopf: 7 km; Höhenbewältigung: 520 m abwärts: Dauer: 2 Stunden
3.) Alpwegkopf - Laterns-Thal: 4 km; Höhenbewältigung: 560 m abwärts: Dauer: 1 Stunde

Gesamt
 Strecke: 19,5 km; Höhenbewältigung: 860 m aufwärts, 1080 m abwärts; Dauer: 5 Stunden


Eine schöne Bergtour wünscht Euch allen der Bergfuchs.

Sonntag, 15. September 2013

Itonskopf

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 3
Dauer: 5 Stunden
Höhenunterschied: 950 m aufwärts, 1000 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Bartholomäberg, Innerberg
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus nach Bartholomäberg und Innerberg
 
 
 

Die Route
Der Itonskopf mit seinen 2089 Metern Seehöhe ist der einzige erwähnenswerte Gipfel der kleinen Gebirgsgruppe zwischen äußerem Montafon, Klostertal und dem Kristbergsattel. Er gehört zum Verwall, ist aber von den übrigen Bergen dieser Gruppe durch das Silbertal getrennt und durch den um vieles tiefer liegenden Kristbergsattel "abgeschnürt". Aber gerade durch diese etwas abseits stehende Lage bietet der Itonskopf, der sich mit seiner Felskrone nur wenig über dem grünen Kamm der ihn mit den anderen Erhebungen seiner Nachbarberge verbindet erhebt, eine großartige Aussicht. Seine geographische Dominanz ist groß genug, um interessante Einblicke ins Haupttal des Montafons, das gesamte Klostertal, den Walgau und die Seitentäler Rells-, Gauer- und Garnertal zu bieten. Die Besteigung erfordert eine gute Grundkondition, ist technisch allenfalls mittelschwer. Nur die letzten fünf Minuten des Aufstiegs auf die Felskrone zum Gipfelkeuz ist etwas steiler und erfordert leichtes Klettern. Durch die gute Seilsicherung stellt er jedoch keine Probleme dar; lediglich leichte Schwindelfreiheit ist dazu erforderlich.
 
Gipfel des Itonkopfs


Heute starten wir in der zu Batholomäberg gehörenden, auf der Sonnenseite des Silbertals gelegenen, Ortschaft Innerberg beim Gasthof Mühle (Endstation der Buslinie von Schruns-Bartholomäberg). Die gute Markierung weist uns bereits über eine anfangs noch geteerte Straße aufwärts in Richtung  Westen, vorbei an den letzten Häusern der kleinen Ansiedlung Innerberg. Der Blick ist von Anfang an großartig: Auf der gegenüberliegenden Talseite des Silbertales erhebt sich das Hochjoch, in Gehrichtung (Westen) kommen schon die Berge des Rätikons ins Blickfeld. Gerade der schönste Talschluss Vorarlbergs, jener des Gauertals mit den Drei Türmen, dem Drusentor und der Sulzfluh, zeigt sich von hier aus wunderbar. Es geht anfangs über Alpweiden, dann teilweise durch den Wald, bis hinter einem Ferienhäuschen der Wegweiser uns auf einen Fußpfad weist, der vom Spazierweg nach rechts in den Wald führt.
 
Blick zur Roten Wand im Lechquellgebiet

 
Durch den Wald geht es nun stetig, aber recht gemächlich ansteigend in Richtung Nordosten, bis wir auf den historischen Bergknappenweg kommen, auf dem einst das über  den Hängen von Bartholomäberg abgebaute Erz mit Saumpferden über den Kristbergsattel nach Dalaas ins Klostertal geschafft wurde. Wir überqueren schräg den Weg und folgen dort der Markierung (Amas-Legi - 1520m), die uns weiter in der bisherigen Gehrichtung über einen Pfad weiterführt. Bald kommen wir aus bewaldetem Gebiet heraus und wandern nun über offenes Gelände, weiter in Richtung "Obere Wies". Der Weg über die Alpweiden ist nicht an allen Stellen gut zu erkennen und teilweise hat man das Gefühl querfeldein zu gehen. Es sind jedoch an den wichtigen Stellen genügend Hinweistafeln und Wegmarkierungen angebracht, so dass die Orientierung nicht schwer fällt. Die "Obere Wies" kann man bereits bald erahnen, als eine über der Waldgrenze liegende, sich eben dahinziehende Fläche, die beim Anstieg auch wie ein Joch aussieht. Im Zweifel halte man sich in Richtung Norden, stets auf Weiden, rechts der Felsen, die zum Alpilakopf hinauf führen.
 
Von der Oberen Wies hat man bereits einen großartigen Blick auf das Klostertal und ganz besonders auf die gegenüber liegende Rote Wand. Von hier geht es in Richtung Westen über einen steileren Weg zwischen Gestein hindurch, dann an Lawinenverbauungen vorbei zum Joch neben dem Alpilakopf. Von der Anhöhe aus erblicken wir bereits den  Steinaufbau des Itonkopfgipfels. Etwas absteigend über einen schmalen Pfad wird den Gipfel zuerst südseitig umgangen, um auf der Westseite den kurzen, nur fünfminütigen  Anstieg (mit Seilsicherungen) zu unternehmen. Am Gipfel selbst genießt man das herrliche Panorama in alle Himmelsrichtungen.
 
Der Fritzensee über Bartholomäberg


Der Abstieg erfolgt wieder auf dem Steig, auf dem wir zum Gipfel geklettert sind. Nun biegen wir aber am Fuße der Gipfelkrone nicht nach links ab, sondern halten uns geradeaus in Richtung Westen und steigen auf dem folgenden Pfad, wobei durch die Steilheit an manchen Stellen gerade bei Nässe Vorsicht geboten ist, ab. Bald geht es vorbei an Legföhren und ein leichtes Auf und Ab des Weges mit herrlicher Aussicht auf die Vandanser Steinwand mit der Zimba, in Richtung Wannaköpfle. Am Gipfel des Wannaköpfle selbst kommen wir unterhalb vorbei (eine Abzweigung zeigt einen 10-minütigen Anstieg auf den Gipfel an, für jene, die Gifpel "sammeln" wollen). Weiter geht es der nicht zu verfehlenden Wegmarkierung folgend zum Kreuz beim Aussichtspunkt Monteneu. Hier blickt man vor allem in Richtung Süden und Südwesten, entlang des Tals der Ill bis zur Silvretta und in den Walgau bis zu den  Appenzellerbergen im Westen.

Der nun folgende Weg ist gut ausgebaut und oft breit und ohne besonderes Gefälle, mehr ein Spazierweg und daher leicht zu begehen. Wir folgen den Wegweisern zum Fritzensee, der idyllisch am Bergknappenweg gelegen ist und ein beliebtes Ausflugsziel darstellt. Beim See, hinter der letzten Hütte biegen wir über eine Wiese scharf nach links ab und gelangen so bald zum historischen Bergwerk von Bartholomäberg. Von dort sind es den Wegweisern folgend noch etwa 20 Minuten, bis wir bei der barocken Pfarrkirche der sonnigen  Höhengemeinde ankommen. Dort endet auch unsere heutige Bergtour.



 
Details
1.) Innerberg - Itonskopf: 6,5 km; Höhenbewältigung: 950 m aufwärts; Dauer: 2 Stunden 45 Minuten
2.) Itonskopf - Bartholomäberg: 7,5 km; Höhenbewältigung: 1000 m abwärts; Dauer: 2 Stunden 15 Minuten

Gesamt
Strecke: 14 km; Höhenbewältigung: 950 m aufwärts, 1000 m abwärts; Dauer: 5 Stunden


Eine schöne Bergtour wünscht Bergfuchs.


Montag, 9. September 2013

Mondspitze und Schillerkopf

Übersicht
Schwierigkeit (1-5): 3
Dauer: 6 Stunde, 30 Minuten
Höhenunterschied: 1300 m aufwärts, 1560 m abwärts
Einkehrmöglichkeiten: Bürserberg, Tschengla, Nenzing
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus nach Büserberg; Bahn und Bus von Nenzing



Die Route
Die heutige Wanderung führt uns auf zwei herausragende Aussichtberge auf der Südseite des Walgaus bzw. des Rätikons (beide Gipfel gehören bereits zu dieser Gebirgsgruppe). Der Schillerkopf, dessen Name in jüngerer Vergangenheit erst geändert wurde (früher hieß er "Kessikopf", wobei der markante Krater die "Schöpfkelle" bildete) ähneltbei genauerem Hinsehen dem liegenden Kopf des großen Dramatikers und Dichters Friedrich Schiller. Der Schillerkopf ist etwas schwieriger zu besteigen, da dazu Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich sind, doch der Ausblick rechtfertigt den Anstieg in jedem Fall. Allerdings ist die Sicht von der leichter zu besteigenden Mondspitze aus als noch besser zu bezeichnen, insbesondere da sie auch Ausblicke auf den Walgau mit dem gegenüber liegenden Walserkamm und dem Eingang ins Große Walsertal erlaubt. Wer also die Besteigung des Schillerkopfes scheut, kommt trotzdem voll auf seine Kosten.

(Mondspitze von Dunza aus)
 

Wir starten in der weitläufigen Höhengemeinde Bürserberg im Ortsteil Matin bei der Bushaltestelle "Museum" (wo der Bus umkehrt und in Richtung Brand bzw. Bürs zurückfährt). Oberhalb der Bushaltestelle führt eine Straße vorbei an einem Wirtshaus in Richtung Süden. Bald führen uns Wegweiser in Richtung "Tschengla", einer schönen Aussichtsterrasse mit weitläufigem Verbau an Ferienhäusern und Bewirtungsstätten mit schöner Aussichts auf Bludenz, das Klostertal und den oberen Walgau. Die Tschengla wird anfangs über schön ausgebaute Straßen oder Wege (es gibt mehrere Varianten) in einer guten Stunde erreicht. Beim Ortsteil "Dunza" am westlichen Ende der Tschengla befindet sich unterhalb des breiten Weges der Wanderparkplatz bis zu dem man mit dem privaten PKW fahren kann, sofern man seine Wanderung nicht in Bürserberg beginnt. Nun gelangen wir uns westlich haltend zu einer Kreuzung mit guter Beschilderung. Vor uns sehen wir bereits die markant aufragende, bis weit nach oben bewachsene, Mondspitze. Wir halten uns nun gerade aus auf dem "Schillerweg" und gewinnen so gemächlich in lockerem Bergwald (anfang noch auf Weiden) stetig an Höhe. Wir folgen bei den kommenden Wegkreuzungen immer den Hinweistafeln in Richtung "Schillersattel" und "Schillerkopf".

Nach etwa eineinhalb Stunden von Dunza aus erreichen wir nach einem letzten, etwas steileren Anstieg über weitgehend offenes Gelände den Schillersattel auf 1847 Metern Seehöhe. Nun weist uns ein weiß-blau-weiß (alpiner Steig) Wegweiser nach links auf den Schillerkopf (35 Min.) hin. Von der weiß-blau-weißen Markierung braucht man sich nicht  abschrecken zu lassen. Sofern man über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügt ist der etwa 160 Meter hohe halbstündige Anstieg kein Problem. Erst geht es durch Legföhren eben und sogar ein wenig abwärts bis zum Beginn es markanten Kraters, dann über felsiges Gelände und Schotter mit Felsen zum auf 2006 Metern Seehöhe gelegenen Gipfel mit Gipfelkreuz. Es besteht auch die Möglichkeit den Schillerkopf über den "Tälisteig" von Osten her zu besteigen. Auch dieser Steig ist nicht besonders gefährlich, beinhaltet keine Kletterpartien und ist für Berggeübte nicht als schwierig zu bezeichnen.
 
(Schillerkopf)

 

Nun gehen wir den Anstiegsweg zum Schillerkopf  zurück und erreichen so in etwas mehr als 20 Minuten erneut den Schillersattel, steigen jedoch nicht wieder nach rechts ab, sondern gehen geradeaus weiter nach Norden in Richtung Mondspitze. Der Weg auf dem Grat ist übersäht mit unzähligen Wurzelt von Legföhren und Steinen, so dass ein Vorwärtskommen  nicht ganz so schnell erfolgt, wie der geübte Bergwanderer es sich erwünschen würde. Trotzdem erreicht man so in etwa einer halben Stunde den Gipfel der Mondspitze mit ihrem ungewöhnlichen, schönen Gipfelkreuz auf 1967 Metern Seehöhe. Der Ausblick ist traumhaft und macht dem Berg als Aussichtsplattform alle Ehre. Der Blick reicht im Süden bis zum Talschluss des Brandnertales beim Lündersee und der Schesaplana über der Totalphütte. Im Osten sieht man über das gesamte Klostertal hinweg, im Norden den Walserkamm, und den Eingang des Großwalsertals. Gen Süden erstreckt sich der Nenzingerhimmel, gegen Westen der Walgau mit Gurtisspitze, Gamp und Älpele, bis sich die zum  Bodensee hin verflachenden Appenzellerberge einem als Grenze des Horizonts präsentieren.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast geht es weiter gen Norden über den steilen Mondspitzsteig hinunter zum Klampersätteli., das nach etwa einer halben Stunde erreicht wird. Dann auf dem breiten Alpweg weiter nach links hiunter über viele Kehren durch offenes Geländer, unterhalb des Klamperschrofens, und später durch Wald mit etlichen Wegabkürzungen durch Wald und Weide hinunter zur Nenzigeralpe. Unterhalb der Alpe geht man über Weiden und vorbei an einem idyllischen Plätzchen mit Bergahornen, bemoosten Steinen und dergleichen zum "Nenziger Bergkirchlein", einem schönen Rast- und Aussichtspunkt (besonders schöne Sicht auf die Bergsiedlung Gurtis gegenüber unterhalb der Gurtisspitze).

(Blick von der Mondspitze auf den oberen Walgau)
 

Weiter folgen wir der Beschilderung in Richtung Nenzing, das bald über verschiedene Wege erreicht werden kann. Allgemein folgt man zuerst der Wegangabe "Stellfeder" am Eingang des Gamperdonatals (Wanderparkplatz), zweigt dann aber doch besser im unteren Bereich (z.B. beim "alten Bergle") auf einen Nebenweg (auch mit "Nenzing" beschildert) ab und gelangt so von Südosten her über Weiden, vorbei an Heubarken, zu den ersten Häusern von Nenzing. Entlang der Meng und über ein Brücklein über den Bach Meng gelangen wir so zur schon von weitem sichtbaren Kirche von Nenzing, wo unsere Wanderung ihr Ende findet.
 



Details
1.) Bürserberg - Schillerkopf: 7 km; Höhenbewältigung: 1140 m aufwärts; Dauer: 3 Stunden
2.) Schillerkopf - Mondspitze: 2 km; Höhenbewältigung: 120 m aufwärts, 160 m abwärts; Dauer: 45 Minuten
3.)              Mondspitze - Nenzing: 10 km; Höhenbewältigung: 1440 m abwärts; 2 Stunden, 45 Minuten

Gesamt
 Strecke: 19 km; Höhenbewältigung: 1300 m aufwärts, 1560 m abwärts; Dauer: 6 Stunde, 30 Minuten.

Ein schönes Bergerlebnis auf zwei großartigen Aussichtsbergen wünscht der Bergfuchs.